Trend

Phishing- und Malware-Seiten legen wieder zu

Seit fünf Jahren betreibt Google seinen Dienst Safe Browsing, der vor dem Besuch gefährlicher Web-Seiten warnt. Nach einem längeren Abwärtstrend zeigt die Zahl täglich neu entdeckter, potenziell schädlicher Seiten wieder eine Tendenz nach oben.

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© Google

Googles Dienst Safe Browsing ist die Basis für Warnmeldungen der Browser Chrome, Firefox und Safari sowie in den Ergebnisseiten der bekannten Suchmaschine. Wie Niels Provos im Blog des Google Security Teams berichtet, setzen etwa 600 Millionen Internet-Nutzer einen dieser Browser ein. In den Trefferlisten der Suchmaschine werden täglich 12 bis 14 Millionen Warnmeldungen angezeigt. Seine Kollegen und er entdecken täglich 9500 Malware-Seiten.Niels Provos unterscheidet bei den schädlichen Websites zwischen infizierten (gehackten), an sich legitimen Websites und solchen, die speziell für Angriffe auf Internet-Nutzer erstellt werden. In der ersten Gruppe ist die Anzahl nach einem Höchststand im Jahr 2009 wieder abgesunken. In der zweiten Kategorie ist, nach Spitzenwerten in den Jahren 2010 und 2011, die Anzahl schädlicher Web-Seiten gegen Ende des letzten Jahres fast auf das Niveau des Jahres 2009 gesunken. Doch in den letzten Wochen und Monaten ist wieder ein steiler Anstieg zu verzeichnen, der beinahe Werte wie vor einem Jahr erreicht.

Phishing-Seiten zeigen eine ähnliche Tendenz. Ihre Zahl hat, nach einem Einbruch um den Jahreswechsel 2011/2012, die Höchststände aus dem Jahr 2011 längst übertroffen. Einer Weltkarte, die Provos veröffentlicht hat, ist zu entnehmen, dass Deutschland zu den führenden Ländern gehört, wenn es um Web-Server geht, die Phishing-Seiten vorhalten. Zusammen mit den USA und Brasilien bildet Deutschland die unrühmliche Spitze - nicht etwa Russland oder China.Phishing-Angriffe zielen oft mehr oder weniger direkt auf die Geldbörsen der Opfer. So ist es nur konsequent, dass die Phisher weiterhin intensiv Paypal- und eBay-Nutzer bearbeiten, um an ihre Zugangsdaten zu gelangen. Die Lebensdauer vieler Phishing-Seiten beträgt nur eine Stunde oder weniger, um einer Entdeckung vorzubeugen. Zudem werden sie gleich noch mitgenutzt, um Malware zu verbreiten.

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