Sony-Hack

Sony beschuldigt Anonymous wegen des PSN-Hacks

Ein Komitee des US-Kongresses trat gestern zusammen, um die Konsequenzen des Einbruchs in Sonys Playstation Network und den Diebstahl der Kundendaten von cirka 100 Millionen Nutzern zu untersuchen. Sony musste harsche Kritik gewärtigen in Hinblick auf ihre Sicherheitspolitik und ihre verzögerte Information über den Einbruch. Sony beschuldigt seit gestern die Hackergruppe Anonymous, den Cyber-Einbruch begangen zu haben.

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Sony hatte keinen Firmenvertreter zum gestrigen Kongress-Hearing geschickt mit der Aussage, man sei zu sehr beschäftigt mit dem Beheben der Probleme aus dem Debakel.

Die republikanische Abgeordnete und Vorsitzende des Komitees für Handel und Kommerz, Mary Bono Mack, sagte dazu sinngemäß, dass, selbst wenn Sony in dem Fall das Opfer ist, der Konzern sich grober Versäumnisse schuldig gemacht hat in Bezug auf seine Sicherheitspolitik. Die tröpfchenweise Informationspolitik der letzten Wochen erzeuge zudem Misstrauen bei Menschen, die Firmen ihre Bankdaten anvertrauten. Sie fand es außerdem völlig unakzeptabel, dass Sony keinen Vertreter in das Komitee gesandt hatte. Bono nannte Sonys Vorgehen in dieser Sache "halbherzig" und "unausgegoren"

Kazuo Hirai, Executive Deputy President bei Sony, antwortete auf die Vorwürfe mit einem 8-seitigen Schreiben, dass als Faksimile und PDF vorliegt. Er stellt Sony als Opfer sehr versierter Krimineller dar. Die verzögerte Information der Öffentlichkeit und betroffener Kunden resultiere in der Tatsache, dass man nur haltbare und bestätigte Informationen herausgeben wollte.

Seit Neuestem beschuldigt Sony die Hackergruppe Anonymous, die Einbrüche im Playstation Network und dem Sony Online Dienst begangen zu haben. Die Gruppe hatte sofort nach Bekanntwerden des Einbruchs am 26. April dementiert, etwas damit zu tun zu haben. Als Beweis für die Täterschaft sieht Sony eine Datei mit dem Namen "Anonymous" und dem Satz "We are Legion" als Inhalt, die auf einem der gehackten Server lag. Diese Phrase wird von Anonymus auf von ihnen gehackten Rechnern hinterlassen.

Sony sieht hier einen Zusammenhang mit dem Lahmlegen des Playstation Netzes durch DDOS-Attaken Anfang April, zu denen sich die Aktivisten von Anonymous bekannt hatten. Hierbei ging es um Rache für das harte Vorgehen des Konzerns gegen Playstation-Hacker.

Die Hacker von Anonymous haben sich heute allerdings nochmals strikt von den Hacks gegen Sony distanziert.

Szene-Websites berichten dagegen, dass auch ehemalige Online-Mitarbeiter des SOE-Dienstes des Konzerns für den Hack verantwortlich sein könnten - Ende März wurde knapp 200 Mitarbeitern die Kündigung mitgeteilt, der Hack fand 2-3 Wochen später statt.Es wird außerdem behauptet, dass Sony von Anwendern schon Monate zuvor darauf hingewiesen worden ist, dass eine veraltete Version des Apache-Webservers zum Einsatz komme, die darüber hinaus nicht durch eine Firewall geschützt sei, aber dass der Konzern nicht darauf reagiert habe.

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