GVU-Chef Leonardy über Spielfilm-Piraterie

Nach kino.to ist vor kino.to

Seit Anfang Juni ist das illegale Film-Streaming-Portal kino.to vom Netz. Der Kampf gegen Raubkopierer geht jedoch weiter. Ist die Piraterie ernsthaft bekämpfbar? Drohen Nutzern schon bald größere Konsequenzen? Was ist vom kino.to-"Nachfolger" kinox.to zu halten? Und was macht die Filmindustrie falsch? Video-HomeVision sprach mit Dr. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Antipiraterie-Organisation GVU über die aktuelle Lage.

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© GVU

Erster Piratenjäger des Landes: Dr. Matthias Leonardy, GVU

Video-HomeVision: Mit dem Schlag gegen das illegale Streamingportal kino.to im Juni hat die GVU einen ihrer größten Erfolge gefeiert. Ist die Filmpiraterie in Deutschland damit eingedämmt? Dr. Matthias Leonardy: Es war ein schwerer Schlag gegen die Filmpiraterie - und mehr hat niemand erwartet. Wir werden sicher damit keine Kriminalitätsfreiheit erreichen, aber wir sehen schon, dass die Aktion einen deutlichen Effekt hatte - sowohl auf Seiten der illegalen Anbieter, als auch auf Nutzerseite. VHV: kino.to war seit 2007 aktiv. Warum hat es so lange gedauert, bis Sie zuschlagen konnten?  Leonardy: Die Seite verfolgen wir seit 2008, sie ist sehr professionell betrieben. Es hat sich daraus ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt. Die Betreiber haben mehrmals den Serverstandort verlagert, zwischendurch nach Holland, schließlich nach Russland. Die Zusammenarbeit mit der Justiz dort war in der Vergangenheit sehr schwierig. Die Betreiber selbst haben sich komplett anonymisiert. Sie haben die Struktur das Angebots so aussehen lassen, als wenn es über die gesamte Welt verteilt wäre. Wir hatten einmal gedacht, erfolgreich zu sein, als wir den Hosting-Provider für die Portalseite kino.to in Holland zur Herausgabe der Betreiber-Daten zwingen konnten. Doch diese Daten erwiesen sich leider als gefälscht. Damit hatten wir zunächst keinen Ermittlungsansatz gegen eine konkrete Person mehr. Die Situation hat sich erst Anfang diesen Jahres geändert, als wir aus der Szene Hinweise bekommen haben und Aussteiger ausgepackt haben. Diese Leute kannten sich alle persönlich, nicht nur mit Nicknames oder Deckadressen. Das war der entscheidende Schritt.

VHV: Mit kinox.to ist seit kurzem bereits wieder eine Art Nachfolgeportal von kino.to im Netz. Was können Sie dagegen tun und vor allem wann?

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