Minecraft als Buch

Ein Roman im Videospiel

Wie sehr Videospiele die Alltagskultur durchdrungen haben, zeigt der Roman "Würfelwelt": Seine Handlung spielt im Spiel, dem kreativen, weltweiten Kult-Game Minecraft, genauer gesagt. Doch bildet "Würfelwelt" Minecraft wirklich ab? Um das zu beurteilen, haben wir uns einen besonderen Rezensenten gesucht: den elfjährigen Minecraft-Fan Karl-Luis Haeusler.

Minecraft

© Archiv/IntMag

Minecraft

Marko wacht an einem Strand auf. Aber irgendetwas ist komisch: Alles ist eckig. Bäume bestehen aus groben Pixeln, Hügel, die keine realistischen Strukturen haben, ragen in den Himmel hinauf. Alles um Marko herum ist aus Würfeln geformt. Nach und nach findet er heraus, wie er in diese Welt gelangt ist und welche Regeln in dieser Welt gelten. Was er vor allem merkt: Nicht nur er ist in Gefahr, sein Leben wird bedroht. Er muss aus dieser Welt ausbrechen.

Ja, richtig, "Würfelwelt" von Karl Olsberg ist ein Minecraft-Roman. Dieses Computerspiel, in der jeder in einer offenen 3D-Welt Konstrukionen aus Würfel erreichten kann, stellt die Fantasie in den Mittelpunkt. Gespielt werden kann allein aber auch vernetzt über die Welt. Seit 2011 hat sich Mincraft bereits über 33 Millionen mal verkauft.

Und nun also ein Roman, der in dieser Welt spielt. Würfelwelt-Autor Karl Olsberg hat bereits 14 Bücher veröffentlicht, wurde mehrfach preisgekrönt und ist selbst Minecraft-Fan: "Ich spiele Minecraft, wenn ich auch in letzter Zeit nicht mehr so oft dazu komme. 2011 habe ich eine Zeit lang recht intensiv gespielt. Damals entstand auch die Idee, einen Minecraft-Roman zu schreiben. Ich finde, Minecraft ist eines der besten Computerspiele überhaupt, weil es im Unterschied zu den meisten anderen Spielen die Kreativität fördert, statt sie zu unterdrücken. Es ist ja eher ein Baukasten als ein Spiel. Ich finde es toll, wie kreativ die User dieses Spiel einsetzen und bin stolz darauf, ein Teil dieser kreativen Szene zu sein, auch wenn ich eher Buchstaben liefere als Bits und Bytes."

Auch die Geschichte von "Würfelwelt" beschäftigt Olsberg schon länger: "Ich hatte bereits einen Jugendroman geschrieben, der von einem Jungen handelt, der in einer Fantasiewelt gefangen ist. Das Buch wurde aber nie veröffentlicht. Später habe ich daraus den Erwachsenenroman "Glanz" gemacht, der beim Aufbau-Verlag erschienen ist. Die gleiche  Grundidee habe ich in "Würfelwelt" aufgegriffen, aber das Buch wurde völlig neu geschrieben."

Bei dieser Arbeit haben nicht zuletzt die drei Söhne Olsbergs geholfen, die auch am Anfang des Buchs erwähnt werden: "Nik ist derjenige, der uns alle auf Minecraft aufmerksam gemacht hat, obwohl er das einzige männliche Familienmitglied ist, das nie intensiv Minecraft gespielt hat. Konstantin, der Älteste, hat mir gezeigt, wie Minecraft funktioniert und wie man die erste Nacht im Spiel überlebt. Leopold, der Jüngste, spielt das Spiel am intensivsten. Er hat großartige Maps und Bauwerke geschaffen und mich auf diverse Fehler in der ersten Romanfassung hingewiesen, z.B. darauf, dass in Minecraft unter Sand nie Erde zu finden ist."

Olsberg hat ein Computer-Spiel wunderbar in einen echten Abenteuer-Roman verwandelt. Ich fand es abenteuerlich, geheimnisvoll, gruselig und, ja, fast schon dramatisch spannend. Warum ich es abenteuerlich fand? Naja, Marko wacht auf und erkundet diese quadratische Welt, und gerade wenn man selbst Minecraft-Spieler ist und die Regeln des Spiels kennt, freut man sich schmunzelnd, wenn Marko eine neue Erkenntnis gemacht hat, man fiebert richtig mit. Geheimnisvoll wird es, wenn Marko auch nachts und in Höhlen umher forscht und herausfindet, dass er nicht allein in dieser Pixel-Welt ist und ihm nicht alle anderen Bewohner nur wohlgesonnen sind...

Hochspannend wird es, wenn die ersten Kämpfe stattfinden und sich sowohl Herausforderungen als auch Rätsel in den Weg stellen. Ist "Würfelwelt" ein Jugend- oder Erwachsenen-Roman?  Olsberg: "Ich habe das Buch für Minecraft-Fans geschrieben und eigentlich gar nicht darüber nachgedacht, wie alt die sind. Ich selbst bin 52 und ein Minecraft-Fan, gehöre also im Prinzip auch zur Zielgruppe. Aber da der Held 14 ist, ist es wohl eher ein Jugendbuch. Aufgrund des Inhalts würde ich es ab 12 Jahren empfehlen."

Was ich auch noch erwähnen möchte: Für jemanden, der sich Minecraft, das Spiel kaufen möchte, ist dieses Buch ein schöner Einstieg, da man erste Eindrücke bekommt und die Geschichte des Spiels erzählt bekommt.  Olsberg beschreibt die Minecraft-Welt sehr "realistisch" (außer ein paar Fehlern). Doch "Würfelwelt" ist nicht nur ein Roman für Minecraft-Profis, sondern auch für normale Buchliebhaber, die spannende Unterhaltung suchen.

Unser Gast-Autor Karl Luis Haeusler ist 11 Jahre alt und geht in die 7. Klasse des Robert-Blum- Gymnasiums in Berlin. Er spielt seit seinem 8. Lebensjahr begeistert Minecraft und schafft es, immer etwas Neues in diesem Spiel zu finden. Seine Eltern betreiben das Blog Spreeblick und organisieren die größte Internetkonferenz Europas, die re:publica.

Würfelwelt

© Archiv/IntMag

Karl Luis Haeusler

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