Schluss für Kabelnutzer

kinox.to-Sperre: Vodafone legt Berufung ein - Update

Der Internetprovider Vodafone Kabel muss den Zugang zur Streaming-Website kinox.to seit Februar sperren. Der Anbieter hat nun Berufung eingelegt.

kinox.to bei Vodafone gesperrt

© Screenshots / Vodafone / kinox.to

Nutzer von Vodafone Kabel können kinox.to nicht mehr aufrufen. Constantin Film erwirkte vor Gericht eine einstweilige Verfügung.

Vodafone hat bereits in der vergangenen Woche Berufung gegen das Urteil des Landgerichts München eingelegt, wonach der Zugang zur Streaming-Webseite kinox.to gesperrt werden soll. Das sagte eine Sprecherin gegenüber Golem. Es fehle die rechtliche Grundlage für das Urteil, es entstehe ein Konflikt zwischen "Eigentumsrecht der jeweiligen Rechteinhaber[, der] Informationsfreiheit [des] Kunden und Vodafones Interesse an einem ungestörten Netzbetrieb.

"Als Accessprovider vermittelt Vodafone lediglich neutral den Zugang zum Internet. Wir sind der Auffassung, dass nach geltendem Recht Vodafone nicht verpflichtet werden kann, Urheberechtsverletzungen im Internet durch Sperren einzudämmen", ließ Vodafone gegenüber golem.de verlauten.

Originalmeldung vom 13.02.2018

Wer als Vodafone-Kunde einen Anschluss für Kabelinternet hat, kann nicht mehr ohne weiteres die Streaming-Webseite kinox.to aufrufen. Stattdessen kommt ein Hinweis des Anbieters, wonach das „Portal […] aufgrund eines urheberrechtlichen Anspruchs vorläufig nicht verfügbar“ sei. Das Landgericht München hat schon am 1. Februar entschieden, dass der Provider den Zugang zur umstrittenen Plattform sperren muss.

Die Sperre ist das Ergebnis einer einstweiligen Verfügung, die das Unternehmen Constantin Film erwirkt hat. Seit dem 9. Februar ist die Sperre bei Vodafone Kabel aktiv. Technisch gelöst wird die Blockade per DNS-Hijacking (Domain Name Service). Nutzeranfragen für kinox.to im Browser werden dabei abgefangen und nicht wie gewöhnlich behandelt. Anstatt dass der Server von kinox.to reagieren kann und dem Nutzer Inhalte liefert, blockiert Vodafone Kabel die Kommunikation und schaltet diese Sperrseite vor.

"Es geht um urheberrechtliche Ansprüche der Constantin Film, die durch Dritte verletzt worden sind", heißt es bei Vodafone. Weitere Informationen gibt es seitens des Providers noch nicht. Das Verfahren dauert noch an. Wie lange die Sperre aktiv bleibt, bleibt abzuwarten - ebenso, ob und wie andere Provider hierzulande in Zukunft reagieren.

Lesetipp: Abmahnungen beim Streaming vermeiden

kinox.to ist eine umstrittene Streaming-Webseite, auf der sich u.a. illegal vervielfältigte, aktuelle Kinofilme über den Browser ansehen lassen. Die Website kinox.to ging aus kino.to hervor, das 2011 offline genommen wurde - wegen ähnlichen Problemen des Streaming-Contents mit dem Urheberrecht. Vodafone ist nicht der erste Provider, der für kinox.to eine Sperre einrichtet. Auch Provider in Österreich blockieren kinox.to.

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