Online-Geheimnisse

Was die meisten Eltern nicht wissen

Zwischen dem, was Eltern über das Treiben ihrer Sprösslinge im Netz zu wissen glauben und deren eigener Wahrnehmung klafft eine große Lücke. Dies belegt eine McAfee-Studie in Europa.

McAfee: Eine Studie liefert Einblicke in den Teenie-Alltag im Netz.

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McAfee: Eine Studie liefert Einblicke in den Teenie-Alltag im Netz.

Im Auftrag des Sicherheitsunternehmens McAfee hat Atomik Research im Oktober Eltern und Jugendliche in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Spanien, Niederlande und Italien) zum Online-Verhalten der Teenager befragt. Bei der Auswertung der Antworten zeigt sich schnell, dass viele Eltern zu wenig über die Netzaktivitäten ihres Nachwuchses wissen und von falschen Annahmen ausgehen.

So vertrauen 60 Prozent der befragten Eltern ungeprüft darauf, dass ihre Sprösslinge keine unangemessenen Inhalte konsumieren. Immerhin 28 Prozent gehen zudem davon aus, dass ihre Teenager die Wahrheit sagen, wenn sie über ihre Online-Streifzüge berichten. Dabei geben 41 Prozent der deutschen Jugendlichen an, sie würden Web-Seiten besuchen, mit denen ihre Eltern nicht einverstanden wären. Indes nehmen dies nur 27 Prozent der Eltern an. Ferner geben 39 Prozent der Teenager an, sie hätten absichtlich Videos angeschaut, die ihre Eltern nicht billigen würden, während nur 28 Prozent der befragten Eltern dies für möglich halten.

Zu dem ihren Eltern oft nicht bekannten Online-Verhalten Jugendlicher gehört, dass 13 Prozent illegale Musik-Kopien erworben und 4,5 Prozent bereits Alkohol oder andere Drogen online gekauft haben. Immerhin 7,5 Prozent haben bereits anstößige Fotos ihrer selbst ins Netz gestellt oder verschickt. Pornografische Bilder und Videos haben bereits 19 Prozent der Befragten Jugendlichen angeschaut, mehr als ein Viertel dieser Teenager macht das mehr als einmal im Monat.

Der Anteil der Jugendlichen, die sich schon einmal mit einer Online-Bekanntschaft getroffen haben, liegt bei 16 Prozent. Jeder dritte Jugendliche hat Testergebnisse online nachgeschlagen, während zwei Drittel der Eltern dies ihren Sprösslingen nicht zutrauen. Die Hälfte der befragten Eltern ist sich sicher heraus finden zu können, was ihr Nachwuchs im Netz treibt. Dagegen geben nur 23 Prozent der Jugendlichen an, sie wüssten nicht, wie sie ihre Online-Aktivitäten vor ihren Eltern verbergen könnten.

Damit ihre Eltern nicht mitbekommen, was sie so treiben, minimieren 40 Prozent der Jugendlichen das Browser-Fenster, wenn ein Elternteil den Raum betritt. Jeweils ein Drittel löscht stets den Browser-Verlauf (Chronik) oder nutzt das Internet außerhalb der elterlichen Wohnung. Unangemessene Videos löschen 16 Prozent, 17 Prozent benutzen eine Mail-Adresse, die ihre Eltern nicht kennen.

Es wird Eltern regelmäßig empfohlen mit dem Nachwuchs über Online-Sicherheit zu reden, doch nur gut die Hälfte der Befragten gibt an dies getan zu haben. Ein Viertel der Eltern unternimmt nichts zur Überwachung des Online-Verhaltens ihrer Kinder. Dies entspricht dem Anteil der Erziehungsberechtigten, die nicht meinen, ihre Kinder könnten im Internet Ärger bekommen oder Gefahren ausgesetzt sein. Dabei geben 21 Prozent der Jugendlichen an, ein Freund oder Klassenkamerad sei bereits Opfer von Cyber-Mobbing gewesen, neun Prozent waren schon selbst betroffen. Fast ein Drittel der Betroffenen hatte deshalb Selbstmordgedanken.

Diejenigen Eltern, die bereits Kontrollmöglichkeiten nutzen, setzen zu 12 Prozent auf Kindersicherungen für Smartphones. Auf dem heimischen PC setzen 26 Prozent solche Programme ein. Das Passwort zum Mail- und Facebook-Konto haben sich 18 Prozent der Eltern geben lassen, 16 Prozent kennen die PIN für das Handy.

Kinder und Jugendliche entdecken die Online-Welt für sich und finden sie spannend. Sie nehmen sie zudem als einen Bereich wahr, in dem sie sich der Kontrolle ihrer Eltern entziehen können. Sie kennen sich meist besser mit der Technik aus als ihre Altvorderen. Eltern wie Jugendliche schätzen mögliche Risiken als eher gering ein. Die Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht" hat einen Ratgeber für Eltern erstellt, der konkrete Tipps gibt, wie sie ihre Kinder vor unangemessenen Inhalten im Netz schützen können.

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© McAfee

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