Porno-Streaming

Großbritannien verbietet Extrem-Praktiken bei Sexfilmen

Porno-Gucker in Großbritannien müssen in Zukunft auf verschiedene Stellungen und Praktiken verzichten: Die britische Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, das fragwürdige Praktiken in Streams untersagt.

Pornos bei Google

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In Deutschland landet jeder achte Klick auf einer Porno-Webseite.

Porno-Filme in Großbritannien erhalten einen weiteren Einschnitt: Wie der Independent berichtet, hat die britische Regierung Erotikstreifen verboten, in denen diverse Praktiken und Stellungen auftauchen. Näher spezifiziert wird das Verbot in den Audiovisual Media Services Regulations 2014 zu VoDs.

Verboten werden dabei Varianten des Sadomasochismus und andere Praktiken, die von britischen Sittenwächtern sogar als lebensgefährlich eingestuft werden.

Das Verbot greift ab sofort bei allen Pornoproduktionen und Streaming-Seiten, die diese Erotikfilme anbieten. Bereits zuvor wurden solche Regelungen vom British Board of Film Censors für DVDs erlassen, welche nun auf Streaming-Dienste ausgeweitet werden.

Die spezifische Zensur ist eine Konsequenz des britischen Porno-Filters, der Mitte 2013 für einen Großteil der Internetnutzer in Großbritannien durchgesetzt wurde. Durch den Filter wurden aus Jugendschutzgründen sämtliche nicht jugendfreien Seiten auf eine Blacklist gesetzt, die bisweilen aber auch bei harmlosen Seiten für Probleme sorgte.

Zur Erweiterung des Filters äußerte sich Jerry Barnett, Mitglied der Anti-Zensur-Gruppe Sex and Censorship, zum Magazin Vice UK: "Das ist wirklich eine merkwürdige Sache. Die [ganzen] Regelungen sind eine bizarre und beliebige Aneinanderreihung und wurden von Menschen gemacht, die seit Ewigkeiten dafür kämpfen, den Briten das Porno-Gucken zu verbieten."

Auch Erika Lust, Regisseurin von erotischen Filmen, ergänzte ihre Meinung zum erneuerten Pornofilter. So dürfe man bei allen Jugendschutzgedanken nicht vergessen, dass Erziehen und Aufklären wichtiger seien als Regulieren.

Mehr zum Porno-Filter:

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