Popcorn Time Nachfolger

Kim Dotcom warnt Hollywood vor zunehmendem illegalen Streaming

Der im Februar gestartete, größtenteils illegale Streaming-Dienst "Popcorn Time" war schnell down. Kim Dotcom warnt Hollywood nun vor ähnlichen Diensten.

Nach dem Aus für Popcorn Time warnt Dotcom vor zunehmendem Streaming.

© Photo-K - Fotolia.com

Nach dem Aus für Popcorn Time warnt Dotcom vor zunehmendem Streaming.

Kostenlose Kinofilme: Das versprach der im Februar gestartete Streaming-Client Popcorn Time. Das Programm war plattformübergreifend für Windows, Linux und Mac OS X erhältlich. Es erinnerte in seiner Aufmachung stark an kostenpflichtige Online-Videotheken wie Watchever, Amazons Prime Instant Video oder das große US-Portal Netflix.

Unter der Haube des Programms steckte allerdings kein legaler Datenpool, sondern ein Torrent-Client. Hiermit wurden illegale Filmkopien mittels BitTorrent-Protokoll direkt aus Tauschnetzwerken gestreamt. Beim Programmstart wurde der Nutzer durch ein Popup-Fenster sogar gewarnt: "Popcorn Time lädt Filme über sogenannte Torrents hoch und runter. Dies kann in einigen Ländern illegal sein."

Nach deutschen Gesetzten ist der User hier eindeutig in der Verantwortung. Anders als bei den umstrittenen Redtube-Abmahnungen handelt es sich bei brandneuen Kionofilmen um "offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlagen."

Auf der offiziellen Entwickler-Seite ist das Programm nicht mehr erhältlich. Da die Entwicklung jedoch quelloffen geschah, ist das Projekt damit nicht vom Netz, sondern lebt inoffiziell weiter. Zur Zeit soll es in einer Version Beta 0.2.7 auf Github zu finden sein.

Der durch seine umstrittenen Videoportale prominent gewordene Kim Dotcom, der zur Zeit den Filehoster Mega betreibt, äußerte sich in einem Inteview zu diesen Vorgängen. Seiner Meinung nach zeigen Torrent-Programme wie Popcorn Times Grenzen der bisherigen Vertriebswege auf. Hollywood könne den Kampf gegen Piraterie nicht mit "Vollstreckungsmaßnahmen und aggressiven Gesetzen und Abkommen gewinnen." Hollywood könne das "Katz-und-Maus Spiel nicht mit Zwang, sondern nur mit intelligenteren Internet-Angeboten gewinnen", so der Internet-Unternehmer. Auch die Zerstörung seines ehemaligen Portals "Magauplaod" habe Hollywood nichts gebracht, da "Piraterie mehr denn je praktiziert" werde.

Mehr zum Thema

Popcorn Time Webseite
Illegales Filesharing

Anwälte weisen auf eine Abmahnwelle im Zusammenhang mit der Video-Plattform Popcorn Time hin. Nutzer des vermeintlichen Streaming-Portals erhalten…
Symbolbild: Recht
Redtube-Abmahnung

Die Redtube-Abmahnungen werden für Ex-Anwalt Urmann zu einem immer größeren Bumerang. Ein Gericht verurteilte den Abmahnanwalt zu Schadensersatz.
Symbolbild: Filesharing
BitTorrent-Gerichtsurteil

Ein US-Gericht wies die Klage von "Manny Film" ob des illegalen BitTorrent-Downloads von "Manny" ab. Eine IP reiche nicht aus, um Filesharer zu…
Symbolbild: Filesharing
Kopfgeld, Überwachung & Co.

Wie der Antipiraterie-Verband FACT in UK Jagd auf Filmpiraten macht: Neben Kopfgeld gibt es auch Überwachung in Kinosälen und auf Facebook.
netload.in: Screenshot des Nachfolgers
Nach Rapidshare

Der One-Click-Hoster Netload.in ist offline: per einstweiliger Verfügung, nachdem die Betreiber nicht ausreichend auf gemeldete Raubkopien…