Interview mit Andreas Heyden

Maxdome: "4K wird kommen"

Die video-Leser haben Maxdome bei der letzten Leserwahl zur besten deutschen Online-Videothek gewählt. Wir haben Andreas Heyden, den Geschäftsführer von Maxdome, in einem Interview zum aktuellen Stand seines Unternehmens befragt.

Maxdome Homepage

© Screenshot: http://www.maxdome.de/

Maxdome Homepage

Video: Die Onlinevideothek Maxdome gibt es ja schon eine ganze Weile. Die video-Leser haben Sie bei der letzten Leserwahl zur besten deutschen Onlinevideothek gewählt. Erzählen Sie ihren Wählern doch bitte kurz, wo Maxdome heute steht.

Andreas Heyden: Zunächst möchte ich mich ganz besonders bei den Lesern der video für den Preis bedanken. Die ganze Maxdome-Mannschaft hat sich sehr über das Ergebnis gefreut. Maxdome ist 2006 gestartet, war damals weltweit die erste Onlinevideothek mit Abomodell und ist seither ein entscheidender Treiber für Video-on-Demand. Deshalb sehen wir es als großen Erfolg, dass Onlinevideotheken heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Die Bandbreite unserer Inhalte reicht mittlerweile von speziellen Kinderfilmen über Spielfilme und Comedy bis hin zu den neuesten US-Serien. Es ist einfach für alle etwas dabei und wie uns die Zahlen zeigen: unsere Kunden nutzen das Angebot auch in der Breite.

Video: Maxdome ist nicht nur die älteste, sondern auch die meistgenutzte Onlinevideothek in Deutschland. Das geht zumindest aus dem Jahresbericht der Pro7Sat1 AG hervor. Doch die Konkurrenz schläft nicht, vor allem Amazon Instant Video hat sein Angebot Anfang des Jahres massiv erweitert. Was tun Sie, um Ihre Position zu halten?

Heyden: Wir sind Marktführer, haben nach acht Jahren einen großen Erfahrungsschatz und eine sehr starke Position. Wir werden uns auch weiterhin an unseren Kunden orientieren und das Produkt auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Wie etwa bei Filmen und Serien, die wir für regelmäßige Nutzer im Paket als Abo anbieten, als auch im Einzelabruf für Kunden, die unser Angebot erst einmal unverbindlich ausprobieren wollen oder sich nicht binden möchten. Außerdem ist Maxdome auf den meisten Geräten verfügbar: Als erster Anbieter haben wir jetzt beispielsweise Apps für die drei großen Mobil-Plattformen iOS, Android und Windows. Fast jeder Tablet-Besitzer kann also Inhalte aus seinem Maxdome-Paket anschauen. Auf Smart-TVs und Spielkonsolen sind wir bereits seit Jahren vertreten. Und wir haben in vielen Bereichen besondere Angebote: Nur bei Maxdome gibt es beispielsweise Previews - also Serienfolgen, noch vor Erstausstrahlung im TV. Auch bei deutschen TV-Serien  haben wir das größte Angebot. Es wird häufig unterschätzt, wie stark das nachgefragt wird.

Video: Wir konnten in Tests aber auch schon feststellen, dass gerade bei Maxdome häufig von bestimmten Serien nicht alle Staffeln online sind. Werden so Kosten gespart oder woran liegt das?

Heyden: Die Lizenzierung und Veröffentlichung von Serienstaffeln ist sehr komplex. Serien mit fortlaufenden Erzählsträngen wie "Breaking Bad" werden häufig im "Binge Watching" angeschaut: Der Zuschauer sieht viele Folgen nacheinander an und taucht völlig in die Geschichte ein. Bei solchen Serien bieten wir das auch an. Bei episodischen Sitcoms wie "How I met your Mother" dagegen kommt es eher darauf an, immer die neuesten Folgen zur Verfügung zu stellen. Auch diesem Wunsch kommen wir entgegen, indem wir zum Beispiel bereits einen Tag nach US-Erstausstrahlung die aktuelle Episode zum Kauf anbieten. Dennoch versuchen wir natürlich alle Staffeln einer Serie komplett in unserem Angebot abzubilden. Hier besteht jedoch noch Optimierungsbedarf bei den Auswertungsstrategien der Studios, da wir teilweise Inhalte nur eine begrenzte Zeit anbieten können.

Video: Maxdome hat ja in den letzten anderthalb Jahren den Paket-Preis stark gesenkt und die Kündigungsfrist auf zwei Wochen zum Monatsende reduziert. Was brachte das in Sachen Abonnentenzahlen und Umsatz?

Heyden: Wir haben nicht nur den Preis und die Kündigungsfristen reduziert, sondern auch das Angebot in Struktur und in Darstellung vereinfacht. Im vergangenen April hatten wir noch über 20 verschiedene Angebote. Jetzt gibt es nur noch ein Angebot zu einem Preis. Unser Relaunch im Sommer wurde ebenfalls sehr positiv von den Kunden aufgenommen: Im Vergleich zum Vorjahr haben wir unsere Kundenzahl verdoppelt.

Video: Wir hatten in den letzten Tests nach der Preissenkung den Eindruck, dass das Angebot an zugkräftigen Filmen im Maxdome-Paket gegenüber der Konkurrenz etwas nachließ. Wo liegt für Sie der Angebots-Schwerpunkt des Maxdome-Paketes und wie gewinnen Sie am besten neue Abo-Kunden?

Heyden: Ihr Eindruck täuscht. Wir bieten unseren Kunden die größte Auswahl an attraktiven Filmen an und haben seitdem nochmal unser Angebot um über 1.000 Spielfilme erweitert. Zudem sichern wir uns durch Content-Vereinbarungen mit über 180 Lizenzgebern laufend frische Inhalte für unsere Kunden. Der Schwerpunkt unseres Angebots liegt sowohl auf Serien als auch auf Spielfilmen. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass die Zuschauer wegen bekannter Filme zu uns kommen und dann wegen der Serien bleiben. Die Bereiche ergänzen sich also perfekt.

Video: Wie entscheiden Sie, welche Filme und Serien Sie mit höchster Priorität anbieten?

Heyden: Wir planen unsere Portfolioauswahl mithilfe verschiedener Auswertungen. Wir sehen uns täglich genau an, welche Inhalte unsere Zuschauer abrufen. Mitunter orientieren wir uns daran, was über Google oder in illegalen BitTorrent-Tauschnetzwerken am häufigsten gesucht wird. Diese Inhalte versuchen wir möglichst in unser Programm aufzunehmen, um eine sehr gute legale Alternative zu den Tauschbörsen zu bieten.

Video: Welcher Teil Ihrer beiden Angebote ist derzeit bedeutender - das Abo-Paket oder der Einzelabruf?

Heyden: Die beiden Bereiche stehen ausgeglichen nebeneinander - in der Kundenbasis als auch beim Umsatz. Dabei lässt sich feststellen, dass die Kunden im Einzelabruf sehr treu sind und Maxdome regelmäßig nutzen, statt aktuelle Spielfilme aus der Videothek auszuleihen oder zu kaufen. Die Abo-Kunden nutzen unser Angebot eher in der gesamten Breite und mit starkem Fokus auf die Serieninhalte. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die für die nächsten Jahre ein starkes Wachstum der Aboangebote voraussehen. Das sehe ich ähnlich.

Video: Ist das Aboangebot nicht auch eine günstigere Alternative zum Pay-TV?

Heyden: Nein, Maxdome konkurriert weder mit Free- noch mit Pay-TV. Das Mediennutzungsverhalten fragmentiert immer weiter und dafür gibt es eben auch entsprechend unterschiedliche Angebotsformen. Klar ist es toll, wenn man eine Serie auf Maxdome jederzeit und überall anschauen kann. Dafür sind die Abonnenten auch bereit, etwas zu bezahlen. Allerdings geht das eher zulasten der DVD-Nutzung oder der klassischen Videothek um die Ecke als auf Kosten von Pay-TV.

Video: Dass Abo-Videotheken einen wahren Boom auslösen können, ist ja in den USA bei Netflix zu beobachten, die ja inzwischen tatsächlich die großen TV-Networks das Fürchten lehren. Wenn wir alle Zeichen richtig deuten, dann dürfte Netflix im Laufe des Jahres auch in Deutschland starten. Wie bereiten Sie maxdome auf diesen mächtigen Konkurrenten vor?

Heyden: Netflix sollte sich genau überlegen, ob sie in Ländern wie Deutschland und Frankreich starten. Immerhin sind das beides sehr komplexe Märkte im Vergleich zu den Ländern, in denen Netflix bereits vertreten ist. Hierzulande laufen Filme üblicherweise synchronisiert, im Gegensatz etwa zu Skandinavien und den Niederlanden. Leicht wird es für Netflix also sicher nicht, aber ein weiterer Wettbewerber bringt noch mehr Power auf das Thema und der Markt bietet auch noch viel Platz. Im Vergleich zum Fernsehen sind wir noch sehr jung und übersichtlich. Ein durchschnittlicher Haushalt empfängt mehr als 80 Sender. Wir haben bislang drei relevante Onlinevideotheken in Deutschland. Und Maxdome ist in vielerlei Hinsicht sehr gut aufgestellt - durch unsere langjährigen Kooperationen mit vielen Filmanbietern und unsere guten Beziehungen zu Geräteherstellern. Übrigens auch mit Netflix pflegt die ProSiebenSat.1 Group Geschäftsbeziehungen. Das Tochterunternehmen "Red Arrow" produziert für Netflix zum Beispiel die Serie "Lillyhammer". Und die Netflix-Serie "House of Cards" stand auch bei Maxdome zum Abruf.

Video: A propos teurerer Content: Macht die neue Vergütungsregelung deutscher Onlinevideotheken mit der GEMA Filme und Abo-Pakete eigentlich künftig teurer?

Heyden: Nein. Die neue Vergütungsregelung wird sich nicht auf die Abo-Preise auswirken.

Video: Abgesehen vom Angebot an Filmen und Serien - was planen Sie an technischen Innovationen bei Maxdome? Es gibt ja erste Filme mit 5.1-Kanalton, in einer Präsentation ist sogar von Dolby True HD die Rede. Was können wir da in nächster Zeit erwarten?

Heyden: Wir investieren auch weiter in die technische Qualität, zum Beispiel in 5.1-Ton. Kunden suchen hier aktiv nach technisch hochwertigen Filmen, eben auch mit Kino-Raumklang. Wir wollen künftig alle verfügbaren Neuheiten mit 5.1-Kanalton anbieten. Auch das Thema 4K auf den neuen UHD-Fernsehern tragen wir vor uns her, das wird definitiv kommen. Da hat eine Onlinevideothek natürlich gegenüber den klassischen TV-Übertragungswegen große Vorteile. Wir sprechen darüber mit großen Partnern aus der TV-Industrie und werden schon bald weitere Schritte ankündigen.

Video: Vielen herzlichen Dank für das ausführliche Gespräch.

Andreas Heyden, Geschäftsführer von Maxdome

© Maxdome

Andreas Heyden, Geschäftsführer von Maxdome
Maxdome Serienangebot

© Screenshot: http://www.maxdome.de/serie/all

In der Onlinevideothek Maxdome finden Sie unter anderem ein breites Angebot an Serien und Serien-Previews.
Maxdome Informationen

© Screenshot: http://www.maxdome.de/so-gehts

Auf der Webseite von Maxdome können Sie sich über Nutzungsmöglichkeiten und Kosten der Onlinevideothek.

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