Datenschutz-App

Privatsphäre unter Android besser schützen

US-Forscher haben untersucht, wie sich Android-Nutzer besser vor Datendiebstahl durch zweifelhafte Apps schützen können. Sie haben eine Beispiel-App entwickelt, die eine granulare Zuweisung von Zugriffsrechten an einzelne Apps ermöglicht. Mit den Bordmitteln von Android ist das nicht möglich, was die Forscher heftig kritisieren.

Privatsphäre unter Android besser schützen

© Department of Computer Science, NC State University

Privatsphäre unter Android besser schützen

Der Schutz persönlicher Daten, die Anwender auf ihren Smartphones speichern, ist bei Android-Geräten allein Sache des Benutzers oder des Herstellers einer App, die Daten speichert. Das Betriebssystem bietet dem Benutzer keine Handhabe seine Daten vor dem unerwünschten Zugriff installierter Anwendungen zu schützen. Er kann nur entscheiden, ob er eine App mit den von dieser angeforderten Zugriffsrechten installiert oder es bleiben lässt.Yajin Zhou, Xinwen Zhang, Xuxian Jiang und Vince Freeh von der North Carolina State University haben eine Arbeit mit dem Titel "Taming Information-Stealing Smartphone Applications (on Android)" (TISSA) veröffentlicht, die sie im Juni auf der Sicherheitskonferenz TRUST 2011 in Pittsburgh, Pennsylvania, vorstellen wollen. Sie haben eine Anwendung entwickelt, die Android-Benutzer installieren könnten, um die Zugriffsrechte einzelner Apps zu steuern - den "Privacy Setting Manager". Das TISSA-Tool schiebt sich als eine Art Vermittler zwischen das Mobiltelefon und die installierten Anwendungen. Es ermöglicht so eine feinere Kontrolle darüber, auf welche Daten eine App zugreifen darf. So mag eine Wetter-App sinnvollerweise auf GPS-Daten zugreifen, um einen lokalen Wetterbericht zu liefern. Auf das Adressbuch des Benutzers muss sie hingegen nicht unbedingt Zugriff erhalten.Vince Freeh, Informatik-Professor an der NC State University, kritisiert, dass Googles Sicherheitskonzept für Android viel zu grob sei und sehe keine Kontrolle über die Zugriffsrechte ermögliche. Das von Freeh et.al. entwickelte TISSA-Tool könnte hier Abhilfe schaffen. Es ist derzeit allerdings nur eine Machbarkeitsstudie und noch nicht erhältlich. Der jüngste Vorfall bei der Skype-App für Android zeigt, es wäre bitter nötig.

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