Objektiv im Test

Schaden Spotify und Co. den Musikern?

Durch Streaming-Anbieter wie Spotify oder rdio stiegen die Umsätze der angeschlagenen Musikbranche am Gesamtmarkt von 1,3 Prozent im ersten Halbjahr 2012 auf aktuell 3,2 Prozent. Jedoch beschweren sich Musiker über die geringen Vergütungen.

Musiker fordern eine höhere Vergütung bei Streaming-Diensten wie Spotify.

© Tim Kaufmann

Musiker fordern eine höhere Vergütung bei Streaming-Diensten wie Spotify.

Spotify wird immer erfolgreicher und sorgt damit für Aufregung unter Musikern. Im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2012 stieg der Umsatz der Musik-Streaming-Anbieter in Deutschland dieses Jahr um 137 Prozent, gab der Bundesverband der Musikindustrie (BWMI) bekannt. Vergleicht man diese Werte beispielsweise mit Schweden,  in dem Streaming-Dienste bereits ca. 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, sind diese 3,2 Prozent  im deutschen Markt eher gering.

Nichtsdestotrotz erklärt Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, dass Musikservices das Potential haben, neue Zielgruppen für den legalen Musikmarkt zu erreichen. Dazu zählt er diejenigen, die sich bis jetzt durch illegale Downloads mit Musik versorgt haben, sowie die vielen "Nichtkäufer". Drücke meint, dass so viel mehr Musik gehört werden würde und man auch neue Künstler entdecken könne.

Aktuell nutzen 24 Millionen Nutzer weltweit den Anbieter Spotify, sechs Millionen zahlen für ein Abonnement. Jedoch beschweren sich Künstler wie Thom Yorke, der Songwriter der Band Radiohead, und sein Produzent Nigel Godrich über die zu geringe Vergütung von Spotify und anderen Anbietern.

Deshalb fordert die britische Musikgewerkschaft nun einen neuen Deal für die Musiker, denn ein dreiminütiger Song, der im BBC-Radio gespielt wird, wird mit  59,73 Pfund (ca. 69 Euro) vergütet, wo hingegen der Interpret bei Spotify, pro gehörten Song nur 0,4 Pence (ca. 0,05 Euro) bekommt. Man muss jedoch anmerken, dass im Radio viel mehr Menschen zuhören und dadurch die Interpreten bei Spotify pro Person gar nicht so schlecht verdienen.

Lange war die Rede davon, dass die Streaming-Anbieter beispielsweise iTunes schaden könnten. Dies widerlegte Stefan Zilch, Chef von Spotify in Deutschland, jedoch: "Viele Menschen wollen den Song immer noch besitzen", so Zilch.

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