AMD-Grafikkarte

Radeon RX Vega 64: Schlechte Verfügbarkeit und hohe Preise wegen Mining?

Am 14. August war Release-Date der AMD Radeon RX Vega 64. Die Bestände nahmen schnell ab und teilweise stieg sogar der Preis. Ist das Ethereum-Mining schuld?

AMD: Radeon RX Vega 64 mit drei Kühlern

© AMD

Die Radeon RX Vega 64 kommt mit drei Kühlern zu einem Preis von 499 bis 699 US-Dollar - eigentlich.

Die Radeon RX Vega 64 ist neben der RX Vega 56 AMDs neue High-End-Grafikkarte für Gamer. Nach der Enthüllung Ende Juli folgte der Release der Vega 64 am 14. August. Die Vega 56 kommt etwas später. Die Preise sollten eigentlich bei 399 US-Dollar (ohne Steuern) für die Vega 56 und 499 US-Dollar (ebenso ohne Steuern) für die Vega 64 beginnen. Ein Blick in einschlägige Online-Shops und auf Preisvergleichsseiten offenbart jedoch, dass die Euro-Preise nicht nur mehr als gesalzen sind, sondern die Verfügbarkeit mehr schlecht als recht ist.

Selbst mit der hiesigen Mehrwertsteuer und dem bekannten „Euro-Aufpreis“ für Technikprodukte lässt sich ein Preis von zuerst ab 609 Euro zumindest für eine einfache Radeon RX Vega 64 in der Black Edition (Referenzdesign) nur schwer verschmerzen - es gibt die mehr als ebenbürtige Geforce GTX 1080 von Nvidia schließlich schon für günstigere Anschaffungskosten zu kaufen.

Den Preis von 609 Euro entdeckten wir anfangs bei vielen Händlern. Mittlerweile stiegen die Preise sogar schon auf rund 650 Euro. Und die ersten Modelle sind nur teilweise lieferbar. Oft gibt es nur kleine Bestände, bei denen der Verkäufer aktuell Nachschub verspricht, oder lediglich angibt, nachbestellt zu haben. So etwa bei Caseking, Alternate oder Mindfactory.

Bei den genannten Händlern gibt Mindfactory übrigens an, dass Nutzer maximal zwei Grafikkarten bestellen können. Das weckt Erinnerungen an den Juli, als der Mining-Boom rund um Ethereum Grafikkarten-Bestände schrumpfen und für kurze Zeit aus dem Online-Shop des norddeutschen Händlers verschwinden ließ. Zusammen mit steigenden Preisen erhärtet sich der Verdacht zumindest, dass Miner bzw. Mining-Unternehmen wieder ihre Finger im Spiel haben.

Gerüchteweise sollte die Radeon RX Vega 64 ganze 70 bis 100 Megahashes pro Sekunde (MH/s) erreichen. Das ist eine Geschwindigkeitsangabe, die zusammen mit dem Stromverbrauch die Effizienz für das Mining von entsprechender Hardware angibt. Sollte sich dies bewahrheiten, stehen Gamer wohl weiterhin schlechte Zeiten bevor, wenn sie eine Grafikkarte kaufen wollen.

Radeon RX Vega 64: (Noch) kein Mining-Wunder

In der Realität sieht es immerhin noch (!) ein bisschen ernüchternder für Ethereum-Miner, aber dafür besser für Gamer aus. Laut verschiedenen Tests schafft die Radeon RX Vega 64 im Werkszustand 31 MH/s. Bios-Anpassungen sind bislang noch nicht möglich. Diese ermöglichen Bastlern, u.a. die VRAM-Timings zu aendern, um die Mining-Geschwindigkeit von AMD-Grafikkarten zu verbessern. Der Ethereum-Algorithmus profitiert mehr von aggressiveren Speichereinstellungen als einem höheren GPU-Takt.

Lesetipp: Radeon RX Vega 64 & 56 - Release, Preis und Benchmarks

Mit reinem Übertakten von VRAM oder GPU erhielten Miner Berichten zufolge etwa 35 MH/s. Damit ist die AMD-Karte knapp schneller als eine gut optimierte Nvidia Geforce GTX 1070, verbraucht dabei aber mehr als doppelt so viel Strom. Das macht Mining zumindest von Ethereum mit der RX Vega 64 uninteressant, solange Entwickler und Bastler nicht mehr aus der neuen AMD-Grafikkarte holen können oder auf eine Ethereum-Alternative umsteigen. Doch dort wiederum bekommen Miner bei Nvidia effizientere oder zumindest gleichwertige Chips für Ihre Maschinen.

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