Nachruf

Sound-Spezialist Amar Bose ist tot

Am Freitag ist Dr. Amar Gopal Bose mit 83 Jahren gestorben. Seine eigenwilligen Klangkonzepte haben Audio-Geschichte geschrieben und die HiFi-Szene wesentlich mitgeprägt.

Amar Gopal Bose

© Bose

Amar Gopal Bose

Nicht messen, sondern hören lautete die Devise des promovierten Elektroingenieurs und Entwicklers Amar Gopal Bose. Am vergangenen Freitag ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. 1929 kam der Sohn eines bengalischen Vaters und einer amerikanischen Mutter zur Welt. Schon als Jugendlicher experimentierte er mit Elektrotechnik-Produkten. Das Headquarter der von ihm im Jahr 1964 gegründeten, US-amerikanischen Bose Corporation steht in Framingham, Massachusetts. Der deutsche Sitz ist Friedrichsdorf, Hessen.

Die Produkte von Amar Bose haben in fast allen Lebensbereichen ihren festen Platz erhalten. Zu Hause, im Auto, im professionellen Beschallungsbereich und auch beim Militär sind sie zu finden. Der Entwickler verfolgte dabei häufig Konzepte, die neu für den Markt waren und mit den geltenden Regeln für Klangqualität brachen. So maß er standardisierten Messwerten nur wenig Gewicht bei, sondern setzte das Augenmerk auf psycho-akustische Faktoren. Auch den Komfort des Hörens bezog er im besonderen Maße mit in die Produktkonzeption ein.

So entstanden im Jahr 1968 etwa die vorwiegend nach hinten abstrahlenden Lautsprecher 901 Directing/Reflecting, die den Klang per Reflektion an den Wänden in den Raum tragen und das Stereo-Konzept der Direktabstrahlung umgehen. Klangfülle an jedem Punkt im Raum war das Ziel der Technologie. Die Boxen werden noch heute gefertigt. Im Heimkino reduzierte Bose den Surroundsound erfolgreich auf 2.1-Komplettsysteme (3-2-1-Serie) und etablierte damit ein bis dahin unbeachtetes Segment im Markt. Ebenfalls für viel Klang aus geringem Gehäusevolumen steht das Bose Wave Radio, das die Firma selbst als eines ihrer wichtigsten Produkte bezeichnet hat.

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Noise-Cancelling-Kopfhörer, die tieffrequente Umgebungsgeräusche gegenphasig neutralisieren, hat das Unternehmen schon früh entwickelt. Die entsprechenden Produkte kommen bei Konsumenten wie auch Piloten zum Einsatz. Die Framinghamer liefern zudem Software im Verbund mit einer speziellen Anordnung von Kleinlautsprechern, die es ermöglicht, Klangkonzepte in Konzerträumen oder anderen beschallten Hallen zu simulieren.

Die Bose Corporation zählt heute über 9000 Mitarbeiter. Sein Sohn Vanu möchte das Familienunternehmen im Stile des Vaters weiterführen.

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