Die Spielekonsole Wii Fit eignet sich zum Gleichgewichtstraining

Nintendo-Spiel "Wii Fit" funktioniert - sagt die Wissenschaft

Ein Team um den Wissenschaftler Albert Gollhofer vom Institut für Sport und Sportwissenschaft hat die Wirkung der Spielekonsole Wii von Nintendo bei Sportspielen untersucht. Das Ergebnis: Das Spiel "Wii Fit" eignet sich als Alternative für die Methode des Sensomotorischen Trainings (SMT), insbesondere für ältere und untrainierte Menschen.

Wii Fit

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Wii Fit

An der Studie der Freiburger Sportwissenschaftler beteiligten sich 29 untrainierte Testpersonen, etwa gleich viele Männer und Frauen zwischen 25 und 50 Jahren. Sie bildeten zwei Gruppen, von denen eine mit Hilfe des Balance Boards übte, während die andere SMT praktizierte. Jeder Proband trainierte sechs Wochen lang dreimal wöchentlich für 45 Minuten. Vor Beginn und nach Beendigung des Testzeitraums wurden ihre Leistungen festgestellt und miteinander verglichen. Dazu mussten die Testpersonen auf einer frei aufgehängten, beweglichen Standplatte 40 Sekunden lang auf einem Bein balancieren. Gemessen wurde der sogenannte Schwankweg, also das Ausmaß ihrer Ausgleichsbewegungen zur Erlangung des Gleichgewichts.

Die Abschlusstests zeigten, dass beide Gruppen ihre Standstabilität signifikant und in etwa gleichem Maße verbessern konnten. So verringerte sich im 40-Sekunden-Test der durchschnittliche Schwankweg in Vorwärts-Rückwärts-Richtung bei der der Wii Fit-Gruppe um 31,5 Prozent und bei der SMT-Gruppe um 30,2 Prozent. Bei Seitwärts-Schwankungen verbesserte sich die Wii Fit-Gruppe um 43,4 Prozent und die SMT-Gruppe um 46,5 Prozent.

Tests unter erschwerten Bedingungen

In einem weiteren Test wurde das Gleichgewicht der Testpersonen unvorhergesehen gestört, indem die Standplatte von außen in Schwingung versetzt wurde. Auch dabei fanden alle Testpersonen nach Abschluss des 6-wöchigen Trainings merklich schneller zu einer stabilen Haltung zurück. Allerdings gelang den Mitgliedern der SMT-Gruppe das Ausbalancieren nach unvorhergesehenen Störreizen etwas besser als den Wii Fit-Spielern. Die Studie führt dies darauf zurück, dass diese Gruppe bereits beim Training bewegliche Standflächen nutzte.

Innerhalb der Wii Fit-Gruppe schnitten die Frauen besser ab als die Männer. Auch Störreize kompensierten sie gekonnter als die männlichen Probanden. Die Wissenschaftler erklären dies mit der höheren Motivation aber auch mit dem besonderen Trainingsverhalten der weiblichen Testpersonen: Sie wechselten häufiger ihre Position auf dem Balance Board, indem sie sich mal auf die ganze Fußfläche, mal nur auf die Zehenspitzen stellten.

Abschließend stellte Prof. Gollhofer fest: "Das Training auf dem Balance Board kann als 'low dose'-SMT bezeichnet werden. Als Trainingsprogramm eignet sich Wii Fit daher besonders für Menschen, die aufgrund mangelnder Fitness oder fortgeschrittenen Alters ein niedrig dosiertes Gleichgewichtstraining als Einstieg benötigen."

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