Herdentrieb im Internet

Studie - Mitläufer bei Bewertungen und Kommentaren auf Facebook & Co.

Eine Studie zeigt: Personen verhalten sich im Internet nach bestimmten Mustern. Bei der Bewertung von Webseiten, Blogeinträgen und Kommentaren etwa auf Facebook lässt sich dabei ein Gruppenverhalten ähnlich einem Herdentrieb erkennen. Hierdurch verzerrt sich die Meinung der Masse tendenziell ins Positive.

Studie: Bei Kommentaren und Bewertungen ist ein Gruppenverhalten zu erkennen.

© Screenshot: WEKA; https://www.facebook.com/facebook/likes

Studie: Bei Kommentaren und Bewertungen ist ein Gruppenverhalten zu erkennen.

Forscher aus den USA und aus Israel konnten durch eine Studie belegen, dass sich Menschen bei der Bewertung von Kommentaren, Produkten, Blogeinträgen oder anderen Inhalten auf sozialen Netzwerken wie etwa Facebook eher an bereits kundgegebene Meinungen anpassen. Es wurden insgesamt 100.000 Kommentare auf der von den Forschern untersuchten Seite analysiert. Dabei wurden die ersten Bewertungen einiger Kommentare manipuliert.

Dabei ist den  Forschern aufgefallen, dass positive Erstbewertungen meist zu einem in der Masse deutlich positiveren Gesamtergebnis aller Bewertungen führen. Die künstlich eingebrachten, positiven Bewertungen erzielten am Ende circa ein Viertel mehr positive Bewertungen als nicht manipulierte Kommentare. Bei negativen Erstbewertungen wurde festgestellt, dass auf diese meist eine positive Bewertung folgt. Das Gesamtergebnis war dann eher neutral.

Es wurde festgestellt, dass bereits beurteilte Kommentare zu mehr Bewertungen führen. Daraus würden teilweise regelrechte Bewertungsblasen entstehen. Generell ist zu sagen, dass Internetnutzer eher dazu bereit, sind einen Kommentar zu beurteilen, wenn es bereits vor Ihnen schon jemand getan hat.

Die Stimmung im Internet ist in der Gesamtheit eher positiv, so die Forscher über Ihre Ergebnisse. Gut möglich, dass auch der große Erfolg von Facebook mit der Erkenntnis und Umsetzung solcher Verhaltensweisen zu tun hat. Hier gibt es nur den Button "Daumen hoch". Es sei auch denkbar, dass diese Muster Auswirkungen auf andere Bereiche haben: so beispielsweise bei Wählumfragen und politische Inhalte oder auch Produktempfehlungen und Börsenkurse. An dieser Stelle müssten jedoch weitere Studien angesetzt werden.