Sicherheit

Skandal um Patientendaten in Schleswig-Holstein

Ende letzter Woche wurde ein Datenskandal ruchbar, der vermutlich durch technische Unkenntnis verursacht wurde. In Schleswig-Holstein standen Patientendaten psychatrischer Einrichtungen offen im Internet.

Skandal um Patientendaten in Schleswig-Holstein

© Archiv

Skandal um Patientendaten in Schleswig-Holstein

Noch sind die wahren Ausmaße des Datenlecks unklar, klar ist aber, dass das Sozial- und Therapiezentrum Brücke in Rendsburg stark betroffen war. Die "Lübecker Nachrichten" berichten, bis Donnerstag gegen 16 Uhr seien 3.593 Dokumente offenbar monatelang auf der Website des Zentrums im Internet offen einsehbar und herunterladbar gewesen.

Dabei handelte es sich laut der Zeitung um medizinische Befunde psychisch schwer kranker Menschen, psychologische Dokumentationen und Klinik- sowie Behördenbriefe. Die Zuordnung zu Patienten sei durch Klarnamen möglich gewesen.

Wie es genau dazu kam wird nun unter anderem Schleswig-Holsteins Datenschutz-Beauftragter Thilo Weichert mit einem Spezialisten-Team klären. Das Unternehmen Rebus Consulting- und Verwaltungs GmbH, bei dem die Panne auftrat, ist ein Tochterunternehmen des Therapiezentrums Brücke und wird jetzt dem Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) Rede und Antwort stehen müssen. Das Unternehmen ist für die Datenhaltung von insgesamt fünf sozialen Diensten in Deutschland verantwortlich.

Jörg Clausen von Rebus GmbH sagt dazu: "Wir haben bislang keine Erklärung, wie das passieren konnte. Wir haben stets alles getan, diese vertraulichen Daten zu schützen."

Thilo Weichert, der keinen vergleichbaren Datenskandal in Schleswig-Holstein kennt, sagte: "Das ist eine Katastrophe. Wenn diese sensiblen Daten aus dem Internet kopiert wurden und herumgereicht werden sollten, ist der Schaden für die Patienten irreparabel". Es stellt sich nun auch die Frage, ob man die psychisch kranken Patienten über den Bruch der Vertraulichkeit ihrer Daten informiert. Bei gesunden Personen wäre das Pflicht. Bei den Patienten in diesem Fall ist allerdings nicht klar, wie diese Information sich auf sie auswirken würde. 

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