Spam-Report 2011

Spam hat sich im letzten Jahr gewandelt

Das Jahr 2011 war eine unruhige Zeit in der Spammer-Szene. Sie wurde durch die Abschaltung des Rustock-Botnetzes hart getroffen und brauchte Monate, um sich davon zu erholen. Mit dem erneuten Ansteigen des Spam-Volumens im Sommer haben sich wesentliche Charakteristika des Spam-Versands verändert.

Spam Jahresvergleich 2011

© eleven

Spam Jahresvergleich 2011

Das Berliner Sicherheitsunternehmen eleven hat seinen Spam-Report für das Jahr 2011 veröffentlicht. Darin haben die Autoren die wichtigsten Veränderungen im Laufe des letzten Jahres zusammengefasst und geben einen Ausblick auf die Trends für 2012. Das gravierendste Ereignis des Jahres 2011 war für die Spammer das Abklemmen des Rustock-Botnetzes im März. In der Folge sank das Spam-Aufkommen auf einen Bruchteil des vorherigen Volumens. Erst nach einigen Monaten erreichte die Zahl der versandten Spam-Mails zumindest annähernd wieder das Niveau des ersten Quartals. Im November waren es schließlich etwa 78 Prozent des Ausgangswerts. Im Dezember erfolgte wieder ein starker Einbruch, denn der Casino-Spam blieb aus.Dabei haben sich jedoch wesentlich Charakteristika der Spam-Mails verändert. Das Hauptthema waren nicht länger Medikamente sondern Online-Casinos. Die Mails kamen auch nicht mehr im gleichen Umfang aus den USA sondern aus asiatischen Ländern, etwa Vietnam und Indien. Statt einer kontinuierlichen Spam-Penetration kommen Spam-Mails nunmehr in Wellen - auf Pausen folgen oft umso heftigere Spam-Wellen. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der eleven-Fachleute auch in diesem Jahr fortsetzen. Spam-Spitzen könnten Mail-Server kurzfristig überlasten. Die Spammer werden mehr auf Qualität setzen. Nicht die schiere Zahl der verschickten Mails garantiert den Erfolg sondern die Anzahl der von Empfängern geöffneten Mails. Kampagnen werden also gezielter, mit stärker regional bezogenem Charakter. Außerdem werden sich Betrugs-Mails, etwa Phishing und Malware, kaum noch von echten Mails unterscheiden lassen.Die Spam-Infrastruktur wird weiter diversifiziert, um den Effekt der Abschaltung einzelner Botnetze abzuschwächen. Zugangsdaten für Mail-Konten sind bereits jetzt zu einem wichtigen Ziel der Phishing-Angriffe geworden. Populäre Themen und Ereignisse, etwa die Olympischen Spiele, werden immer mehr als Köder genutzt. Zudem werden sich die Grenzen zwischen Werbe-Spam, Phishing- und Malware-Mails verwischen. Die Zahl der Mehrzweck-Mails wird steigen.

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