Shitstorm

Werbeaktion von Shell endet mit PR-Debakel

Eine Werbeaktion von Shell, im Tausch gegen Treupunkte ein kostenloses Amazon Kindle zu bekommen, endete im PR-Desaster. Wütende Kunden traten einen regelrechten Shitstorm auf Facebook und Twitter los.

Kindle Paperwhite E-Reader

© Amazon

Kindle Paperwhite E-Reader

Auf Facebook und Twitter beschwerten sich wütende Kunden aufgrund der gescheiterten Werbeaktion, in der Shell seinen Kunden einen Kindle von Amazon im Tausch gegen Treuepunkte versprach. Diese Aktion endete jedoch als gewaltiges PR-Desaster. Wer innerhalb eines Monats in Shell-Tankstellen 999 Treuepunkte sammelte, sollte den E-Book-Reader am 2. Mai geschenkt bekommen. Dafür hätten Autofahrer einige Liter Benzin oder Diesel tanken müssen, denn für den hauseigenen Treibstoff gab es nur fünf oder mit einer ADAC-Mitgliedskarte bestenfalls zehn Punkte pro getanktem Liter.

Wesentlich attraktiver war da eine Alternative: Schokolade! Eine Tafel Ritter Sport oder ein Bounty für 1,20 Euro brachte nach Angaben des Schnäppchenportals MyDealz.de an manchen Tagen bis zu 100 Punkte, sodass man theoretisch nur 10 Euro investieren musste, um einen Amazon Kindle im Wert von 129 Euro zu erhalten. Dementsprechend schnell waren die Süßigkeiten in vielen Tankstellenläden restlos ausverkauft.

Das enorme Ersparnis lockte wesentlich mehr Interessentan an, als Shell erwartet hatte. Dies führte dazu, dass der Mineralölkonzern nach eigenen Angaben Kindles nachbestellte, so dass letztlich 10.000 Geräte zur Verfügung standen. Obwohl ursprünglich geplant war, dass die Kindles vor Ort an den Tankstellen abgeholt werden können, ermöglichte Shell am 2. Mai ab 10 Uhr letztendlich die Bestellung der Geräte über seine Homepage.

Der große Andrang ließ den Server jedoch abstürzen, sodass die Seite teils nicht erreichbar war und selbst wenn Kunden es schafften, die Prämie in den Warenkorb zu legen, konnten sie die Bestellung in vielen Fällen nicht abschicken. Shell zufolge wurden 40-mal mehr Aufrufe der Homepage verzeichnet als üblich.

Nach drei Stunden waren die 10.000 E-Reader bereits vergriffen und viele Kunden gingen leer aus. Die wütenden Schnäppchenjäger machten daraufhin ihrem Ärger auf Facebook und Twitter Luft und schimpften über den Konzern, der eigentlich mit dieser Treuepunkte-Aktion die Kundenbindung stärken wollte.

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