Steambox

Valves Linux-HTPC mit Gamepad-Steuerung - nächste IT-Revolution oder Technik-Flop?

Mit der Steambox möchte Valve neben dem Software- auch auf den Hardwaremarkt vordringen. Für die Realisierung eines Quasi-HTPCs auf Linux-Basis und Gamepad-Steuerung für den Big Picture Mode kooperiert der Half-Life-Entwickler mit dem Mini-PC-Hersteller Xi3. Auf der CES 2013 wurde ein möglicher Prototyp präsentiert.

Valve liefert Details zu Steambox. Ein PC-Konsole-Hybrid mit Linux für das Wohnzimmer: Erwartet uns eine IT-Revolution oder ein Technik-Flop?

© Xi3

Valve liefert Details zu Steambox. Ein PC-Konsole-Hybrid mit Linux für das Wohnzimmer: Erwartet uns eine IT-Revolution oder ein Technik-Flop?

Ist die Steambox aus Gamer-Sicht die nächste IT-Revolution, wie etwa das iPad, oder ein weiterer Technikflop? Der Half-Life-Entwickler Valve hat auf der CES 2013 in Las Vegas Details zu seiner Spielkonsole bekannt gegeben. In Kooperation mit dem Mini-PC-Hersteller Xi3 soll ein spielefähiger Wohnzimmer-Rechner entstehen - voraussichtliches Release-Date (laut Valve komme keine Ankündigung vor 2014) und der Preis sind noch nicht bekannt.

Valve möchte dabei möglichst auf eine offene Plattform setzen und installiert Linux auf dem Gerät. Wer will, soll auch beispielsweise Windows installieren dürfen. Mit "Piston" konnte die Firma Xi3 auf der CES 2013 einen passend spielefähigen und möglichen Prototypen für die Steambox in Las Vegas zeigen. "Piston" ist ein Codename, stammt aus der Reihe eigener Mini-PCs von Xi3 und soll offiziellen Angaben zufolge auf dem Flaggschiff X7A basieren. Die Dimensionen entsprechen etwa der einer Kaffeetasse.

Hardwaretechnisch sind maximal ein Terabyte interner Speicher sowie eine aufrüstbare Quadcore-CPU mit maximal 3,2 GHz und ein erweiterbarer Arbeitsspeicher verbaut. Wie Valve mitteilte, handelte es sich bei "Piston" jedoch nicht um die Steambox, sondern nur um einen Beispielrechner, auf dem der Steam Big Picture Mode läuft - eine für Großbild-TVs angepasste Steam-Oberfläche.

Steambox auf der CES 2013: nur ein HTPC?

Es handelt sich zumindest bei "Piston" um nicht mehr und nicht weniger als einen leistungsfähigen HTPC mit Linux: in Zusammenarbeit mit Valve möglicherweise in Zukunft um spieletaugliche Komponenten und - dringend notwendige - innovative Konzepte erweitert. Der Haken: ein Preis von schon jetzt rund 1.000 US-Dollar - zu teuer, wenn Valve mit der Steambox den kommenden Konkurrenten Playstation 4 und Xbox 720 den Kampf ansagen will. Voraussetzung für diese Aussage ist natürlich, dass die Steambox technisch auf "Piston" basiert. Denn Sony und Microsoft werden Experten zufolge einen Einstiegspreis von womöglich rund 600 US-Dollar anpeilen und Entwicklungs- wie Gerätekosten traditionell über den Softwarekauf subventionieren. 

Die Steambox soll die Spiele der Software-Plattform Steam via Big Picture Mode auf den Wohnzimmer-TV bringen. Der Nutzer steuert das Steam-Interface und die Spiele dabei mit einem Gamepad wie bei Playstation 3 und Xbox 360. Über klassische Schnittstellen wie USB ließen sich auch konventionelle PC-Eingabegeräte wie Maus und Tastatur anschließen. Doch der Einsatz eines sperrigen Keyboards sowie einer Maus mit dem Bedarf für eine plane Oberfläche dürfte auf der Wohnzimmercouch von Nutzern kaum auf Gegenliebe stoßen. Erweiternd überlegt und forscht Valve an alternativen Eingabegeräten wie etwa Hardware für Virtual- und Augmented-Reality. Bewegungssteuerung wie bei Xbox 360 Kinect soll keine Lösung sein. Stattdessen wären laut Valve Eye-Tracking-Technologien denkbar.

Steambox auf der CES 2013: vorerst keine Revolution

Die Steambox benötigt entsprechende neue Ideen und Innovationen im Vergleich zum klassischen PC. Denn die Einsatzmöglichkeiten der Steambox, sollte sie vorrangig mit einem Gamepad zu bedienen sein, sind im Vergleich zum PC - der klassischen Steam-Plattform - eingeschränkt. Erstens entfallen bei einer Gamepad-exklusiven Oberfläche die Kerntitel der PC-Plattform Steam. Schnelle Ego-Shooter oder Strategiespiele - beispielsweise die auf Steam hochbeliebten Multiplayer-Titel Counter-Strike, Team Fortress 2 oder Dota 2 - lassen sich nur mit Maus und Tastatur ordentlich - das heißt für Gamer präzise und wettbewerbsstauglich - bedienen.

Der Einsatz von Linux als Betriebssystem ist eine zweite Hürde - der Löwenanteil der Steam-Titel ist für Windows optimiert. Zum Start der Open-Beta-Phase von Steam für Linux gab es gerade einmal knapp über 40 Titel. Die Zahl wächst zwar kontinuierlich, ist gegenüber dem bislang Windows-exklusiven Sortiment jedoch schwindend gering. Es bleibt abzuwarten, ob Valve in Zusammenarbeit mit Xi3 dedizierte Hardware-Komponenten sowie innovative Steuermöglichkeiten und neue Anwendungszwecke für die Steambox entwickelt.

Die Steambox wird zum jetzigen Punkt wohl ein verkleinerter PC für das Wohnzimmer, erweitert um Spiele-Tauglichkeit und eingeschränkt auf Titel, die sich mit dem Gamepad steuern lassen. Solange die Steambox also nicht mehr kann als "Piston", bietet Valve den Spielern nichts, das sie mit ihren PCs nicht schon heute machen könnten.

Mehr zum Thema

Steam Box: Valve zeigt das Betriebssystem SteamOS für die hauseigene Konsole.
Steam Box News

Valve zeigt SteamOS, das Betriebssystem für die Steam Box - Valves eigene Spielkonsole auf Linux-Basis. Mit an Bord: Family Sharing, Streaming und…
PSN-Teaser
PSN down

Das PSN war am vergangenen Mittwochabend bis in den Donnerstagmorgen down. Zur Offline-Problemlösung werden am 12. Februar Wartungsarbeiten…
Playstation Music
Music Unlimited eingestellt

Sony hat Music Unlimited auf PS4 und PS3 eingestellt und durch den neuen Spotify-Dienst Playstation Music ersetzt.
Playstation 4
PS4 Spiele kopiert

Der Kopierschutz der Playstation 4 gilt als sehr sicher - mithilfe eines Raspberry Pi gelang es Händlern in Brasilien, diesen zu knacken und illegal…
Xbox One
Laufen Xbox 360 Spiele auf Xbox One?

Funktionieren Xbox 360 Spiele auf der Xbox One? Seit der E3 2015 gibt es Hoffnung: Microsoft verspricht ein Firmware-Update.