Infektionsrisiko

Jeder vierte Anwender benutzt einen veralteten Browser

Das Risiko, Opfer eines Malware-Angriffs im Web zu werden, hängt auch vom verwendeten Browser ab. Vor allem ist jedoch der Update-Stand der eingesetzten Software entscheidend für das Infektionsrisiko.

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© Archiv

Der Antivirushersteller Kaspersky Lab hat eine Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden, ob das Risiko, sich beim Surfen im Web einen Schädling einzufangen, vom verwendeten Browser abhängt. Dem liegt die These zugrunde, dass die Angreifer vor allem Sicherheitslücken in Plug-ins wie Adobe Reader, Flash und Java ausnutzen, es also weniger auf den benutzten Browser ankommen sollte.

Die Forscher haben Statistiken ausgewertet, die auf gesammelten Daten aus dem Kaspersky Cloud-Dienst KSN basieren. Dabei hat sich zunächst ergeben, dass unter Windows 7 mittlerweile Chrome der beliebteste Browser unter den Anwendern der Kaspersky-Schutzprogramme ist. Auf den Plätzen danach folgen Internet Explorer (IE) und Firefox, Opera und Safari liegen weit dahinter. Auf älteren Rechnern mit Windows XP liegt Firefox vorn, bei Nutzern der Windows-Home-Versionen ist der IE beliebter.

Etwa 23 Prozent der Anwender benutzen einen veralteten Browser und haben diesen nicht nach Bereitstellung eines Updates aktualisiert. 14,5 Prozent nutzen die jeweilige Vorgängerversion und 8,5 Prozent eine noch ältere Version. Die meisten Anwender brauchen über einen Monat, um das neueste Browser-Update zu installieren. Das bietet Angreifern ein üppiges Zeitfenster für Angriffe auf bekannte Schwachstellen.

Android-Malware weiter auf Wachstumskurs

Firefox-Benutzer sind am häufigsten Angriffen auf Plug-ins von Adobe (PDF, Flash) ausgesetzt. Chrome-Nutzer werden vor allem mit Werbeprogrammen (Adware) konfrontiert, beim Internet Explorer (IE) sind es besonders Browser-Toolbars, die ebenfalls Werbezwecken dienen.

In absoluten Zahlen werden bei Chrome-Nutzern die meisten Angriffsversuche gezählt, dann folgen Firefox, Opera und IE. Rechnet man die unterschiedliche Beliebtheit der einzelnen Browser bei den Anwendern heraus, ergibt sich ein anders Bild (siehe Grafik). Dann entfallen die meisten Angriffe auf Opera. Chrome und Firefox bilden das Mittelfeld und der IE das Schlusslicht.

Sergey Golovanov kommt im Kaspersky-Blog zu dem Schluss, dass es keine Hinweise auf gezielte Angriffe gegen Nutzer bestimmter Browser gibt. Es seien jedoch durchaus Unterschiede bei den Risikoprofilen zu beobachten. Diese beruhten auf unterschiedlichem Nutzerverhalten sowie technischen Unterschieden der Browser. Die veröffentlichten Ergebnisse der Kaspersky-Untersuchung bieten einige interessante Teilaspekte, ein klares Bild ergibt sich daraus jedoch nicht.

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