Adapter-Wahnsinn

MacBook 2015 mit 12 Zoll - Apples Pflicht-USB-Zubehör für bis zu 89 Euro

Das MacBook mit 12 Zoll hält für Stromzufuhr und Peripherie lediglich einen USB 3.1 Type C Anschluss bereit. Adapter lässt sich Apple fürstlich bezahlen. Das dürfte bei den meisten Anwendern zu Problemen führen.

Apple MacBook 12 Zoll

© Apple

Das neue MacBook bietet nur noch einen USB-Anschluss!

Nehmen wir an, Sie sind mit dem neuen MacBook mit 12-Zoll-Display auf Dienstreise. Der Akku ist fast leer und sie müssen in wenigen Minuten einen wichtigen Vortrag halten, inklusive angeschlossenem Beamer für die Kunden. Natürlich hat Ihr Vorgesetzter vorab noch schnell Details auf den Powerpoint-Folien geändert und Ihnen die Präsentation auf einem gewöhnlichen USB-Stick zurücklegen lassen. Vielleicht checken Sie noch den Ladestand Ihrer kabellosen USB-Maus, damit Sie bequem zwischen den Folien wechseln können, ohne dauerhaft vor der MacBook-Tastatur stehen zu müssen.

Wer sich an dieser Stelle nicht genauer mit seiner neuen Hardware beschäftigt hat, der steht vor einem großen Problem. Das neue MacBook mit 12-Zoll-Display hat neben einem Stereo-Klinkenstecker lediglich noch einen Anschluss: einen "USB 3.1 Type C"-Port (USB-C). Richtig gelesen: Das neue MacBook hat keinen eigenen Anschluss mehr für das Netzteil. Um ständiges USB-Stecker-Jonglieren zu vermindern, wurde das Design des Anschlusses geändert. Ohne weiteres können Sie also alle bisherigen USB-Geräte nicht mehr verwenden. Der neue Anschluss verbindet dafür künftig nicht nur USB-Geräte, sondern übermittelt auch Bildschirmsignale und nimmt genügend Strom für den Betrieb größerer Geräte auf.

Ein Anschluss für alles

Schön und gut, dachte sich ein Apple-Designer: ein Anschluss für alles! Netter Nebeneffekt: Apple hat mal eben das bis dato schlankste MacBook der Firmengeschichte designen können, weil die Entwickler weniger Anschlüsse einbauen mussten.

Etwas blöd: Ohne weiteres können Sie entweder nur ihren MacBook-Akku aufladen oder ein modernes Gerät mit kompatiblem Anschluss einstecken, bzw. ihm Strom spenden - etwa einem Smartphone. Ihre bisherige USB-Peripherie wird mit einem Schlag fast unbrauchbar. USB-Sticks, -Mäuse, -Festplatten, -Gamepads und mehr fallen beim gleichzeitigen Laden des Akkus nicht nur weg. Sie müssten theoretisch auch gleich nach neuen Geräten mit passenden Anschlüssen schauen - um sie zu nutzen, wenn der eine USB-Anschluss des MacBooks gerade frei ist.

Adapter als Zauberwort

Die Lösung wäre ein Adapter. Im Normalfall kosten diese wenige Euro - aber nicht bei Apple. So viel war bekannt: Apple ruft beispielsweise seit jeher für einen VGA-auf-DisplayPort-Adapter schlanke 30 Euro auf. Doch das wirkt seit der Vorstellung des MacBooks mit 12-Zoll-Display geradezu günstig.

Schaut man sich im Apple Store die Neueinsteiger beim Zubehör an, fallen einem Nutzer vier Artikel auf, die den Zusatz "USB-C" im Namen tragen, also bereit für das neue MacBook sind. Fast schon wie ein Schnäppchen wirken 20 Euro für einen Adapter, der den USB-C-Anschluss des neuen MacBooks zu einem gewöhnlichen USB-Port macht. Unnötig zu sagen, dass man das MacBook nicht aufladen kann, während man etwa Dateien mit diesem Adapter auf eine alte USB-Festplatte kopiert.

89 Euro für Bildschirm- und USB-Ausgang

Ein anderer Adapter muss her: Neben einem USB-C-Ladekabel für 35 Euro gibt es noch zwei Adapter, die den USB-C-Anschluss aufteilen. Zum fürstlichen Preis von 89 Euro bekommen Kunden die Möglichkeit, USB-C, HDMI/VGA und klassisches USB zu verwenden: für 89 Euro! Adapter für Nutzer von Thunderbolt-Bildschirmen gibt es übrigens noch gar nicht. Der Preis dürfte aber künftig ähnlich hoch liegen.

Das schlanke Design des MacBook mit 12-Zoll-Display lässt sich Apple gut bezahlen. 1450 bis 1.600 Euro sind fällig. Rechnen Sie beim Kauf unbedingt Mehrkosten für Adapter mit ein. Vielleicht reicht Ihnen ein einfacher USB-Anschluss, vielleicht kommen Sie auch tatsächlich ohne aus. Sollten Sie sich eingangs des Artikels wiedererkannt haben, brauchen Sie je nach vorhandenem Beamer wohl das 89-Euro-Paket. Bei diesem brauchen Sie übrigens noch einen USB-Hub, wenn Sie mehr als ein USB-Gerät am MacBook betreiben wollen, etwa eine Maus und dazu ein USB-Stick.

Alternative?

Für sinnvoller halten wir es hingegen, auf das schlanke Design des neuen MacBooks (und die vergleichsweise schwache Leistung) zu verzichten und je nach Budget und Performance-Anspruch beim großen Bruder zuzuschlagen, dem MacBook Pro mit Retina Display. Wollen Sie unbedingt USB-C als erster Anwender nutzen, reicht vielleicht ein System mit Windows 10. Dort wird der Support vorhanden sein, sobald die Hardware auf dem Markt angekommen ist. Muss es ein Apple-Gerät sein, wäre ein MacBook Air womöglich die bessere Alternative.

Mehr zum Thema

Je nach SSD-Hersteller ist die Performance im MacBook Air sehr launisch.
Speed-Lotterie

Apples MacBook Air ist etwas preiswerter als die Vorgänger. Dafür liefern die verbauten SSDs unterschiedliche Ergebnisse in Performance-Tests.
Foto des Medion Akoya E6412T (MD 99450)
Aldi-Laptop

Aldi Nord bietet den Laptop Medion Akoya E6412T (MD 99450) ab dem 26. Februar 2015 für 349 Euro. Was denken Tester über das Multitouch-Notebook?
Acer Chromebooks
CES 2015

Acer hat auf der CES 2015 das Chromebook 15 vorgestellt. Es handelt es sich um das erste Notebook mit Chrome OS und einer Displaydiagonale von 15,6…
Acer-Chromebook
Windows 10 Notebook

Microsoft möchte mit Windows 10 auf dem Markt günstiger Laptops mitmischen. Die Redmonder planen Chromebook-Alternativen ab 149 US-Dollar.
Apple Event im Live Stream
WWDC-Keynote

Apple WWDC 2015: Im Live Stream sehen Sie die Keynote auf Apple-Geräten. Wir zeigen, wie Sie auch mit Windows, Android und Linux zuschauen.