DX10-Grafikkarten der Mittelklasse im Test

Midrange-Grafikkarten

Wer seinen PC auf DirectX-10-Grafik aufrüsten möchte, ist schon im Midrange-Segment gut bedient. Nur ausgewiesene Spiele-Freaks benötigen die teureren Karten.

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Mit Grafikkarten verhält es sich ähnlich wie mit Autos: Nicht jeder kann sich einen Mercedes leisten, aber jeder will dieselbe Leistung und Ausstattung, wie sie solch eine Luxuskutsche bietet. 500 Euro oder mehr für eine Grafikkarte auszugeben sind nur die wenigsten bereit, trotzdem sollen Features wie DX10, 512 MByte RAM, Shader-Model-4 oder High Dynamic Range (HDR) nicht fehlen. Als Kompromiss bietet sich in beiden Fällen die Mittelklasse an.

Keine Kompromisse sollte man dagegen bei der DirectX10-Kompatibilität eingehen. DX10 ist nun mal die Zukunft und wer sich heute eine Grafikkarte kauft, spart am falschen Ende, wenn er darauf verzichtet. Selbst wenn man noch nicht auf Windows Vista, dem bislang einzigen Betriebssystem, das DX10 unterstützt, umgestiegen ist, lohnt sich der geringe Aufpreis gegenüber DX9-Karten. Die Zeiten, in denen DX10 mit "teuer" gleichzusetzen war, sind längst vorbei.

Das Segment der Mittelklasse-Grafikkarten wird derzeit von zwei Grafikchips geprägt: dem G80, wie er zum Beispiel auf der GeForce 8600 GTS vorkommt und dem R630, der in der 2000-Serie von AMD/ATI rechnet. Zusätzlich drängen Auslaufmodelle aus dem Highend-Segment, wie zum Beispiel die 7900 GTX von nVidia, in den Mittelkasse-Markt. Wer nicht mit jedem Euro kalkulieren muss, sollte solche veralteten Modelle aber gar nicht erst in Erwägung ziehen.

DX10-Karten für unter 130 Euro

Im Preissegment unter 130 Euro tummeln sich drei verschiedene Grafikkarten-Typen: die AMD/ATI 2600 pro, die AMD/ATI 2600 XT mit GDDR3 und die Geforce 8600 GT. Die kleinste und günstigste, die wir für unseren Test auswählten, ist die AMD 2600 Pro, die schon für 89 Euro vom Hersteller HIS zu haben ist. Als Besonderheit stattet HIS seine Karten mit der Artic-Cooling-Kühleinheit aus. AMDs 2600 Pro ist eine sehr günstige Karte und reicht für jeden, der DX10 möchte, aber auf optische Leckerbissen verzichten kann. Selbst für die ersten DX10-Spiele sind Karten mit diesem Chip nur bedingt tauglich. Reserven für zukünftige Spiele bieten sie nicht.

Schon stärker sind da Karten mit dem AMD 2600 XT und GDDR3-Speicher, die auch nicht viel mehr kosten. So ist von Sapphire schon für 20 Euro Aufpreis ein entsprechendes Modell zu haben. Die 2600 XT ist mit dem R630-Kern ausgestattet. Dieser ist mit 390 Millionen Transistoren weitaus komplexer als das ältere Flaggschiff Radeon X1950XTX, das immerhin schon 384 Millionen Transistoren beinhaltete. Erhältlich ist die Radeon 2600 XT in zwei Variationen: mit GDDR3- und mit GDDR4-Grafikspeicher.

nVidia ist mit der GeForce 8600 GT eine gute Mid-Range-Grafikkarte gelungen, die den Mittelklasse-Karten von AMD einige Probleme bereitet. Leistungstechnisch sind die GT-Karten im Vergleich zu den AMD-2600-XT-GDDR3-Modellen überlegen und obendrein günstiger. nVidias neue Mittelklasse-Grafikkarte basiert auf dem G84-Kern und löst die inzwischen altgedienten G73-Chips ab. Was die Architektur des Kerns ausmacht, zeigt der Frequenzvergleich zwischen alt und neu: Obwohl der Kern der älteren 7600 GT mit 560 MHz läuft und somit 20 MHz schneller getaktet ist, ist die neue 8600 GT schneller. Und das bei gleich schnellem (700 MHz) und gleich angebundenem (128 Bit) Speicher.

DX10-Karten von 130 bis 160 Euro

Ein gutes Schnäppchen, wenn es auch ein paar Euro mehr sein dürfen, sind Karten, die auf den ATI 2600 XT mit GDDR4 aufbauen. Sie liefern eine solide Leistung und sind dafür keineswegs zu teuer. Im Feld von 130 bis 160 Euro sind sie zudem fast konkurrenzlos. Lediglich zwei übertaktete 8600 GTs schafften es in dieser Preisregion, ins Testfeld zu rutschen. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Radeon HD 2600 XTs, der bis zu 50 Euro ausmacht, ist der Grafikspeicher.

Während die günstigere Variante wie nahezu alle aktuellen 3D-Beschleuniger mit GDDR3-Speicher arbeitet, setzt die teurere Ausgabe bereits auf GDDR4. Dies gestattet flottere Taktfrequenzen und steigert den Datendurchsatz, was sich messbar positiv auf die Performance niederschlägt. So liegt der Speichertakt bei Modellen mit GDDR3-Speicher bei 700 MHz, während es bei der GDDR4-Variate 1100 MHz sind. Dies ist immerhin eine Steigerung von 57 Prozent im Speichertakt. Der GPU-Takt ist mit 800 MHz in beiden Fällen gleich hoch. Sehr erfreulich ist, dass alle Karten der Radeon-HD-2600-Serie ohne zusätzliche Stromversorgung direkt vom Netzteil auskommen.

Ein besonderes Modell aus diesem Preissegment hat Asus zum Test eingereicht. Als Dreingabe hat Asus der 8600 GT die so genannte "OC Gear" Box in den Karton gepackt. Die OC Gear Box wird in einen freien 5 1/4-Zoll-Schacht des PCs eingebaut und verfügt über ein Display. Dabei handelt es sich um ein hardwarebasiertes Übertaktungsgerät. Die Box wird nach dem Einbau über USB angeschlossen.

Die dazu gehörige Software ermöglicht es, die Lautsprecherlautstärke sowie den Takt der GPU- und des Grafikspeichers einzustellen. Außerdem werden Informationen zur GPU-Temperatur und der aktuellen Leistung in Frames per Second (FPS) angegeben. Allerdings hat dieses nette Spielzeug auch seinen Preis: Stolze 147 Euro kosten Box und Grafikkarte.

DX10-Karten von 160 bis 230 Euro

Der Preisbereich von 160 bis 230 Euro wird nur von Karten abgedeckt, die mit nVidias-8600-GTS-Chip bestückt sind. Im Vergleich zu AMDs aktuellen Mittelklasse-Karten 2600 XT mit GDDR3 und 2600 XT GDDR4 kann die GeForce 8600 GTS deutlich bessere Resultate abliefern. Mit zirka 170 Euro kostet die GeForce 8600 GTS rund 80 Euro weniger als eine günstige GeForce 8800 GTS und rund 40 Euro mehr als eine Radeon 2600XT mit GDDR4.

Die Leistungsfähigkeit der Ge-Force 8600 GTS reicht aus, um alle aktuellen Spiele flüssig zu spielen, wenn auch nicht mit den höchsten Auflösungen, falls AA (Anti Aliasing) und AF (Anisotropes Filtering) eingeschaltet werden. Solche Ansprüche zu bedienen, ist den Highend-Modellen vorbehalten, die locker das Doppelte kosten.

Wer ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis bei einer insgesamt gehobenen Leistung möchte, kann mit der GeForce 8600 GTS glücklich werden. Karten, die auf dem 8600 GTS beruhen, bieten zudem ein enormes Übertaktungspotenzial, sodass dadurch in Spielen noch einige Frames mehr herauszuholen sind. Der Hersteller BFG beispielsweise übertaktet die GTS bis an ihre Grenzen, allerdings ist die Karte mit 229 Euro dementsprechend teuer. In diesem Fall sollte man noch einmal 20 Euro drauflegen und gleich zu einer 8800 GTS mit 320 MByte greifen, die auch bei normalem Takt deutlich mehr unter der Haube hat.

Fazit

Mit DX10 werden Shader und Lichteffekte komplexer und detaillierter als je zuvor. Somit ist der Rechenaufwand deutlich höher. Jede Sekunde muss die Grafikkarte immerhin mindestens 25 Bilder berechnen, damit es nicht ruckelt und der Spielablauf flüssig ist. Wie der Test zeigt, bricht die Leistung der getesteten Karten bei einer Auflösung von 1600 x 1200 Bildpunkten deutlich ein. Wer auf den optisch letzten Schliff verzichten kann, ist im Midrange-Segment unter 200 Euro also bestens bedient.

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