Kooperation

Red Bull und Kathrein stellen Sat-Receiver vor

Receiver-Hersteller Kathrein und Energy-Drink-Hersteller Red Bull haben sich zusammengetan. Auf dem Salzburger Flughafen stellten sie den Sat-Receiver UFS 924 mit integriertem Red-Bull-Portal vor.

Red Bull Flughangar

© Hersteller/Archiv

Red Bull Flughangar

Ein Gespann der Gegensätze: Auf der einen Seite steht Kathrein, ein bodenständiger, alteingesessener Antennen- und TV-Receiver-Entwickler, der sich auf seine traditionellen technischen Qualitäten stützt. Auf der anderen Seite steht Red Bull, ein erst in den 80er-Jahren gegründeter Tausendsassa mit vielfältigen internationalen Aktivitäten. Ein schillerndes Unternehmen, das spektakuläre Sport-Events fördert und dessen Drink Flügel verleiht. Vor allem dem Unternehmen selbst, dem er Milliarden-Einnahmen beschert.

Zwei äußerst unterschiedliche Partner, die seit Neuestem etwas verbindet: eine Set-Top-Box. Sie soll im multimedialen Zeitalter, das Fernsehen und Internet gekonnt miteinander verheiratet, weitere innovative Services im Wohnzimmer platzieren. Kern des Konzepts ist das Red-Bull-Portal, das beide Firmen unlängst in einer Veranstaltung glamourös präsentierten.

Test: Kathrein UFS 924

Der große Hangar 7 am Salzburger Flughafen schien gerade angemessen genug, um die neue Box und deren Internet-Dienste vorzustellen. Hilfreich: Auch der Hangar gehört Red Bull.

Geradezu als Kontrapunkt zu diesem Glamour trägt der leistungsstarke Media-Receiver Kathrein-typisch die schlichte Bezeichnung UFS 924 . Es handelt sich um eine Satelliten-TV-Box, die bekannte Kathrein-Tugenden mit den Ideen aus dem Hause Red Bull kombiniert. Das Ergebnis ist ein High-End-Receiver, der Komfort, Spaß und neueste Technik vereint.

Multimedial zeigt sich nicht nur das exklusive Red-Bull-Portal, das mit Inhalten aus der Welt des Red Bull Media House aufwartet. Kathrein kennt sich auch schon längst mit HbbTV-Diensten aus. Ebenso stehen YouTube und Internet-Radio auf dem Programm.

Von früheren Boxen bekannt ist zudem der herausragende tvtv-Programmführer, der umfassende und sogar mit dem iPad abrufbare Senderinformationen zur Verfügung stellt. Sendungen sind über ihn selbst von unterwegs aus für Aufnahmen programmierbar.

Die Welt von Red Bull

Die Red-Bull-Welt ist fast unüberschaubar vielfältig. Die beiden roten Stiere tauchen im Formel-1-Rennsport auf, bei Drachenfliegern, bei Motorrad-Abenteuerfahrten oder etwa im Fußball. Ganz nach dem Motto "Red Bull verleiht Flügel" ist das Unternehmen zudem Hauptsponsor zahlreicher Extremsportarten.

Der neueste und wohl spektakulärste Coup ist der Fallschirmsprung des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner aus der Stratosphäre gewesen. Der Fall ins Nichts am 14. Oktober 2012 brach gleich mehrere aeronautische Weltrekorde.

Die Grundlage für dieses Engagement bildet der dazu passende Energy-Drink Red Bull. Firmengründer Dietrich Mateschitz beobachtete in den 80er-Jahren auf einer Firmenreise in Südostasien den starken Trend zu den flüssigen Muntermachern. Er erwarb daraufhin Lizenzrechte an der thailändischen Marke Krating Daeng, was übersetzt etwa "roter Stier" bedeutet.

Kaufberatung: Smart-TV-Portale im Test

Der Rest ist Geschichte. Die Marketing-Entdeckung des Chefs: Energiespender, Sport und jugendliche Käufer passen bestens zusammen. Inzwischen sind die gesponserten Aktionen Werbeträger und zugleich Einnahmequelle. So verkauft Red Bull Kleidung, Poster, Spielzeug, Sammlerstücke und alles, was sich sonst noch so anbietet rund um die unterstützten Sport-Events. Werbewirksam sind auch "The Flying Bulls": eine eigene, voll einsatzbereite Flugstaffel, die sich das Unternehmen leistet und im Hangar 8 des Salzburger Flughafens steht.

Es scheint also wenige Berührungspunkte mit Kathrein zu geben. Doch weit gefehlt:

  • Da ist erst einmal die räumliche Nähe. Der Firmensitz von Red Bull ist Fuschl am See im österreichischen Bundesland Salzburg. Die Kathrein-Werke stehen im bayerischen Rosenheim. Gerade mal rund 120 Kilometer trennen die beiden voneinander.
  • Red Bull steckt weitaus tiefer im multimedialen Zeitalter, als es scheint. In der 2007 gegründeten Red Bull Media House GmbH bündelt das Querdenker-Unternehmen verschiedene Medienaktivitäten. Sie hat den Lokalsender SalzburgTV übernommen, aus dem 2009 der inzwischen über die österreichischen Grenzen hinaus bekannte Fernsehsender ServusTV hervorging. Er überträgt mittlerweile auch HbbTV-Services.
  • Ins Mobilfernsehen investierte das Unternehmen ebenfalls, und sogar Mobilfunkverträge standen bereits im Angebot. Eine Red-Bull-App gibt es auch, und im Zeitschriftengeschäft aktiv ist es mit dem Titel Servus in Stadt & Land.
  • Doch das ist längst nicht alles. In die Produktion von Filmen und TV-Sendungen ist das Red Bull Media House ebenfalls eingestiegen. Die Terra Mater Factual Studios (TMFS) bietet vor allem Features und Dokumentationen. Den vorläufigen aktuellen Höhepunkt stellt die Gründung eines Ablegers in der US-Film-Metropole Los Angeles dar. Kurz: Red Bull hält ein breites, selbst produziertes Medienangebot bereit, mit dem sich ein eigenes Home-Entertainment-Angebot gut befüllen lässt.

Dieser Meinung war schließlich auch Kathrein. Stetig auf der Suche nach Verbesserungen und neuen Services, die sich von der zum Teil mächtigen Konkurrenz aus der eigenen Branche abheben können, gingen sie auf den vielseitigen Nachbarn zu. Red Bull zeigte sich von der Idee angetan, gemeinsame Sache zu machen - und prompt stand die Kooperation.

Kathrein-Receiver: Die Technik passt zu den Inhalten

Entwickler aus den beiden Häusern wurden sich schnell über die Anforderungen an den Receiver mit seinem Service-Angebot einig: Hochqualitativ produzierte Inhalte müssen flott auf den Schirm zu zaubern sein. Das verlangt kurze Start- und Ladezeiten. Auch künftige inhaltliche und technische Erweiterungen sollten möglich sein. Darüber, dass sich die passenden Partner für das Projekt gefunden haben, sind sich beide Seiten einig.

Interview: Andreas Gall über Red Bull und Servus TV

Erich Rock, bei Kathrein für das Projekt verantwortlich, schwärmt von Red Bull als "extrem innovative Marke", die Content auf Top-Niveau produziere. Als Beispiele führt er spektakuläre, mit Helmkameras aufgenommene Sport-Action-Dokus an sowie die hervorragende High-Definition-Bildqualität des Senders ServusTV. Andreas Gall, Geschäftsführer von Red Bull Media House, weiß im Gegenzug, dass Kathrein "bekannt für seine qualitativ hochwertigen Produkte ist" und als ein sehr beständiger Partner gilt.

Die Begeisterung füreinander mündete schließlich in clevere Konzepte. Damit Red Bull bestmögliche Bildqualität liefern kann, überprüft die Box etwa automatisch und stetig, mit welcher Datenrate die Bilder über den Internet-Anschluss ankommen können. So genießt der TV-Internet-Gucker hohe Bildschärfe, ohne in seinen Anschluss-Unterlagen stöbern oder selbst Menüeinstellungen vornehmen zu müssen.

Zudem werden temporäre Engpässe erkannt: Sinkt wegen Überbelastungen die maximale Datenrate, soll die Box das merken und den Datenhunger der Übertragung entsprechend verringern. So sinkt zwar die Schärfe, zu Bildausfällen oder -ruckeln kommt es dagegen nicht.

Kaufberatung: Die besten Netzwerk-Media-Player

Eine weitere clevere Idee: Für die Übertragung spezieller, vielleicht besonders datenintensiver Kost haben Red Bull und Kathrein einen "Push-Dienst" organisiert. Dabei schaltet sich die Box nachts ein und erhält via Satellit Clips und Sendungen zugespielt, die sie auf ihrer integrierten Festplatte speichert. 3D-Sendungen etwa finden auf diese Weise samt Surround-Sound ihren Weg zum Fernseher. Explore The Latest Arrivals heißt der Überraschungsdienst. Wer ihn nicht möchte, deaktiviert die Funktion einfach.

Ebenfalls wichtig ist Wake on LAN für die Fernprogrammierung von Aufnahmen. Dank des integrierten Standards kann man via Internet die Box aus ihrem Standby-Schlummer wecken und Informationen zuspielen.

Die Portaldienste von Red Bull

Klar ist, dass die Red-Bull-Portaldienste sich stetig erweitern sollen. "Wir möchten vom Konsumenten lernen, was ihm am besten gefällt", erklärt Media-House-Chef Gall. Dabei soll Produktionsqualität eindeutig vor Masse stehen. So erhalten etwa für ServusTV in High Definition produzierte Reportagen ihren Platz in der Mediathek des Portals. Wer bereits einmal auf den HD-Sender geschaltet hat, weiß, dass hier tatsächlich phänomenale 1080i-HD-Kost zu sehen ist.

Ein weiteres Portalangebot lautet ServusTV Bilderwelten. Dort findet man ruhig gehaltene, aber hochwertige Bildeindrücke, die entspannende Wirkung haben sollen und gleichzeitig aus dem Fernseher einen Bilderrahmen machen. "Wir haben festgestellt, dass es solche Angebote noch nicht gibt, aber durchaus ein Bedürfnis bei den Kunden besteht", erläutert Gall. Wer lieber akustisch chillen möchte, schaltet statt des Bildreigens den Musikkanal des Portals ein.

Das Red Bull Media House bastelt bereits an Neuem. Bis Ende März soll es den Kunstkanal ikonoTV per Update auf dem Bildschirm geben, zudem feiern Vollpanorama-Events ihre TV-Premiere. Hier navigiert man mit Hilfe der Fernbedienung mit 360-Grad-Rundumblick auf eigene Faust durch verschiedene Event-Szenen.

Auf diese Weise drückt sich die Neigung von Red Bull zu spektakulären Auftritten in spektakulären Diensten aus. Und das ist sicherlich im Sinne aller Multimedialisten.

Kathrein UFS 924

© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Hersteller

Der Sat-Receiver Kathrein UFS 924 hat das Smart-Portal von Red Bull integriert.
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© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Hersteller

Der Red Bull Drink soll für gebündelte Energie stehen. Entsprechend unterstützt das Unternehmen Extremsportarten, die werbewirksam für Aufmerksamkeit sorgen.
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© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Hersteller

Red Bull unterhält eine eigene Flugflotte am Salzburger Flughafen.
Weltraumsprung Felix Baumgartner

© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Hersteller

Käufer des Kathrein UFS 924 finden den Weltraumausflug des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner als 3D-Trailer auf der integirerten Festplatte.
Kathrein UFS 924

© Josef Bleier, Stefan Rudnik, Hersteller

Die ServusTV Bildwelten sollen für Entspannung sorgen.

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