Urteil zum Wikileaks-Gründer

Julian Assange - Schwedisches Gericht bestätigt Haftbefehl

Schweden hat den Haftbefehl gegen Julian Assange bestätigt. Der Wikileaks-Gründer sitzt seit zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London.

© Snapperjack - wikipedia.de

Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London.

Die schwedische Richterin Lena Elgin hat am Mittwoch den Haftbefehl gegen Julian Assange bestätigt. Der Australier wird der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung in einem minderschweren Fall an zwei Frauen beschuldigt. Die schwedische Justiz verlangt die Auslieferung von Assange, um ihn in Schweden zu vernehmen. Der Wikileaks-Gründer bestreitet, die Tat begangen zu haben.

Die Generalstaatsanwältin Marianne Ny hatte den Haftbefehl im Oktober 2010 erlassen. Assange, der sich zu dem Zeitpunkt nicht mehr in Schweden aufhielt, weigerte sich, für Verhöre zurück zu kehren. Im November 2010 wurde daraufhin ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Wikileaks-Chef kam auf Kaution in London frei und erhielt politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft.

Laut der Richterin Lena Elgin bestehe weiterhin ein hinreichender Verdacht gegen Assange. Er sei ein Verdächtiger und müsse dafür in Schweden vernommen werden. Sie wies die Verfahrensklage von Assanges neuen schwedischen Anwälten Thomas Olsson und Per Samuelson ab. Darin verlangten die Anwälte die Aufhebung der Klage. Der Fall werde nicht schnell genug bearbeitet und die jahrelange Isolation von Assange sei unverhältnismäßig.

Der Australier genießt seit zwei Jahren politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Die britischen Behörden wollen ihn nach Schweden ausliefern. Assange hat jedoch Angst vor einer Abschiebung in die USA, daher fordern seine Anwälte eine Vernehmung in London. Die schwedische Richterin begründet die Vernehmung in Schweden jedoch damit, dass mehrere Verhöre notwendig seien und eine Speichelprobe entnommen werden müsse. Assanges Anwälte wollen in Berufung gehen.

Mehr zum Thema

Im Januar hat Justin Bieber sein Nachbarhaus mit Eiern beworfen.
Vandalismus-Klage

Nachdem Justin Bieber ein Nachbarhaus mit Eiern beworfen haben soll, droht eine Verurteilung. Die Staatsanwaltschaft soll das Verfahren einleiten.
Promi-News: Justin Bieber wegen Vandalismus zwei Jahre auf Bewährung
Vandalismus-Klage

Justin Bieber wurde wegen Vandalismus zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Welche anderen Konsequezen erwarten ihn?
Darstellung Kim Dotcoms durch Graffiti-Künstler Thierry Ehrmann, Abode of Chaos Museum, Frankreich.
Urteil zum Megaupload-Gründer

Kim Doctom muss per Gerichtsanordnung sein Vermögen offenlegen. Das Urteil soll verhindern, dass er sein Kapital in einer Internet-Firma versteckt.
Snowden, NSA-Skandal, Whistle-Blower
NSA-Skandal

Der Whistleblower Edward Snowden hat eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung in Russland bekommen. Jetzt darf er sich dort weitgehend frei bewegen.
Big Brother in Russland sorgt für Aufregung.
Dagegen ist Deutschland ein Kindergarten

Gruppenschlägereien in der Küche oder prügelnde Bikini-Models am Pool sind im russischen Big-Brother-Haus wohl normal. Ein Youtube-Video…