Möglicher Insiderhandel?

Litecoin-Erfinder verkauft LTC-Bestand: Coinbase stoppt Bitcoin-Cash-Handel

Der Litecoin-Erfinder Charlie Lee verkauft seinen Bestand, Kritiker vermuten Insidergeschäfte mit Bitcoin Cash. Coinbase prüft das und stoppt den BCC-Handel.

Litecoin

© Screenshot / litecoin.com

Der Litecoin-Kurs steht am Donnerstagmorgen bei 290 Euro, er hält sich stabil auf hohem Niveau.

Der Litecoin-Erfinder Charlie Lee sieht wegen des steigenden Kurses seiner Kryptowährung und seines Einflusses in der Kryptowelt einen Interessenskonflikt. Auf Reddit gibt er bekannt, dass er alle seine Litecoin-Einheiten verkauft und den Betrag gespendet habe. Es ist nicht bekannt, wie viele Einheiten er insgesamt besessen hat. Laut seinen Aussagen war es nur ein kleiner Prozentteil des täglichen Handelsvolumens auf der Börse GDAX. Der Kurs sei davon unberührt geblieben.

Laut coinmarketcap.com beträgt das 24-Stunden-Volumen von Litecoin aktuell knapp über 329 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vortag ist es um 20 Prozent gestiegen, was natürlich nicht (nur) an Charlie Lee gelegen haben muss. Das Interesse derzeit ist ohnehin sehr groß an der Bitcoin-Alternative (Altcoin): Der Kurs legt seit gut einem halben Tag langsam aber stetig zu und steht aktuell bei rund 290 Euro bzw. 320 US-Dollar.

Währenddessen werden Stimmen laut, die Zweifel an Charlie Lees Motiven andeuten. Es sei immer ein schlechtes Zeichen für die Zukunft, wenn sich Gründer von Ihren eigenen Assets trennen würden. An anderen Stellen wird vermutet, dass Lee sich mit Insider-Handel bereichert und seine Litecoins in Bitcoin Cash getauscht habe. Denn Charlie Lee ist nicht nur Erfinder des Altcoins, sondern auch Director of Engineering bei Coinbase. Die Börse hat fast parallel mit dem Bitcoin-Bezahldienstleiter BitPay Bitcoin Cash aufgenommen. Der Bitcoin-Cash-Kurs hat sich innerhalb weniger Tage dadurch verdoppelt.

Bitcoin Cash: Insiderhandel auf Coinbase?

Charlie Lee weist die Vorwürfe entschieden von sich. Er habe kein Interesse daran, das Litecoin-Projekt abzuschreiben. Er werde weiterhin in der Entwicklung von LTC mitwirken. Auch habe er kein Insiderwissen zu Bitcoin Cash (BCC/BCH) gehabt. Er selbst habe lediglich zwei Einheiten besessen, die er auf Coinbase bereits für je 5.000 US-Dollar verkauft habe. Dessen Kurs steht aktuell bei über 2.800 Euro, nachdem zwischenzeitlich über 8.000 US-Dollar für einen Bitcoin Cash zu Buche standen.

Die Vorwürfe um den Insiderhandel beschäftigen nun auch Lees Arbeitgeber, gibt Coinbase-Chef Brian Armstrong auf dem Firmenblog bekannt. Derartige Bewegungen seien zwar bei Kryptowährungen üblich, die hohe Preisfluktuation vom Vortag bedürfe jedoch einer Untersuchung. Es sei für Mitarbeiter und Partner verboten, jegliche Informationen zum Start von Bitcoin Cash auf Coinbase zu veröffentlichen oder anderen Personen mitzuteilen.

Entsprechende Pläne der Börse kamen vor rund einem Monat auf. Der Handel mit Bitcoin Cash ist mittlerweile gestoppt worden, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Das Original-Statement von Charlie Lee finden Sie auf reddit.com, das Abstreiten der Gerüchte um einen Insiderhandel auf Twitter.

Einführung in Bitcoin und Kryptowährungen

Quelle: PC Magazin
Im Tutorial erklären wir die wichtigsten Grundlagen zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

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