Malvertising

Ebay.de, T-Online.de & Co.: Schädliche Werbung nun auch auf deutschen Webseiten

Es ist wenige Tage her, da wurde die Daily Mail im Vereinigten Königreich Opfer von Malvertising: schädlicher Werbung. Nun traf es auch deutsche Webseiten.

Datensicherheit im Managed-Service-Modell

© Julien Eichinger - Fotolia.com

Das Surfen im Web wird gefährlicher - treffen Sie Vorsichtsmaßnahmen!

Das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes hat eine Malvertising-Kampagne entdeckt, die auf deutschen Webseiten ihr Unwesen trieb. Konkret handelt es sich dabei um schädliche Werbeanzeigen, die beispielsweise via Flash ausgespielt werden. Verantwortlich zeichnen Cyberkriminelle, die es laut des Malwarebytes-Blogs geschafft haben sollen, ihre schädlichen Inhalte in seriösen Werbenetzwerken unterzubringen. Solche Netzwerke fungieren als Dienstleister für Webseiten-Betreiber. Die Anbieter steuern die Werbeanzeigen auf den Online-Präsenzen.

Betroffen waren laut Malwarebytes unter anderem die Webseiten ebay.de, t-online.de, arcor.de und mehr. Allein diese drei deutschen Domains haben laut Webanalysen insgesamt über 200 Millionen Aufrufe im Monat. Die gesammelten Daten der Sicherheitsexperten lassen vermuten, dass auf den genannten Webseiten und weiteren, kleineren Domains seit dem vergangenen Wochenende schädliche Werbung ausgespielt wurde.

Lesetipp: Bild.de Sperre umgehen – Abmahnung für Youtuber

Hat ein Nutzer beispielsweise Ebay.de aufgerufen, wurde automatisch eine präparierte Werbeanzeige aufgerufen, die den Nutzer zu schädlichen Inhalten weitergeleitet hat. Unter anderem identifizierte Malwarebytes die gefährlichen Exploit Kits Angler und Neutrino. Diese waren schon in der Vergangenheit immer oben mit dabei, wenn es darum ging, aktuelle und sogar noch unveröffentlichte Sicherheitslücken auszunutzen. Ist ein Nutzer ohne Sicherheits-Software unterwegs und hat womöglich noch Add-ons wie Flash, Java & Co. aktiviert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, sich in den vergangenen Tagen Schädlinge eingefangen zu haben.

Wir empfehlen dann einen gründlichen Scan mit aktueller Antiviren-Software, um Trojaner und Viren aufzuspüren. Zur Sicherheit sollten Sie noch die Tipps aus unserem Ratgeber zum Thema Botnetz-Check zu befolgen. In der Zukunft sollten Sie Windows oder andere Betriebssysteme und Ihre eingesetzte Software – inklusive Echtzeit-Malwareschutz – aktuell halten.

Lesetipp: Flash und Java mit Chrome, Firefox und Co. sicher im Griff

Malwarebytes hat die Betreiber bereits informiert. Auf den größten Webseiten ist das Problem bereits behoben. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass weiterhin Webseiten Schädlinge verteilen können. Erst vor rund einer Woche wurde eine Malvertising-Kampagne auf der Webseite der britischen Tageszeitung Daily Mail entdeckt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande mit entsprechenden Gefahren zu rechnen ist.

Mehr zum Thema

© wk1003mike / shutterstock
Ransomware entfernen

Viele Nutzer werden Opfer von Erpresser-Trojanern (Ransomware). Die US-Bundespolizei FBI kann nur einen ernüchternden Rat geben: einfach zahlen!
Locky
Krypto-Locker

Die Cyberkriminellen hinter dem Locky-Trojaner drehen auf. Nach Rechnungen folgen vorgebliche Benachrichtigungen für empfangene Fax-Dokumente und…
Sicherheitslücken am PC
Polizei warnt vor Spam

Cyberkriminelle nutzen die Angst um Locky, um weitere Trojaner zu verbreiten. Die Polizei warnt vor Spam-Mails mit einem „BKA Locky Removal Kit“.
Symbolbild für Internet-Sicherheit und Spionage
Erpressungs-Trojaner

Experten sind auf einen Erpressungs-Trojaner gestoßen, der nicht nur Daten verschlüsselt, sondern auch Passwörter stiehlt. So schützen Sie sich.
© wk1003mike / shutterstock
Sicherheit

Wer sich einen Erpressungs-Trojaner (Ransomware) eingefangen hat, bekommt mit Glück das passende Tool zur Entschlüsselung seiner Daten.