Erotik, spicken, mobben & Co.

Wie Kinder das Internet missbrauchen - Eltern oft nichtsahnend

Eine Studie zum Verhalten von Kindern in der digitalen Welt offenbart wenig Überraschendes, aber bestätigt mitunter Bekanntes und sicher Bedenkliches. Eltern wissen oft nicht über die Internet-Aktivitäten Ihrer Kinder Bescheid. Dazu zählen aktives Aufrufen von Erotik-Inhalten, Schummeln bei Prüfungen via Smartphone, Online-Mobbing und mehr.

McAfee hat die Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht.

© http://www.mcafee.com/de/

McAfee hat die Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht. Das Fazit: Eltern wissen oft nicht, was die Kinder im Internet treiben.

Was treiben Kinder im Internet? Der Online-Sicherheitsspezialist McAfee hat eine passende Studie mit dem Titel "Exploring the Digital Divide" (frei: Erforschung der digitalen Kluft) durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht. Dafür wurden in sechs europäischen Ländern - Deutschland, Vereinigtes Königreich (UK), Niederlande, Spanien, Italien und Frankreich - jeweils 200 Teenager nach ihren Internet-Nutzungsgewohnheiten befragt. Gleichzeitig mussten die Eltern angeben, wie viel sie glaubten, über die Aktivitäten ihrer Kinder zu wissen.

Die Erkenntnisse wurden anschließend mit Studienergebnissen aus den USA verglichen. Das allgemeine Fazit: Kinder finden immer häufiger Wege, ihre Online-Aktivitäten in der digitalen Welt vor den Eltern zu verbergen. Zudem sind sie anfällig dafür, etwa bei Tests mit Hilfe von Smartphones zu spicken, beziehungsweise anderweitig mit mobilen Internetgeräten zu schummeln oder andere Kinder online zu mobben. Eltern gaben sich zumeist entsprechend ahnungslos.

Vor allem US-Kinder würden das Internet aktiv nutzen, um unangemessene Inhalte wie beispielsweise Erotik und Pornografie zu konsumieren. 32 Prozent machten entsprechende Angaben, während bei deutschen Kindern mit 27 Prozent nicht bedeutend weniger Probanden unterschiedlich handeln würden. Bei den anderen Ländern ist Frankreich mit 11,5 Prozent Bejahungen bei dieser Frage hinter Spanien (29,5 Prozent), UK (25 Prozent), Niederlande (24,5 Prozent), Italien (23,5) auf dem siebten Platz. Fast jedes zweite Elternpaar war übrigens überzeugt, dass ihr Schützling im Internet noch nie auf pornografische Inhalte stieß.

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Auch beim Thema Schummeln mit mobilen Internetgeräten liegt die USA an der Spitze mit 16 Prozent. Deutschland folgt auf Platz Zwei mit 14,5 Prozent. Besonders "brav" seien laut McAfee diesmal die UK-Bewohner aus Großbritannien, Schottland, Wales und Nordirland mit lediglich drei Prozent. McAfee fragte die Teenager zudem, ob sie wüssten, wie man Online-Aktivitäten vor den Augen der Eltern verstecke. 33 Prozent der US-Kinder bejahten diese Frage. In Deutschland sind es 28,5 Prozent. Die Franzosen stellen sich mit 21 Prozent ein weiteres Mal als "vorbildlich" heraus.

Abschließend ging es um Cyber-Mobbing und dabei Faktoren wie Gruppenzwang. So gab fast jedes zehnte US-Kind - genau wie Teilnehmer aus den Niederlanden und Italien - an, online bereits andere Menschen diffamiert zu haben. In Deutschland betrifft dies mit sechs Prozent jeden Sechzehnten. Beim zweiten Thema - unterstützendes Rudelverhalten bei entdecktem Online-Mobbing - liegt UK an der Spitze mit zehn Prozent. Bei den USA und Deutschland sind es jeweils sechs und in Frankreich 2,3 Prozent.

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McAfee schreibt, dass die Ergebnisse nicht überraschen. Einige Erkenntnisse seien jedoch alarmierend. Da Kinder in einer Online-Welt aufwachsen, würden sie bei entsprechenden Thema deutlich mehr Kompetenzen mitbringen. Eltern sollten jedoch nicht resignieren. McAfee fordert Eltern dazu auf, sich mit der Komplexität des jugendlichen Online-Kosmos' auseinanderzusetzen, um mindestens über die Geräte Bescheid zu wissen, mit denen ihre Kinder das Internet nutzen.

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