Interview des Monats

Lexware: Markus Reithwiesner

Der Lexware Geschäftsführer Markus Reithwiesner im Interview. Er spricht über lexoffice und User-Wünsche.

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© Haufe

Business&IT: Herr Reithwiesner, was ist neu an lexoffice?

Markus Reithwiesner: Mehr als ein Jahr arbeiteten Entwickler und Designer-Teams nach dem Crowd-Sourcing-Prinzip mit über 800 friendly Usern an einer neuen Online-Komplettlösung für Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer. Mit der Methodik, frühzeitig die Kunden einzubinden, werden die Qualität, die Nutzerfreundlichkeit und das Nutzererlebnis einer Lösung deutlich gesteigert.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse im Crowd-Sourcing-Prozess war für uns, dass die Anwender keine oft angepriesenen "völlig neuartigen" oder "noch nie dagewesenen" Bedienkonzepte wünschten. Im Gegenteil: Der Anwender möchte die Lösung schnell und ohne Handbuch nutzen können. Gemeinsam mit den Nutzern haben wir so immer wieder Analogien gefunden, die ihnen die Bedienung deutlich vereinfachen. Beispielsweise ist die Suche der Funktion und Anmutung einer großen Suchmaschine im Web nachempfunden. Oder die Erfassung von eingehenden Rechnungen: Diese werden so einfach wie Fotos zugeordnet.

Der intuitive Aufbau und die benutzerfreundliche Oberfläche sind nur zwei der vielen Vorteile, die sich den lexoffice-Nutzern bieten. Über das Dashboard ist zu jeder Zeit eine Übersicht zur Finanzlage möglich - die übrigens in Echtzeit mit den aktuellen Kontoständen der Bankkonten abgeglichen wird - auch von unterwegs. Umsätze, Zahlungseingänge, Angebote und Auftragsbestätigungen, Gutschriften und Lieferscheine: Alles, was für das Business von Bedeutung ist, lässt sich mit wenigen Klicks auch grafisch darstellen. Das integrierte Online-Banking gleicht Rechnungen automatisch ab und ordnet allen Bankvorgängen die passenden Belege zu. Eingangsbelege werden automatisch erfasst und archiviert - zuverlässige Texterkennung inklusive.

Das alles funktioniert als reine Cloud-Lösung, das heißt: ohne Installation und mit den üblichen Browsern von jedem PC, Notebook oder iPad. Schlussendlich sind auch der Preis und das vollständig transparente Angebotsmodell einzigartig. Regulär ist lexoffice für 4,90 Euro (netto) im Monat erhältlich, als Einführungsangebot für drei Monate kostenlos. Dies ohne weitere Verpflichtungen und ohne Mindestvertragslaufzeit.

Welche Rolle spielt lexoffice im Portfolio der Haufe Gruppe?

Markus Reithwiesner: lexoffice ist ein Angebot für die Kunden, für die es bisher einfacher war, mit Word, Excel oder einem Zettelkasten zu arbeiten und das Buchen dem Steuerberater zu überlassen. Unter den Selbstständigen, Kleinunternehmen und Freiberuflern ist das die Mehrheit. lexoffice bietet viele Vorteile, von der schnelleren Übersicht und der besseren Organisation bis zum integrierten Banking - und arbeitet natürlich perfekt mit dem Steuerberater zusammen.

Wie wurden die Anwender bei der Entwicklung eingebunden?

Markus Reithwiesner: Wir starteten zunächst mit einer intensiven Needfinding-Phase. Hier wurden die Bedürfnisse und Anforderungen der Zielgruppe eruiert. Wir führten Interviews und haben uns nach dem "Follow me home"-Prinzip über einen Zeitraum bei Kleinunternehmen ,eingemietet', um durch Beobachtung noch mehr über deren Arbeitsweise kennenzulernen. Während der Entwicklung haben wir den Anwendern unzählige Prototypen vorgestellt, welche diskutiert und dann stetig verbessert wurden.

Ab März dieses Jahres bestand für die Interessierten die Möglichkeit, sich für das Crowd-Sourcing-Projekt meine lösung zu bewerben. Erstmalig konnte die Lösung im Arbeitsalltag genutzt werden. Die Resonanz war sehr gut: Es entstand eine Community aus über 800 Kleinunternehmern, Selbstständigen, Existenzgründern und Freelancern. Und die Einbindung der User ist selbst nach Live-Gang der Lösung keinesfalls abgeschlossen. Die Anwender haben weiterhin die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und über Vorschläge weiterer Kunden abzustimmen.

Wie realistisch waren die User-Wünsche?

Markus Reithwiesner: Die User-Wünsche waren sehr realistisch und wurden entsprechend behandelt. Selbstverständlich galt es auch hier zu priorisieren: Einzelmeinung versus Gesamtmeinung. Eine zusätzliche Funktionalität kann einem kleinen Teil der Kunden zwar zusätzlichen Nutzen bringen. Im Gegenzug ist es aber durchaus wahrscheinlich, dass genau diese Funktion dem größeren Anteil der Anwender die gewünschte Leichtigkeit und Einfachheit des Produktes nimmt. Zudem konnten wir durch die Abstimmung der User deutlich ein klares Meinungsbild ableiten.

Gab es auch Wünsche, die unerfüllt bleiben?

Markus Reithwiesner: Ja, aber diese sind zur Abstimmung unter allen Usern freigegeben. Das heißt, sollte die Mehrheit der Nutzer für eine bestimmte Funktion stimmen, so fließen diese Entscheidungen in die Entwicklung mit ein.

Funktionen wie der Datenexport fehlen noch zu diesem Zeitpunkt. Wann wird nachgebessert?

Markus Reithwiesner: Aufgrund der Tatsache, dass wir die User immer aktiv mit einbeziehen, trifft es das Wort Nachbesserung nicht ganz. Sollte der Wunsch des Datenexports von allen Usern präferiert werden, so wird dieser umgesetzt.

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