Sicherheit

Microsoft-Patch löscht Google Chrome

Microsoft ist bei einem Update der Microsoft Security Essentials ein peinlicher Lapsus unterlaufen: Das Sicherheitstool forderte nach dem Update den Nutzer auf, den Browser Google Chrome zu löschen, da es dessen ausführbare Datei als Trojaner identifizierte.

Chrome Logo

© google

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Microsofts Patch hatte fälschlicherweise die Datei chrome.exe als Teil des Banking-Trojaners ZeuS erkannt.

Cyberkriminelle verursachten seit Juni diesen Jahres eine massive Spamwelle zur Verbreitung des Online-Banking-Trojaners ZeuS. Entgegen einigen Vorgängern waren die Mails in fehlerfreiem Deutsch und im Bankenjargon verfasst, was sie umso gefährlicher machte, sodass sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu einer Warnung veranlasst sah. Die Mail forderte zum Download der Datei "Konto055.zip" auf, die den Trojaner enthält.

Dieser hat es darauf abgesehen, mittels eines Keyloggers Login-Daten für Online-Banking-Seiten zu protokollieren. Außerdem werden die infizierten Rechner in ein internationales Botnetz eingebunden und werden somit selbst zu Spamschleudern.

Beim Google-Support liefen kurz nach Veröffentlichung des Patches erste Meldungen ein, Windows fordere die Nutzer auf, den Browser Chrome zu löschen. Eine Microsoft-Sprecherin sagte, rund 3000 User seien der Aufforderung nachgekommen, die Datei chrome.exe zu löschen und somit den Browser unbenutzbar zu machen.

Daraufhin veröffentlichte Microsoft am Freitag ein korrigierendes  Signatur-Update. Nach Einspielen des erneuten Updates mussten Nutzer den Browser Chrome neu installieren. Da die Profile mit den persönlichen Einstellungen und Bookmarks separat gespeichert werden, sind diese nach erneuter Installation des Browsers noch vorhanden, sodass kein Datenverlust entsteht. Mittlerweile hat Google eine neue Version des Browsers veröffentlicht, die den Fehler von Microsoft verhindert.

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