Abmahnungen für Händler geplant

So werden Sie beim Online-Shopping abgezockt

Abzocke führt zu Abmahnungen: Verbraucherschützer haben entdeckt, dass Online-Shops bis zu weit über 100 Euro aufschlagen - für zusätzliche Bezahlwege.

Sparen beim Bezahlen

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Online-Shops sind oft günstiger als der Einzelhandel. Die Differenz holen sich einige aber zurück.

Die Verbraucherzentrale NRW hat bei einer Stichprobe von 120 Online-Shops eine sehr dreiste Abzockmasche entdeckt. Verschiedene Händler lassen sich für zusätzliche Bezahlmöglichkeiten - die für sie selbst nicht bequem zu sein scheinen, den Käufer aber ein Mehr an Sicherheit und Komfort bieten - fürstlich entlohnen. Prozentuale Aufschläge bis zu 5 Prozent oder zusätzliche Gebühren von weit über 100 Euro beim Kreditkarteneinsatz sind die Extreme. Die Verbraucherschützer werden in besonders dreisten Fällen abmahnen.

Unter den 120 getesteten Online-Shops waren viele große und kleine Anbieter vertreten. "Das Testfeld reichte von Air-Berlin bis Zalando, vom Zoo-Versandhaus bis Amazon", steht auf der Webseite der Verbraucherzentrale NRW.

Eine für den Kunden sichere und bequeme Art zu zahlen, ist der Kauf auf Rechnung. In der Regel müssen Kunden erst innerhalb einer bestimmten Frist zahlen, die ab dem Erhalt der Ware beginnt. 87 der 120 Shops boten diese Möglichkeit an, dabei wurden oft zusätzliche Gebühren erhoben oder Kunden andere Einschränkungen auferlegt. Eine Einschränkung war beispielsweise ein maximaler Bestellwert von 100 Euro beim Kauf auf Rechnung.

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Zahlungen via Lastschrift oder Nachnahme sind ebenso stressfreie Varianten für Kunden. Lediglich 50 der 120 Shops bieten diese Möglichkeit an. Beim ersten Verfahren wird die Ware nach dem Kauf direkt verschickt, der Händler kann mit dem vorherigen Einverständnis und mit hinterlegten Bankdaten des Kunden das Geld bei der entsprechenden Bank einziehen lassen. Beim Nachnahmekauf wird erst bei Lieferung kassiert. Auch dabei werden Gebühren erhoben, teilweise bis zu 12 Euro.

Vor allem Reise- und Technik-Anbieter kassieren extra für weitere Zahlungsmethoden. Eine Airline berechnete etwa 9,90 Euro für die Zahlung per Paypal, bei Zahlung per Kreditkarte wurden einfach 2 Prozent aufaddiert.

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Ein Lebensmittelversand und ein Shop für Babybedarf addierten beim Rechnungskauf Gebühren von 4,5 und 5 Prozent auf. Prozentuale Aufschläge seien "unstatthaft" - hier droht eine Abmahnung - genau wie für 14 andere Shops, die ähnlich vorgehen. Weitere Shops im Bereich Technik versteckten Zusatzgebühren einfach in den Versandkosten.

Bei Zahlungen über 1.000 Euro akzeptierte ein Reise-Anbieter lediglich bestimmte Kreditkarten. Als Beispiel wurde ein Flug nach Dubai für zwei Personen genannt: Bei Zahlung per Visa, Mastercard oder American Express mussten für Hin- und -Rückflug zusammen 140 Euro zusätzlich gezahlt werden.

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