Schnelleres Internet

Bundesnetzagentur erlaubt Telekom VDSL mit Vectoring

Jetzt wird es amtlich: Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag einen Entscheidungsentwurf für die Einführung der Vectoring-Technologie im Netz der Telekom veröffentlicht. Damit werden bis zu 100 Mbit/s mit einem VDSL-Anschluss möglich.

Bundesnetzagentur: Die Telekom kann künftig VDSL mit 100 Mbit/s anbieten.

© Screenshot: WEKA, bundesnetzagentur.de

Bundesnetzagentur: Die Telekom kann künftig VDSL mit 100 Mbit/s anbieten.

Die Deutsche Telekom darf jetzt in den Ballungsgebieten beim Breitbandausbau noch stärker auf Internet-Geschwindigkeit setzen. Die neue Vectoring-Technik, deren Anwendung die Bundesnetzagentur nunmehr der Telekom grundsätzlich gestattet, ermöglicht die hohe Datenrate von 100 Mbit pro Sekunde durch eine Art von "Mehrfachnutzung" der Kupferadern auf der "letzten Meile" vom Kabelverzweiger zum Kundenanschluss. Erst damit lassen sich bei VDSL2 noch höhere Bandbreiten erreichen.

Diese erweiterte Nutzung des Kabelbündels vom Outdoor-DSLAM, dem "grauen Kasten" am Straßenrand bis zum DSL-Anschluss des Kunden bedeutet aber auch, dass ein Anbieter die Kontrolle über das ganze Kabelbündel haben muss. Sonst sind Störungen benachbarter Leitungen unvermeidlich, und die höhere Geschwindigkeit wird nicht erreicht. Somit funktioniert das Ganze nicht, wenn einzelne Leitungen von anderen Anbietern kontrolliert werden.

Deshalb sieht der Entscheidungs-Entwurf der Netzagentur auch vor, dass die neue Vectoring-Technik nur dort eingeführt werden darf, wo die Konkurrenz nicht ausgeschlossen wird. Das ist z.B. dort der Fall, wo Wettbewerber bereits ein zweites Netz aufgebaut haben, wie z.B. Kabel Deutschland oder Unity Media, die an vielen Stellen die neuen Geschwindigkeiten schon jetzt anbieten. Grundsätzlich soll kein Anbieter mittels der Vectoring-Technik einen anderen ausschließen dürfen.

Auch die Glasfaser-Technik will die Telekom weiter ausbauen. Glasfaser erlauben ebenfalls hohe Geschwindigkeiten und kennen keine gegenseitigen Leitungs-Störungen (Übersprechen). Allerdings soll die Glasfaser nur in geringerem Umfang ausgebaut werden, da sie erheblich teurer ist als die Nutzung von Vectoring.

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