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Datenleck Skype for Android gibt private Daten preis

Ein unzureichender Schutz persönlicher Daten wird der Skype-App für Android vorgeworfen. Teil des Problems ist allerdings auch das in dieser Hinsicht völlig ungenügende Schutzkonzept des mobilen Betriebssystems. Google und die Gerätehersteller überlassen es gänzlich dem Benutzer, wie er seine Daten vor allzu neugierigen Anwendungen schützt.

Justin Case schildert auf der Website Android Police, wie er auf ein umfassendes Datenleck bei Skype for Android gestoßen ist. Er hat eine im Internet kursierende Beta-Version der Skype-App untersucht, die Videokonferenzen auf Android-Geräten ermöglichen soll. Bei der Analyse ist Case rasch darauf gekommen, dass es recht einfach möglich ist sämtliche in Skype gespeicherten Daten auszulesen.

Schlimmer noch: das gleiche Datenleck findet sich auch in der aktuellen Skype-Version für Android, die seit Oktober 2010 allgemein erhältlich ist. Die für jedes Programm zugänglichen Daten enthalten nicht den vollen Namen des Skype-Benutzers sondern auch den Stand seines Skype-Kontos, alle Kontaktdaten, Chat-Protokolle und was er sonst noch in seinem Skype-Profil gespeichert hat.

Skype hat in einer ersten Stellungnahme betont, die Privatsphäre seiner Nutzer sei dem Unternehmen wichtig. Man nehme die Angelegenheit ernst und werde, so schnell wie möglich, Abhilfe schaffen. Dazu gehöre auch die unzureichend gesetzten Dateizugriffsrechte zu korrigieren. Die Stellungnahme gipfelt in der Empfehlung, Benutzer sollten sorgfältig prüfen, welche Apps sie installieren.

Damit ist im Grunde ein weiterer Aspekt des Problems angesprochen. Das Android-Konzept ermöglicht es einem Benutzer lediglich zu entscheiden, ob er eine App mit den Rechten installieren will, die sie verlangt. Die einzige Alternative dazu ist die App nicht zu installieren. Welche Zugriffsrechte sie bekommen soll und welche nicht, kann er nicht festlegen. Hier muss Google dringend nachbessern.

 
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