RedTube-Abmahnung

Ausweitung der Abmahn-Welle und Gegenwehr der Porno-Streamer

Der Fall um die RedTube-Abmahnungen soll sich nach dem Willen der Abmahnkanzelei auch auf andere Porno-Portale ausweiten. Gleichzeitig regt sich Gegenwehr gegen die rechtlich zweifelhaften Streaming-Abmahnungen bei den angeblichen Erotik-Streamern.

Abmahnung wegen Pornos: Bei RedTube soll nicht Schluss sein. Zudem regt sich Widerstand.mahnt.

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Abmahnung wegen Pornos: Bei RedTube soll nicht Schluss sein. Zudem regt sich Widerstand.mahnt.

Neues zur RedTube-Abmahnung: Über 10 000 Menschen haben bereits Abmahnungen wegen der Nutzung von Porno-Streaming-Angeboten auf der Plattform RedTube erhalten. Wir berichteten über diese "konzentrierte Aktion" in unserer just verlinkten Meldung zum Thema. Es sollen noch mehr werden. Laut Presseberichten erklärte Thomas Urmann von der  Rechtsanwaltskanzlei Urmann + Collegen, man habe bereits in anderen Portalen ermittelt und plane, "in den kommenden Monaten auch Nutzer anderer Portale anzuschreiben".

Wie es scheint, versuchen die Abmahnkanzeleien zur Zeit, ihre Geschäftsfelder auszuweiten. Die Geschäfte aus Abmahnungen von Tauschbörsen-Nutzern sind wohl stark zurückgegangen. Sie waren vor ein paar Jahren, nach der Urheberrechtsnovelle in 2008, richtig lukrativ geworden und hatten ihren Höhepunkt etwa 2010 erreicht. Damals hatte allein die Telekom als größter DSL-Provider 2,45 Millionen Kundenauskünfte erteilt. Nunmehr sei auf Peer2Peer-Netzwerken "niemand mehr unterwegs, dabei kommen nicht genügend Fälle zusammen", so Urmann vor der Presse.

Gegen die Abmahner regt sich auch Widerstand. Wir berichteten bereits über die Gegenklage zur RedTube-Abmahnung, die von einigen der Betroffenen erhoben wurde. Anwälte von der Seite der Betroffenen wie Rechtsanwalt Michael Voltz sprechen bereits davon, dass sich das Verhalten der Abmahner als ein "klassisches Eigentor der Rechtsgeschichte in der Abmahnpraxis herausstellen" könnte, da die zu Unrecht Abgemahnten Anspruch auf die Erstattung ihrer Kosten haben. Dem entgegen steht vermutlich die Scham vieler der ertappten Streamer, die lieber stillschweigend zahlen als zur Gegenwehr zu schreiten.

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