In eigener Sache

Neuerungen beim RAW-Test

Um beim RAW-Test noch aussagekräftigere Ergebnisse zu erzielen, hat ColorFoto sein Testverfahren um zusätzliche Messungen erweitert, die den Kontrast- und Schärfeeindruck bei niedrigeren Frequenzen beschreiben. Hier erklären wir Ihnen die wesentlichen Neuerungen.

Siemenssterne

© Hersteller/Archiv

Siemenssterne

Im neuen RAW-Test bestimmen wir zusätzlich zur Grenzauflösung (MTF10), bei der der Kontrast im Bild auf 10 % des Ausgangskontrasts sinkt, auch die entsprechenden Werte für 25 % (MTF25) bzw. 50 % (MTF50). Bei der Grenzauflösung geht es um die Frage, was ist die feinste Struktur (höchste Frequenz), die die Kamera gerade noch erkennbar abbilden kann. Als Grenze gilt die Struktur, deren Kontrast auf 10 % sinkt, deswegen MTF 10.

Bei MTF 25 und 50 beziehen wir den mittleren Frequenzbereich mit ein: Wie kontrastreich gibt die Kamera gröbere Strukturen wieder, beide Werte sind ein Indikator für den Kontrast- und Schärfeeindruck. Bei JPEG-Messungen ist ein MTF-25- und MTF-50-Wert weniger sinnvoll, da immer mehr Hersteller den Kontrast künstlich massiv anheben. Bei RAW-Bildern gibt es diesen Effekt nicht.

Für unsere Tests nutzen wir Adobe Photoshop Lightroom als RAW-Konverter in der Grundeinstellung. Dies schafft einerseits eine vergleichbare Datenbasis, da alle Bilder mit der gleichen Standardeinstellung bearbeitet werden. Würden wir mit unterschiedlichen Programmen die RAWs konvertieren, würden wir bei jedem Hersteller mit anderen Parametern entrauschen, nachschärfen und den Kontrast steuern, da diese Einstellungen nicht übertragbar sind. Andererseits benachteiligt dieses Verfahren aber auch einzelne Kameras wie die von Fujifilm, mit deren spezieller Sensorgeometrie Lightroom nicht optimal zurechtkommt.

Die Grundeinstellung von Lightroom entrauscht nur wenig, was einen guten Blick auf die maximal erzielbare Auflösung zulässt. Zugleich bleibt aber ein relativ körniges Rauschen in den Bildern, das bei den höchsten Empfindlichkeiten einiger Kameras die Auflösungsmessung bei MTF10 stört. Diese Messwerte fehlen deswegen in den Tabellen.

Grundsätzlich lassen sich weder Punkte noch Messwerte der RAW-Tests mit denen der JPEG-Tests vergleichen. Den Punkten liegt ein anderes Schema zugrunde. Bei den Messwerten würden Sie vollständig bearbeitete JPEG-Bilder mit leicht entrauschten RAW-Bildern vergleichen. Die RAW-Messwerte sollen im Vergleich zu JPEG das Potential bei Auflösung und Feinzeichnung aufzeigen, sie basieren nicht auf final bearbeiteten Bildern. Dies würde eine individuelle Abstimmung jedes Testbilds erfordern. Mit einer dem Bild angepassten Entrauschung lässt sich etwa der VN-Wert in fast allen Fällen noch senken.

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