Internet auf Uralt-PC

Bastler bringt 27 Jahre alten "Mac Plus" ins Web 2.0

Ein Entwickler aus den USA brachte einen Hauch von guten alten Zeiten in sein Heim: Seinen 27 Jahre alten Mac Plus brachte er dazu, im Web 2.0 lauffähig zu sein. Sein Fazit fällt nostalgisch aus.

27 Jahre alter PC wird dank Raspberry Pi webfähig: Ein Entwickler konnte mit seinem Mac Plus im Netz browsen.

© Keacher.com

27 Jahre alter PC wird dank Raspberry Pi webfähig: Ein Entwickler konnte mit seinem Mac Plus im Netz browsen.

Auf seinem Blog beschreibt der US-Bastler Jeff Keacher ein interessantes Projekt: Seinen allerersten Rechner, einen Mac Plus, wollte er mit dem Internet verbinden und mit ihm durch das heutige Web 2.0 browsen.

Die Spezifikationen des Uralt-Rechners wären nach heutigen Maßstäben wohl ein schlechter Scherz - eine 8 MHz CPU, 4 MB RAM, 50 MB Festplattenspeicher und ein Schwarz-Weiß-Monitor mit einer Auflösung von 512 x 342 Pixeln sind alles, was der Mac Plus zu bieten hat. Der aktuelle Heimrechner Keachers sei ungefähr 200.000 Mal schneller.

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Auf dem Weg ins Internet musste Keacher mit seinem Mac Plus einige Schwierigkeiten bewältigen. Einfach war für ihn laut eigenen Angaben, einen passenden Web-Browser zu finden, denn "in den staubigen Ecken des Internets gibt es noch Leute, die längst vergessene FTP-Seiten betreiben". Damit fiel seine Wahl auf den Browser MacWeb 2.0 - dieser war nämlich noch alt genug, um auf Keachers Mac Plus zu laufen und noch modern genug, um HTML zu rendern und HTTP zu verstehen.

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Die größere Herausforderung bestand darin, den Rechner physisch an einen Router anzuschließen. Hierfür bediente sich Keacher eines Raspberry Pi, den er als externe Schnittstelle umprogrammierte. Dadurch konnte er über den seriellen Port Daten senden und empfangen.

Ein Problem galt es noch zu bewältigen: Aufgrund des fortgeschrittenen Alters konnte der Browser weder moderne HTTP-Protokolle noch Cookies oder gar CSS verarbeiten - doch mittels einer eigens entwickelten Softwarelösung konnte Keacher die nicht anzeigbaren Elemente herausfiltern und so einen funktionierenden Internet-Browser schaffen.

Das Ergebnis war wie erwartet langsam - der Browser brauchte mehrere Minuten zum Seitenaufbau. Doch für Keacher hat es sich gelohnt, denn einen alten PC wieder zum Leben zu erwecken sei für ihn wie "einen Oldtimer auf die Straße zu bringen". Auf dem Blog von Jeff Keacher lesen Sie mehr über die Details.

Der Raspberry Pi diente für Keacher als externe Schnittstelle.

© Keacher.com

Der Raspberry Pi diente für Keacher als externe Schnittstelle.
Die Web-Darstellung ist fast schon vergleichbar mit denen mobiler Browser.

© Keacher.com

Die Web-Darstellung ist fast schon vergleichbar mit jener auf mobilen Browsern.

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