Hacking

Sonys PlayStation-Netzwerk bleibt vorerst vom Netz

Entgegen der Aussagen von Sony Chef Howard Stringer bleibt das Sony Playstation Network weiterhin vom Netz. Das mag im Zusammenhang mit weiteren angekündigten Angriffen durch Hacker am vergangenen Wochenende stehen.

Playstation Network

© sony

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Sony CEO Howard Stringer hatte anlässlich seiner öffentlichen Entschuldigung am Donnerstag vergangener Woche zugesagt, das neue PSN werde gerade abschliessend getestet und in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen. Am Freitag erschien im PSN-Blog eine gegenteilige Aussage.

Dort heisst es unter anderem: "...Als wir vergangene Woche in Japan die Pressekonferenz abgehalten haben, dachten wir, auf der Grundlage dessen, was wir bis dahin wussten, dass wir die Angebote innerhalb einer Woche wiederherstellen können würden. Wir wussten damals noch nicht über die Ausmaße der Attacke auf die Sony Online Entertainment Server Bescheid und nutzen jetzt diese Möglichkeit, das unglaublich komplexe System weiteren Tests zu unterziehen."

Die Kunden reagieren mittlerweile sehr ungehalten auf die offensichtliche Inkompetenz der handelnden Personen. Die Reaktionen gehen von offener Wut bis zu Sarkasmus wie: "Das unglaublich komplexe System scheint nur für Sony zu komplex, nicht für die Hacker."

Für das vergangene Wochenende waren weitere Hacks angedroht, bisher gibt es keine Berichte dazu. In Ankündigungen dazu sagten die Unbekannten, Sony schulde ihnen etwas, nachdem man in solch unsäglich verantwortungsloser Weise mit ihren persönlichen Daten umgegangen sei. Da Sony das anders sehe, müsse man der Firma die Augen öffnen.

Sony gerät mittlerweile an allen Fronten in schwieriges Fahrwasser, denn nicht nur die Kunden reagieren verständlicherweise ungehalten. Auch an der legalen Front droht an allen Ecken Ungemach in Form von unzähligen Anzeigen bis hin zu Kongress-Untersuchungsausschüssen in den USA. Analysten waren Mitte der Woche noch der Meinung, Sony werde das Debakel aufgrund seiner schieren Größe und Marktmacht unbeschadet überstehen.

Weiterhin vollkommen unklar ist die Rolle der Aktivistengruppe Anonymous in dieser Angelegenheit. Sony hatte letzte Woche Anonymous wieder als Schuldige ins Spiel gebracht. Sprecher der Gruppe haben das erneut vehement bestritten mit dem Hinweis, Anonymous würde keine Kreditkartendaten stehlen. Zwei angeblich ehemalige Mitglieder der sehr inhomogenen Gruppe sagten allerdings an anderer Stelle, es könnten durchaus einzelne Mitglieder der Aktivisten den Hack lanciert haben. Ein Teil der Gruppe soll die DDOS-Attaken zum Lahmlegen der Server Anfang April als Reaktion auf das juristische Vorgehen Sonys im Zusammenhang mit den Hackern der Playstation als unzureichend empfunden haben.

In der Zwischenzeit wurde auch bekannt, dass circa 2500 Datensätze aus dem Bestand von Sony für 2 Tage offen im Netz standen. Sony hat diese Panne selbst verschuldet. Nach Angaben einer Sprecherin sei beim Löschen der Daten eines Gewinnspiels aus dem Jahre 2001 ein Fehler passiert. Nachdem ein Aussenstehender Sony auf die Panne aufmerksam machte, sind diese Daten dann vom Netz genommen worden. Nach Firmenaussagen waren bei den Datensätzen, die hauptsächlich US-Bürgern gehören, keine Kreditkartendaten.

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