Wegen Förderung von Piraterie

Amazon entfernt Kodi (XBMC) aus dem App Store

Die beliebte Media-Player-App Kodi (XBMC) gibt es nicht mehr im App-Store von Amazon. Der Grund: Förderung von Piraterie.

Kodi-Logo XBMC

© Kodi

Kodi entfernt: Amazon muss sich Kritik bei der App-Politik gefallen lassen.

Amazon hatte die beliebte und kostenlose Media-Player-Software Kodi (ehemals XBMC) vergangene Woche aus seinem App Store verbannt. Ein aktuelles Schreiben des Online-Versandhändlers verrät den Grund: "Förderung von Piraterie" - also das Vorschubleisten illegaler Downloads von urheberrechtlich geschützten Inhalten. Die Begründung sorgt für einen Schock bei den Machern, Häme in der Community und Ärger vor allem bei Nutzern, die Kodi (XBMC) auf dem Fire TV installieren möchten und durch die ursprüngliche Aufnahme im App Store viel Zeit sparen und ihre Nerven schonen konnten.

Statt wie vorher über einen umständlichen Sideload konnten Nutzer einfach nur den Button für einen App-Download drücken, um Kodi zu installieren. Kodi ist bei Bastlern und Media-Center-Besitzern sehr beliebt. Die Software gibt es für verschiedene Plattformen: von PC und Mac OS X über Android und iOS bis hin zum Raspberry Pi. Durch den Support für Android war es auch möglich, Kodi auf dem Fire TV Stick zu installieren, um mehr als nur das Streaming-Angebot von Amazon und Standard-Dienste nutzen zu können.

Während Google Kodi erst kürzlich Einlass in seinen Play Store gewährte, sperrt Amazon die App nun. Ist die Begründung nachvollziehbar? Kodi dient lediglich dazu, Medieninhalte von lokalen und im Heimnetzwerk angeschlossenen Quellen zu öffnen oder via Drittanbieter-Apps aus dem Internet zu streamen. Der Funktionsumfang entspricht dem jedes besseren Media-Players auf dem Rechner - etwa dem VLC Player. Die Community vermutet die Einbindung von Drittanbieter-Apps als ausschlaggebend für Amazons Entscheidung. Dabei sind laut aftvnews.com im offiziellen Kodi-App-Paket gar keine Anbieter enthalten, die illegale Streams verlinken. Nutzer müssten sich schon proaktiv ein inoffizielles Repositorium von Apps beschaffen und entsprechende, fragwürdige Dienste installieren.

Reicht das, um aus dem App-Store von Amazon zu fliegen, müsste Amazon konsequenterweise auch andere Media-Player-Apps und sogar Browser mit Add-on-Kompatibilität sperren. Oft genug gibt es Erweiterungen, mit denen illegale Streams ermöglicht werden. Die Macher von Kodi vermuten, dass die Amazon-Verantwortlichen Apps auf Basis gesonderter Hinweise genauer beleuchten. Denn vergleichbare Apps wie die XBMC-Alternative Plex oder deutlich Piraterie-freundlichere Apps wie Popcorn Time oder XBMC-Klone wie TVMC oder SPMC befinden sich weiterhin bei Amazon im Angebot. Mehr lesen Sie in den verlinkten Artikeln.

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