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Mozilla Firefox lernt PDF

Mozillas Browser Firefox wird - voraussichtlich in etwa 3 Monaten mit Version 6 - das Portable Document Format (PDF) direkt im Browser rendern können. Bisher gelingt das nur mit externen Programmen oder Add-ons.

Mozilla Firefox

© Mozilla

Mozilla Firefox

Das 1993 von Adobe entwickelte Portable Document Format hat weite Verbreitung gefunden, und im Internet liegen Millionen von PDF-Dateien, an denen für uns aus beruflichen oder privaten Gründen oft kein Weg vorbeiführt. PDF hat viele Vorteile, wie die Unabhängigkeit von Hardware oder Betriebssystem. Die Nachteile sind seine Anfälligkeit für Manipulationen z. B. in Form von injiziertem Code.

Im Normalfall nutzen Programme API-basierte Code-Plugins zum Rendern von PDFs in Browsern. Microsoft bedient sich für den Internet Explorer des Originals von Adobe, welches dieses Jahr schon 5 Security-Updates benötigte. Google verwendet für Chrome eine eigene, offene Lösung, die aber auch umständlich in einer Sandbox läuft - um sie zu schützen.

Der Ansatz von Mozilla, wie ihn Andreas Gal in seinem Blog beschreibt, benutzt HTML5 und JavaScript zum Rendern des Formats. Die Vorteile: Das Rendern passiert im Browser selbst und ist wesentlich weniger anfällig für Angriffe von Dritten. Außer dem Sicherheitsgewinn hat der Nutzer den Vorteil, auf jeder Plattfom ein einheitlich zu handhabendes Interface vorzufinden.

Bei der Einführung wird der PDF-Renderer als Plug-In daherkommen, Ziel ist aber die Integration im Browser. Das im Arbeitstitel pdf.js getaufte Projekt braucht laut Gal noch etwa 3 Monate Entwicklungszeit. Der Code ist frei und liegt für jedermann zugänglich auf Github. Mozilla hofft, pdf.js werde ein Community-Projekt, und dass auch andere Browser davon Gebrauch machen. Für Interessierte hat Mozilla Entwickler Chris Jones die technischen Hintergründe aufgearbeitet.

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