Spyware

BKA verweigert genaue Auskünfte zum Staatstrojaner

Netzpolitik.org wollte Details zum Erwerb des Staatstrojaners beantwortet wissen. Doch das Bundeskriminalamt hält sich weiterhin mit Informationen bedeckt.

Das BKA verweigert die Herausgabe von Details zum Staaatstrojaner.

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Das BKA verweigert die Herausgabe von Details zum Staaatstrojaner.

Der Bundestrojaner, der zur Gruppe der "Govware" (Gov für government) gehört, wie ihn Insider nennen, sorgte in letzter Zeit bundesweit für viel Aufsehen. Nun werden die Stimmen lauter, die erfahren möchten, zu welchen Bedingungen genau die Software von den Firmen Elaman und Gamma gekauft wurde.

Als Begründung führt das BKA an, dass "Rückschlüsse auf das verwendete Gesamtsystem, dessen Hardware, eventuelle Schwachstellen sowie die polizeilichen Methoden/Einsatztaktik möglich wären." Das zweite Veto käme zudem von der Firma Elaman selbst, die ihr geistiges Eigentum sowie ihre Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse gefährdet sehen.

Ein internes BKA-Dokument gibt Aufschluss darüber, dass bereits 2010 der Trojaner Finfisher/Finspy erworben wurde. Das Pikante an der Tatsache ist wohl, dass auch Ägypten-Diktator Mubarak diese Software erworben und eingesetzt hatte.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht 2008 gegen die Rechtmäßigkeit eines Staatstrojaners entschied, wurde dieser umgeändert, was die Sache eigentlich nur noch schlimmer machte. Wie der Chaos Computer Club 2011 herausfand, wurde mit einer umgeänderten Version gearbeitet, die zuerst Fotos des Bildschirms erstellen konnte, und auf Bedarf in der nachgerüsteten Version sogar vollen Zugriff auf fremden Rechner zuließ. Finfisher sei potentiell genauso gefährlich, da die Aufrüstung dessen noch tiefer eingreifende Operationen zuließe.

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