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Parallels Desktop 7 virtualisiert OS X und Windows

Die Virtualisierungslösung von Parallels in der neuen Version 7 kann erstmals neben Windows und Linux auch die Client-Version von OS X auf dem Mac-Rechner virtualisieren. Außerdem wurde die Kompatibilität mit Apples neuem Betriebssystem OS X 10.7 "Lion" verbessert. Das allerwichtigste an der neuen Version ist jedoch die deutliche Performancesteigerung.

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Parallels Desktop 7 simuliert auf OS X einen weiteren x86-Rechner, auf dem diverse Betriebssysteme installiert werden können, die dann in einem Programmfenster laufen. Das ist vor allem für Mac-Anwender interessant, deren Programme teils nur unter Windows oder Linux verfügbar sind. So lassen sich beide Welten verbinden, ohne dass der Rechner neu gebootet werden muss. Für den Austausch der Zwischenablage zwischen Wirt- und Gastsystem hat Parallels gesorgt und auch die Internetverbindung und den Netzwerkzugriff wird dem Gastsystem auf Wunsch gewährt.

Nach dem Umstieg von der vorherigen Version 6 auf das neue Parallels Desktop 7 spürt man eines sofort: Unsere virtuelle Windows-7-Maschine arbeitet deutlich schneller. Das merkt man vor allem beim Kopieren vieler kleiner Dateien. Bislang war es ein leichtes, die virtuelle Maschine damit in die Knie zu zwingen. Nun verhält sie sich so wie ein normaler PC. Der Hersteller behauptet zwar auch, dass die virtuelle Maschine mit der neuen Programmfassung schneller startet und aus dem Ruhezustand zurückkehrt, doch diesen Effekt konnten wir nicht spüren. Zur Ehrenrettung muss jedoch gesagt werden, dass gefühlte Performancesteigerungen unter 25 Prozent üblicherweise nicht auffallen.

Um einen Geschwindigkeitsgewinn bei 3D-Grafikanwendungen und Spielen zu erzielen, empfiehlt sich die Verwendung einer neuen Parallels-Funktion mit der mehr Grafikspeicher bereit gestellt wird. Sie befindet sich im Eigenschaften- Menü der virtuellen Maschine. Maximal 1 GByte Speicher lässt sich der emulierten Grafikkarte zuweisen.

Erstmals kann Parallels nicht nur die Server-Version von OS X emulieren, sondern auch die Client-Version, wie sie auf den meisten Macs zum Einsatz kommt. So läuft im Fenster ein zweites Mac-Betriebssystem. Wer erhofft hatte, Snow Leopard virtualisiert laufen zu lassen, um so Programme nutzen zu können, die unter Lion ihren Dienst versagen, guckt aber in die Röhre. Die Snow-Leopard-Client-Version als Gast - das geben Apples Lizenzbestimmungen und deshalb auch Parallels nicht her. Wohl aber kann man Lion dank Parallels als Gast unter Snow Leopard laufen lassen.

Die Programme von virtuellen Windows-Maschinen werden im Programmstarter Launchpad von Lion angezeigt. Der sogenannte Coherence-Modus von Parallels sorgt zudem dafür, dass Windows-Programme wie die Software des Wirtsbetriebssystems OS X behandelt werden. Selbst im Lion-Vollbildmodus können Windows-Programme eingeblendet werden. Letztlich lässt Parallels die Grenzen zwischen den Betriebssystemen verschwinden.

Passend zur neuen Virtualisierungslösung hat Parallels auch eine aktualisierte Version seiner iOS-Apps für das iPad und das iPhone vorgestellt. Damit kann man seine Virtuellen Maschinen auch auf den kleinen Bildschirmen der iOS-Geräte benutzen. Die neue Version spielt den Ton aus Flash-Dateien ab und unterstützt die Zwischenablage von iOS. Erstmals verlangt Parallels für die mobile Version einen kleinen Obolus in Höhe von zur Zeit 3,99 Euro. Später soll sie 15,99 Euro kosten.

Das Update von Parallels Desktop 6 auf die neue Version 7 kostet rund 50 Euro und kann ab sofort über den Onlineshop von Parallels herunter geladen werden. Auch Benutzer der Konkurrenzlösung VMware Fusion zahlen diesen ermäßigten Preis.

Die Neulizenz von Parallels Desktop 7 wird für rund 80 Euro vertrieben, wobei Schüler und Studenten nur rund 40 Euro zahlen müssen. Ab 6. September 2011 soll außerdem eine kostenlose Testversion zum Download angeboten werden.

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