Spiegellose Systemkamera

Nikon 1 V3 kommt mit schnellem Hybrid-Autofokus

Mit der neuen Nikon 1 V3 renoviert Nikon sein spiegelloses Systemkamera-Flaggschiff. Die Nachfolgerin der 1 V2 soll ab Mitte April 2014 mit neuem Hybrid-AF-System und Klappdisplay zum Preis von 850 Euro in den Handel kommen.

Nikon 1 V3 - Release, Preis

© Nikon

Nikon 1 V3 - Release, Preis

Wie schon die Vorgängerin 1 V2 richtet sich auch die neue Nikon 1 V3 an Aufsteiger aus dem Kompaktkamera-Lager und fortgeschrittene Fotografen, die eine Systemkamera als kompakte Zweitkamera suchen. So bringt die Nikon 1 V3 ca. 324 g auf die Waage und ist 65,0 x 110,9 x 33,2 mm groß. Im Design gleicht sich die neue spiegellose Systemkamera wieder mehr den Schwestermodellen an und setzt auf einen weniger ausgeprägten Handgriff.

Als wichtigste Neuerung der 1 V3 preist Nikon das neue Hybrid-AF-System an, das auf 171 Fokusmessfelder zurückgreifen kann (davon 105 mit Phasenerkennung). Die 2012 erschienene Vorgängerin 1 V2 musste noch mit 135 Messfeldern auskommen. In Zusammenarbeit mit dem 18,4-Megapixel-CMOS-Sensor und der überarbeiteten Bildverarbeitungs-Engine Expeed 4A sollen so 20 Bilder pro Sekunde bei aktiviertem kontinuierlichem Autofokus möglich sein.

Ohne AF-Nachführung soll die Serienbildgeschwindigkeit sogar auf 40 Bilder pro Sekunde im RAW-Format oder 60 Bilder pro Sekunde im JPEG-Format steigen. Damit würde die Nikon 1 V3 die erst im Februar vorgestellte Sony A6000 hinter sich lassen, die es auf dem Datenblatt auf 11 Bilder pro Sekunde mit AF-Nachführung schafft - allerdings auch bei einer höheren 24-Megapixel-Auflösung.

Bei der Sensortechnik lässt Nikon - wie zuletzt auch bei der Einsteiger-DSLR Nikon D3300 - den Tiefpassfilter weg. Der ISO-Empfindlichkeitsbereich der Nikon 1 V3 reicht von ISO 160 bis ISO 12.800. Bei der Nikon 1 V2 war noch bei ISO 6.400 Schluss. Bei der Belichtungsdauer stehen 1/4.000 bis 30 Sekunden zur Verfügung.

Neben den Änderungen beim Innenleben, hat Nikon im Vergleich zur 1 V2 auch ordentlich am Gehäuse geschraubt: Der elektronische Sucher des Vorgängermodells fehlt bei der Nikon 1 V3. Dafür ist der 3-Zoll-LCD-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.037.000 Pixeln nun erstmalig bei einer Systemkamera der Nikon-1-Serie dreh-  und neigbar.

Wer nicht auf einen Sucher verzichten will, kann mit dem DF-N1000 einen abnehmbaren, elektronischen Sucher optional hinzukaufen. Der DF-N1000 soll eine Bildfeldabdeckung von nahezu 100 Prozent bieten und mit 2.359.000 Pixeln auflösen.

Ebenfalls optional als Zubehör erhältlich ist der neue Handgriff GR-N1010, der als zusätzliche Bedienelemente einen Auslöser, ein Einstellrad und eine programmierbare Funktionstaste mitbringt. Er soll bei Aufnahmen mit Tele-Objektiven für mehr Stabilität sorgen. Ohne den montierten Griff verfügt die Nikon 1 V3 über ein vorderes und ein hinteres Einstellrad, zwei programmierbare Funktionstasten sowie eine dedizidierte Taste zum Start des Videomodus. Eine Feature-Taste soll zudem den Zugriff auf das Kameramenü erleichtern. Ansonsten erfolgt die Bedienung vornehmlich über den Touchscreen.

Beim Fotografieren mit der Nikon 1 V3 stehen dem Nutzer neun Aufnahmemodi zur Verfügung: Automatik, Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik, manuelle Belichtungssteuerung, Kreativmodus, Bewegter Schnappschuss, ein erweiterter Filmmodus sowie "Best Moment Capture". Letzterer verfügt nun unter anderem über die Funktion "Multi-Moment-Auswahl", bei der die Kamera 40 voll aufgelöste Bilder in Folge aufnimmt, aus denen der Fotograf dann auswählen kann.

Vom neuen Hybrid-AF-System der Nikon 1 V3 sollen auch die Video-Funktionen profitieren. So verspricht Nikon einen in der AF-Nachführung schnellen und präzisen Autofokus beim Filmen. HD-Aufnahmen sind in 1.920 x 1.080 oder 1.280 x 720 bei 60p oder 30p möglich. Eine Zeitlupenfunktion erlaubt es, 3 Sekunden lang bei 120 Bildern pro Sekunde aufzuzeichnen - das Ergebnis ist dann ein 12-Sekunden-Clip. Zusätzliche kreative Filmmodi wie Zeitraffer und 4-Sekunden-Film richten sich an die Instagram- und Vine-Generation.

Aufgenommene Bilder und Filme können von der Nikon 1 V3 direkt via WLAN geteilt werden. Hierfür stellt Nikon die App "Wireless Mobile Utility" für iOS und Android kostenlos zur Verfügung.

Passend zum gehobenen Anspruch des neuen Serie-1-Flaggschiffs bringt Nikon zudem zwei neue 1-Nikkor-Objektive auf den Markt: das Superteleobjektiv 1 Nikkor 4,5-5,6 / 70-300 mm VR und das neue Zoomobjektiv 1 Nikkor 3,5-5,6 / 10-30 mm. Letzteres soll als Kit-Objektiv für die Nikon 1 V3 erhältlich sein.

Preis und Verfügbarkeit

Die Nikon 1 V3 soll ab Mitte April 2014 in verschiedenen Kit-Varianten in den Handel kommen. Der Preis für den Body soll bei 850 Euro liegen, mit dem neuen Kit-Zoom bei 950 Euro. Der optionale elektronische Sucher DF-N1000 soll 350 Euro kosten, der Handgriff GR-N1010 180 Euro. Im Paket mit Sucher, Handgriff und dem neuen Kit-Zoomobjektiv soll die Nikon 1 V3 für 1.250 Euro erhältlich sein.

Nikon 1 V3: Offizielles Video

Nikon 1 V3: Technische Daten

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Nikon 1 V3 - Bedienung

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Die Nikon 1 V3 von oben: Am Auswahlrad stehen neun Aufnahmemodi zur Verfügung.
Nikon 1 V3 - Display

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Die Nikon 1 V3 kommt ab Werk ohne Sucher. Das 3-Zoll-Display ist dafür nun neigbar.

Bildergalerie

Nikon 1 V3 - Produktbild
Galerie
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Kamera-Tuning: Die Nikon 1 mit angestecktem elektronischen Sucher DF-N1000 und Griff GR-N1010.

Nikon 1 V3 - Product Tour

Quelle: Nikon Asia
1:07 min

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