VPN-Dienste behindert

Mastercard und Visa gegen anonymes Surfen

Die Abhörskandale um Prism, Tempora und neuerdings DGSE steigern die Nachfrage nach Privatheit im Netz. Diese kann völlig legal mit VPN-Verbindungen erreicht werden. Nun verweigern Visa und Mastercard die Bezahlungen an VPN-Provider.

Mastercard und VIsa gegen VPN: Die Kreditkartenfirmen sind gegen Zahlungen an VPN-Dienstleister.

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Mastercard und VIsa gegen VPN: Die Kreditkartenfirmen sind gegen Zahlungen an VPN-Dienstleister.

Wer seine Privatspähre beim Surfen im Netz wahren will und nicht möchte, dass sein eigener Internetprovider und die großen staatlichen Datenkraken wie Prism oder Tempora mitlesen und mitprotokollieren, kann dies über einen VPN-Provider erreichen. Nutzer können so ihre IP-Adresse verschleiern, indem sie über eine verschlüsselte Verbindung mit dem VPN-Provider verbunden sind, der die Anfragen dann weiterleitet.

Dies sehen die Kreditkartenunternehmen kritisch. Mastercard und Visa boykottieren die Zahlungen der Nutzer an VPN-Provider. Betroffen sind die schwedischen VPN-Dienstleister IPredator und Payson, als weitere Beispiele werden die Dienste Anonine, Mullvad, VPNTunnel und Privatvpn genannt. Da es auch noch andere Zahlungswege gibt, bedeute das natürlich noch nicht das Aus für diese VPN-Angebote, erschwert wird der Betrieb schon.

Natürlich stehen VPN-Dienste schon lange in der Kritik, weil sich damit auch das Filesharing geschützter Inhalte verschleiern lässt. Dennoch erscheint der zeitliche Zusammenhang der Zahlungssperren mit der Aufdeckung der staatlichen Beinahe-komplett-Abhörprogramme in den USA (Prism), in England (Tempora) und jetzt auch in Frankreich (DGSE) als ein höchst merkwürdiger Zufall.

Dazu im scheinbaren Widerspruch steht die Freigabe der Spendenzahlungen an Wikileaks. Diese waren im Zusammenhang mit der sogenannten "Cablegate-Affäre", als u.a. Material von US-Botschaften veröffentlicht wurde, gesperrt worden. Das lädt natürlich zu allerlei Spekulationen ein.

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