PS4-Release

No Man's Sky in der Test-Übersicht: Ein riesiger Sandkasten, dem die besten Spielsachen noch fehlen

No Man's Sky gehört zu den am meisten erwarteten Spielen dieses Jahres. Unsere Test-Übersicht zeigt erste Stimmen zum frisch veröffentlichten PS4-Release.

No Man's Sky Screenshot

© Hello Games

No Man's Sky erlaubt das Erkunden auf 18 Trilliarden Planeten.

No Man's Sky in der Test-Übersicht: seit Dienstag für PS4 in den USA verfügbar, und ab sofort auch in Deutschland spielbar. Der Release eines der am meisten erwarteten Spiele ist erfolgt. Den Start macht die PS4-Version, eine Fassung für PC erscheint wenige Tage später. Angepeilt ist der 12. August. Previews (Vorschauberichte) und erste Test-Eindrücke sind rar. Der zuständige Indie-Entwickler Hello Games kündigte den ambitionierten Titel 2015 an, untersagte jedoch bis zuletzt jegliche Berichterstattung.

Das führte auch dazu, dass viele Nutzer, die den Spielemarkt nicht intensiv verfolgen, No Man's Sky bisher kaum auf dem Schirm hatten: fast unverständlich, wenn man sich Spielidee, Umfang und bisherige Bekanntgaben anschaut. In einer riesigen und persistenten Galaxie mit über 18 Trilliarden (eine 18 mit 21 Nullen) Planeten begeben sich Entdecker mit einem Raumschiff auf Erkundungstour. Jegliche Planeten sind begehbar und entwickeln sich individuell - je nachdem, ob der Spieler Raubbau an Flora und Fauna betreibt oder die Entwicklung des Planeten fördert. Entdeckten Planeten, Pflanzen und Tierarten lassen sich Namen geben, die im gesamten Spieluniversum per Online-Anbindung abgeglichen werden.

Die Eigenschaften der unzähligen Planeten werden per Algorithmus einmalig bestimmt, sobald ein Spieler in die Nähe kommt. Dies nennen die Entwickler von No Man's Sky ein prozedurales Spielwelten-Design. Anders wäre die Ausgestaltung für ein Team aus knapp über einem Dutzend Entwicklern auch kaum möglich. Eine ausreichend bemessene Vielfalt soll Langeweile und Monotonie vermeiden. Entdecker und Sammler sollen für lange Zeit auf ihre Kosten kommen. Aufgabe des Spieler ist es, Rohstoffe zu sammeln oder solche mit - ebenso prozedural verteilten - außerirdischen Vorposten zu handeln, um das anfangs schwach ausgestattete, eigene Raumschiff aufzurüsten und ins Zentrum der Spielgalaxie zu gelangen. Die schiere Größe der Spielwelt soll dafür sorgen, dass sich Spieler nicht oder fast nicht über den Weg laufen und gegenseitig in die Quere kommen können.

No Man's Sky: Test-Übersicht

Soweit die Theorie: Aber macht das Spaß? Wer als Kind unzählige Stunden im Sandkasten verbringen oder in den Anfangszeiten von Minecraft Tage damit zubringen konnte, sich eine einfache Hütte aus gesammelten Ressourcen zu bauen, für den dürfte No Man's Sky das richtige Spiel sein. Wer sich eine spannende Geschichte und in Sachen Gameplay eine Herausforderung nach der anderen erhofft, der dürfte schnell enttäuscht werden. Soweit der gängige Tenor aus bisher verfügbaren Rezensionen von No Man's Sky auf metacritic.com - zumindest solange der Day-One-Patch nicht eingespielt wurde oder die Entwickler regelmäßigen Content nachliefern, der Entdecker bei der Stange hält.

Die Website Destructoid hält beispielsweise fest, dass No Man's Sky trotz Online-Anbindung und persistenter Spielwelt kein typisches Online-Spiel ist. Der gemeinsame und stetig abgeglichene Rahmen für alle Spieler (18 Trilliarden Planeten, die es zu entdecken und zu "markieren" gilt) stellt eher eine Motivation für Jäger und Sammler dar, die sich darum streiten dürfen, wer mehr Elemente in No Man's Sky entdeckt und ihnen seinen Stempel aufgedrückt hat. Darin erlebt jeder Spieler eher sein eigenes, isoliertes Abenteuer.

Game Spot hebt nach ersten Spielstunden eine drückende Frage in den Vordergrund: das "Warum?". Das Entdecken, Abbauen, Entwickeln und Fortbewegen verkommt nach einiger Zeit zu einer Routine. Abwechslung ist bis auf mehr oder weniger große Unterschiede auf einzelnen Planeten im Moment noch kaum gegeben. Das Time-Magazin sagt, dass auch die Alien-Vorposten schnell langweilig werden. Technisch zumindest sind die Größe der Spielwelt und die Möglichkeiten darin beeindruckend. Doch sich hauptsächlich alleine in einem Universum zu bewegen, dass größtenteils maschinell berechnet wird, ist der Langzeitmotivation eher abträglich (Stichwort: nachzuliefernder Content). Ebenso stellt sich die Frage nach dem Sinn von durch Spielern geprägten Planeten, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer sie entdeckt, ohnehin gering ist.

Fazit

Festzuhalten bleibt vorerst, dass No Man's Sky zu diesem Zeitpunkt ein technisch faszinierendes Grundgerüst bietet. Die spielerische Abwechslung ist aus Sicht von Gamern, für die das Entdecken und das nachhaltige Beeinflussen von Ökosystemen oder das Prinzip von Jagen und Sammeln eher zweitrangig sind, eher nicht gegeben. Jene Spieler gieren schnell nach mehr. Wer sich allerdings nicht mehr als das von No Man's Sky erhofft hat, der wünscht sich früher oder später Möglichkeiten zur Interaktion mit anderen Spielern. Hier bleibt spannend zu sehen, was Hello Games in naher Zukunft aus No Man's Sky macht. Inspiration gibt es mit dem ähnlich gestrickten Minecraft zu genüge - dort können Spieler zusammen ihr eigenes Reich aufbauen, sich als nächster Daniel Düsentrieb austoben oder sich im Adventure-Modus spannenden Survival-Aufgaben stellen. Zu diesem Zeitpunkt zumindest scheint No Man's Sky ein praktisch unendlicher Spielplatz zu sein, dem noch die besten Spielsachen fehlen. Welche das sein werden? - Mal schauen!

No Man's Sky Screenshot

© Hello Games

In No Man's Sky können Sie sich auch frei in einem riesigen Weltraum fortbewegen. 

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