NSA-Schutz

E-Mail-Verschlüsselung und VPN profitieren von Prism und Tempora

Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Ixquick profitieren vom Prism-Skandal. Letztere wollen nun ihre Entwicklungen an einem PGP-gesicherten E-Mail-System (Startmail) vorantreiben. Auch VPN-Dienste wie Hotspot-Shield freuen sich dank NSA- und GCHQ-Schnüffelns über mehr Nutzerinteresse.

Prism, Tempora, NSA & Co.: E-Mail-Verschlüsselungs- und VPN-Dienste wachsen.

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Prism, Tempora, NSA & Co.: E-Mail-Verschlüsselungs- und VPN-Dienste wachsen.

Die NSA sowie das GCHQ ändern mit Prism und Tempora die Nutzungsgewohnheiten der Internetnutzer. Google-Alternativen wie DuckDuckGo oder Ixquick erfreuen sich seit kurzer Zeit über deutlich höhere Nutzerzahlen. Letztgenanntes Unternehmen will mit dem eigenen E-Mail-Dienst Startmail einen Schritt weiter gehen. Eine sicherere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung via PGP soll den Geheimdiensten höchstens Datensalat liefern. Dazu vermeldet AnchorFree ein Rekordwachstum für den eigenen VPN-Dienst Hotspot Shield - der Verbindungsdaten verschleiert und Daten verschlüsseln kann.

Die Suchmaschinen DuckDuckGo und Ixquick verzeichnen eine steigende Anzahl von Nutzern und punkten vor allem damit, dass sie Sucheingaben, persönliche Daten oder ähnliches nicht vermarkten und somit auch nicht auf ihren Servern speichern. Sollte die NSA mit Prism auf entsprechende Plattformen schauen, fände sie auf den Servern also keinerlei nutzerbezogene Informationen. Für Tempora gilt das im Fall der Fälle zwar nicht, dafür gibt es jedoch gegebenenfalls und je nach Vorliebe Möglichkeiten wie Hotspot Shield, Tor & Co.

Ixquick hat zudem angekündigt, dass die eigene, in Planung befindliche E-Mail-Plattform Startmail früher als ursprünglich vom Unternehmen angedacht an den Start gehen soll. Die Plattform ermöglicht einen E-Mail-Transfer mit integrierter PGP-Verschlüsselung. Dazu werden außerdem die Postfächer verschlüsselt. Obendrein stehen die Server noch in Europa, um nicht unter das Patriot-Act-Gesetz der USA zu fallen, das der NSA & Co. wiederum gestatten würde, im Verdachtsfall auf Daten zuzugreifen. Im Moment läuft ein Test, im Winter könnte der Startschuss fallen. Der monatliche Preis für Startmail soll dem "einer Kaffeetasse" entsprechen. Woanders würden "Nutzer mit ihren Daten zahlen".

Nicht nur Suchmaschinen und sichere E-Mail-Angebote rücken nun in den Fokus der Nutzer. Auch VPN-Dienste werden immer gefragter, wie das Unternehmen AnchorFree bekannt gibt. Die für die Software Hotspot Shield verantwortliche Firma freut sich über ein Rekordwachstum bei den Nutzern. Bis zu 250.000 Nutzer sollen Hotspot Shield täglich neu für sich entdecken. Laut Hersteller verschlüsselt Hotspot Shield pro Stunde 332.000 Social-Media-Nachrichten und 40.000 E-Mails. Dazu kommen täglich 30.000 Skype-Nachrichten und 3.000 auf Viber. Auf Desktops sei Hotspot Shield bereits fünf Millionen und auf Mobile-Gadgets bereits 1,5 Millionen Mal heruntergeladen worden. Wollen Sie das Programm testen? Den Download von Hotspot Shield finden Sie hier.

Mehr zu Nutzerstimmen über Prism und Tempora lesen Sie in der passenden News-Meldung. Wer jetzt schon zwecks NSA-Schutz E-Mails verschlüssen will, schaut in unseren Ratgeber.

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