Petition & Kritik von oben

Telekom-Drosselung gefährdet laut Philipp Rösler und Ilse Aigner die Netzneutralität

Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kritisieren die Pläne der Telekom, DSL-Flatrates künftig zu drosseln. Zudem gibt es eine Online-Petition, die bereits auf fast 30.000 Unterschriften kommt. Gegenstand der Kritik: Die Netzneutralität sei in Gefahr.

Die Pläne zur DSL-Drosselung bei der Telekom ernten Kritik.

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Die Pläne zur DSL-Drosselung bei der Telekom ernten Kritik.

Die Pläne der Telekom, DSL-Flatrates ab 2016 nach Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens zu drosseln, gefährde die Netzneutralität. Dieser Meinung sind nicht nur Internet-Nutzer, die auf change.org eine Online-Petition ins Leben riefen, sondern auch Politiker der Bundesregierung. So hat zum einen Wirtschaftsminister Philipp Rösler ein Schreiben an Telekom-Chef Rene Obermann mit entsprechender Kritik samt mitschwingender Drohung verfasst. Zum anderen sprach sich Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gegenüber Medien ähnlich aus und fordert eine Prüfung.

Die Webseite Spiegel Online berichtet vom Schreiben Philipp Röslers an Rene Obermann. Der Minister sieht einen möglichen Schaden für den Verbraucher sowie eine Gefahr für das Prinzip der Netzneutralität. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sieht das ähnlich und beschrieb die Pläne der Telekom als "Versuchsballon". Das Prinzip der Netzneutralität besagt, dass Daten egal welcher Quelle und welchen Inhalts gleich behandelt werden müssen. Es dürfe keine Priorisierungen von Datenströmen geben. Laut Rösler werden die Regierung und Wettbewerbsbehörden dies nun prüfen und gegebenenfalls "eingreifen" müssen.

Inwiefern verstößt die DSL-Drosselung der Telekom nun gegen das Prinzip der Netzneutralität? Es ist in diesem Zusammenhang per se nicht bedenklich, dass die Telekom die Geschwindigkeit nach Überschreiten eines integrierten Highspeed-Datenvolumens drosselt. Problematisch wird es, wenn die Telekom eigene Angebote wie Entertain oder eigene Cloud-Dienste im Rahmen der sogenannten "Managed Services" von der Drosselung ausnimmt, während andere Streaming- oder Cloud-Anbieter das Nachsehen haben. Somit verschafft sich die Telekom einen Wettbewerbsvorteil.

Die Telekom führt die neue DSL-Tarifstruktur für Neukunden ab dem 2. Mai 2013 ein, wie wir berichteten. Demnach gibt es für die Call & Surf- und Entertain-Tarife künftig folgende Eckdaten: Bei 16 Mbit beträgt das integrierte Highspeed-Volumen 75 GB, bei 50 Mbit sind es 200 GB, bei 100 Mbit 300 GB und bei 200 Mbit 400 GB im Monat. Die erwähnte Petition auf change.org gegen die Telekom-Pläne zurDSL-Drosselung sehen Sie auf der entsprechenden Webseite ein.

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