Computerviren

New York Times entlarvt die Herkunft von Stuxnet

Stuxnet, ein Computerwurm, der im letzten Jahr als schlagkräftige Waffe für einen Cyberwar bezeichnet wurde, ist nun von Experten der NYT zu seinen Ursprüngen zurückverfolgt worden.

Stuxnet

© zmetech

Stuxnet

Stuxnet hatte in 2010 Furore gemacht als ein Trojaner, der in der Lage ist, gezielt Banken oder Industrieanlagen wie z.B. Kernkraftwerke anzugreifen, lahmzulegen und sogar zu zerstören. Schnell wurde klar dass hier keine Hobbyprogrammierer am Werk waren, vermutet wurden Geheimdienste im Auftrag von Staaten.

Das scheint sich jetzt, laut eines Berichts der NYT, zu bestätigen. Demnach ist Stuxnet offenbar ein Gemeinschaftsprojekt von USA und Israel, um die Atomwaffenpläne des Iran zu sabotieren. Initiiert von George Bush am Ende seiner Amtszeit und von Barak Obama forciert, sollte gezielt eine Waffe geschaffen werden um bestimmte Kontrollsysteme der Firma Siemens lahmlegen und notfalls zerstören zu können.

Hilfreich hierbei war vermutlich, dass Siemens im Jahr 2008 mit dem Idaho National Laboratory (INL) zusammengearbeitet hat, um Anfälligkeiten in seiner Kontrollsoftware zu identifizieren. Hierzu muss man wissen, dass das INL zum amerikanischen Energieministerium gehört, das seinerseits für das Atomwaffenprogramm der USA verantwortlich ist. So hatten die Wissenschaftler die Möglichkeit, die gut versteckten Sicherheitslücken in eben jener Kontrollsoftware ausfindig zu machen, die später von Stuxnet ausgenutzt wurde.

Die Rolle Israels in dieser Posse begann mit der zweiten Phase. Der Schädling konnte nur nach ausgiebigen internen Tests auf der anvisierten Hardware zur Anwendung beim endgültigen Ziel kommen. Laut Aussagen von Geheimdienst- und Militärexperten gegenüber der NYT fanden diese Tests in der Negev-Wüste im Atomkraftwerk des sogenannten Dimona-Komplex , einem von Israel stets geleugnetem Forschungszentrum für Kernwaffentechnik, statt.

Nach Abschluss der Tests fand dann im Sommer 2010 der digitale Angriff auf die elektrischen Anlagen und Computersysteme der Urananreicherungsanlage Natanz  und des Atomkraftwerks Bushehr im Iran statt.

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