Adobe setzt voll auf die Creative Cloud

Photoshop und Co. nur noch im Abo

Adobe stellt die Creative Suite ein und setzt nun voll auf die Creative Cloud. Auch Einzelprogramme wie Photoshop sind damit künftig nur noch über ein monatliches Abo erhältlich.

Adobe Creative Cloud

© Screenshot / Adobe

Adobe Creative Cloud

Genau vor 18 Monaten hat Adobe die Creative Suite CS6 mit Integration einer Creative Cloud vorgestellt. Nun verändert Adobe das Konzept: Aus den Programmen der Creative Suite, die bisher auf die Abkürzung CS hörten, werden nun Creative-Cloud-Produkte, die als neue Abkürzung CC tragen. Mit dabei der Photoshop CC.

Photoshop-Anwender werden dabei zuerst einmal schlucken, denn mit dem Photoshop CC gibt es keine Box-Version mehr. Auch eine Creative Suite CS7 wird es nicht geben. Adobe setzt nun voll auf ein Abomodell (siehe unten).

Besonders stolz präsentierten die Adobe-Entwickler die leichten Updatemöglichkeiten, die nun mit einem Klick erledigt sein sollen, sowie die umfangreiche Hilfe und den Ratgeberbereich für alle Anwendungen. Von anderen Cloudanbietern absetzten will sich Adobe mit den Voransichten von offenen Dateien aller Programme der Creative Cloud. InDesign-Dokumente oder PSD-Photoshopdaten können andere Cloud Anbieter tatsächlich nicht zeigen, wobei Adobe das sogar auf mobilen Geräten wie dem iPhone auf der Adobe Max Creativity Conference live vorführte. 

Neuerungen in Photoshop CC

Im Photoshop CC ist nun die Anwendung Camera Raw als Filter integriert, wobei die Oberfläche identisch ist. Allerdings bietet das Filterwerkzeug nun deutlich mehr mehr manuelle Eingriffsmöglichkeiten. Als Highlight zeigte Adobe Radial-Verlaufsfilter. Die Idee dabei: Man definiert nun mit Kreisen Bildbereiche, die sich dann getrennt regeln lassen, wobei die Software mit einem weichen Rand arbeitet. Die Idee ist übrigens nicht ganz neu: Die erst kürzlich von Google übernommene Software Nik Viveza bietet diese dort U-Point genannte Bedienung schon einigen Jahre.

Auch an der Reduzierung von Bewegungsunschärfe hat Adobe gearbeitet. So bietet der Photoshop CC nun eine automatischer Analyse. Dazu definiert der Fotograf einen oder mehrere Bildbereiche, die Software analysiert und verändert gezielt in diesen Bereichen die Schärfe, wobei man auf der Bühne mutig ein recht unscharfes Blumenbild zeigte, das anschließend recht ordentlich aussah.

Adobe Mighty - erstmals Hardware von Adobe

Daneben präsentierte Adobe seine erste Hardware: Adobe Mighty, einen Zeichenstift inklusive digitalem Lineal, mit dem man auf einem Pad direkt schreiben und malen kann. Dabei arbeitet der Mighty-Stift über den Zwischenspeicher der Cloud, so dass man aufgenommende Elemente auf einem anderen Tablet einfügen kann.

In diesem Video stellt Michael Gough, VP Product Experience, das Project Mighty vor:

Weiterhin kann man die Programme innerhalb einer "Adobe Creative Cloud"-Mitgliedschaft auf zwei Rechnern installieren. Adobe synchronisiert dabei die persönlich gemachten Voreinstellungen auf beiden Rechnern. Auch durch Apps will man die Cloud attraktiv machen: Mit einem überarbeiteten Kuler-App kann man ab sofort Farben in der Realität einfangen und über die Cloud an eine Anwendung schicken, wobei das zuerst einmal im Illustrator klappt, denn hier lassen sich die Kuler-Farbpaletten aus der Cloud direkt aufrufen. Ob auch der Photoshop auf die Farbpaletten zugreifen kann ist noch unklar.

Neuheiten bei After Effects CC

Auf der Bühne kamen die Videoschnittanwendungen sehr kurz, auch wenn Jeason Levine immerhin After Effects CC präsentierte. Ab sofort ist bei After Effects Maxons Cinema 4D lite mit dabei. Der Hintergrund: Es findet nun, wie innerhalb der Creative-Cloud-Produkte ein Austausch von Parametern statt, so dass man künftig weniger Rendern muss. Änderungen in der 3D-Software lassen sich direkt und die Parameter in das After-Effects-CC-Projekt übernehmen.

Als weiteres Highlight auf der Bühne: Das verbesserte Rotoscoping. In After Effects kann man nun, wie bei Photoshop mit einem Einzelbild schon länger, via Pinsel den Vordergrund vom Hintergrund trennen - auch bei schwierigen Objekten wie zum Beispiel Blättern. Die Software analysiert dann das Video zuverlässig, so dass der Himmel mal eben umgefärbt oder ausgetauscht werden kann.

Ratgeber Photoshop: So arbeiten Sie mit Smart-Objekten

Adobe Creative Cloud: Preis und Verfügbarkeit

Der normale Preis für das Abo der Adobe Creative Cloud liegt bei 61,49 Euro pro Monat inklusive nun 20 Gigabyte Cloudspeicher. Der Preis für die Schüler-, Studenten- und Lehrer-Version liegt bei 19,99 Euro. Wer nur eines der Programme der Creative Cloud nutzen will, kann ein Einzel-Abo für 24,59 Euro im Monat abschließen.

Der Wechsel auf die neuen Apps der Creative Cloud soll mit einem Update am 17. Juni 2013 kommen. Um den Übergang attraktiv zu machen, hat Adobe einige Angebote für Bestandskunden: CS6-Besitzer bekommen das erste Jahr zum Preis von 24,59 Euro im Monat, wer eine  CS 3 bis 5 sein Eigen nennt, zahlt das erste Jahr einen Preis von 36,89 Euro im Monat. Einzelne Apps gibt es für Bestandskunden für das erste Jahr zum Preis von 12,29 Euro im Monat.

Adobe Photoshop CC

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Adobe Photoshop CC

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Project Mighty

Quelle: Adobe Creative Cloud
4:25 min

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