Kryptowährung leidet

IOTA-Kurs auf Tauchfahrt: Laut Analyse überbewertet - fragwürdige CEO-Reaktionen

Der Krypto Fond Multicoin Capital liefert eine IOTA-Analyse mit viel Kritik. Darauf reagiert IOTA-CEO Sonstebo mit gepfefferten Tweets. Das drückt auf den Kurs.

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Der Krypto Fond Multicoin Capital äußert an der Kryptowährung IOTA einiges an Kritik. In einer Analyse attestieren die Finanzexperten IOTA eine Überbewertung. Auf die Präsentation reagiert einer der IOTA-CEOs auf Twitter mit gepfefferten Kommentaren. Schon vorher fiel der Unternehmer David Sonstebo für Nutzer unangenehm auf. Das von vielen als unprofessionell empfundene Verhalten schreckt IOTA-Interessenten ab, was den Kurs zusätzlich zu den schlechten Analyse-Ergbnissen fallen lässt. Der Kurs stand vor einer Woche laut Coingecko bei 2,71 US-Dollar und sank seitdem beständig auf mittlerweile 2,23 US-Dollar pro Token ab.

  • Update 30.01.2018: Der IOTA-Kurs könnte sich schon bald erholen. Sonstebo gibt sich professioneller. Und es gibt Neuigkeiten zur Trinity/UCL-Wallet.

Zwar glauben Firmen wie Bosch oder VW an IOTA und investieren auf ihre Weise in die Währung, doch könnte ein Shitstorm drohen, falls der CEO seine öffentlichen Ausbrüche nicht in den Griff bekommt. Als der Krypto Fond Multicoin Capital seine Analyse am 24. Januar bei einer Telefonkonferenz vorstellte, wollte David Sonstebo daran aktiv teilnehmen und gegen die Vorwürfe laut eigener Aussage argumentativ vorgehen. Nachdem er nicht zu Wort kam, machte der IOTA-CEO seinem Ärger auf Twitter Luft, wobei er aufgrund seiner Art kaum Unterstützung fand.

Hauptkritikpunkte der Multicoin Capital Studie an IOTA

Im IOTA-Netzwerk braucht es einen Coordinator, der das Netzwerk vor Angriffen schützt. Damit ist das System nicht dezentral, sondern wird von Verantwortlichen beaufsichtigt. Bisher gibt es zum Coordinator noch keine Angaben, ob und wann er unnötig wird. Teils musste IOTA den Coordinator wegen Bugs oder Angriffen ausschalten. Während der Coordinator offline ist, können Nutzer auch nicht auf das Netzwerk zugreifen.

Außerdem können Cyberkriminelle IOTA durch gezielte Angriffe lahm legen,  was in der Vergangenheit auch schon geschehen ist. Das kann allerdings jeder Webseite passieren und ist kein IOTA-internes Problem. Doch laut Analyse sollen die Offline-Zeiten von IOTA zu gehäuft vorkommen, da sich Nutzer auf Reddit und Github oft darüber auslassen. 

Offensichtlich geraten der Krypto Fond Multicoin Capital und IOTA auch im Puncto Sicherheit aneinander. Während die einen in ihrer Analyse "besorgt von Software Schwachstellen" sprechen, sieht IOTA die Hash-Funktion als "Scam-Kopierschutz". Zudem bemängelt Multicoin Capital, dass IoT-Hersteller Geräte erst mit Hardware nachrüsten müssen, um IOTA als Bezahlsystem zuzulassen. 

Die Analysten bezeichnen es als "Henne-Ei-Problem" und prophezeien: "Hardware-Firmen werden die neue Hardware nicht hinzufügen, bis IOTA als Standard-Bezahlsystem des IoTs angesehen wird". Zu guter Letzt bezeichnete Multicoin Capital IOTA als "zum derzeitigen Preis stark überwertet."

Diese Aussage ist hart, allerdings auch fragwürdig. Denn Firmen wie Bosch und VW werden sich bei ihren Invests jeglicher Art schließlich auch eine entsprechende Implementierung der Technik überlegen. Auch ist IOTA technisch weiterhin federführend. Die Tangle-Technologie von IOTA zeichnet die Kryptowährung immer noch aus.

Lesetipp: IOTA kaufen und handeln in 15 Minuten: So geht's

So treibt Bosch seine Kooperation mit IOTA weiter voran und gemeinsam entwickeln die Unternehmen unter anderem ein Cross-Domain-Development-Kit (XDK). Dieses arbeitet mit Hilfe der Tangle-Technologie und soll in verschiedenen IoT-Geräten Anwendung finden. In einem AMA auf Reddit konnten Teilnehmer ihre Fragen zu den neuen Bosch-IOTA-Entwicklungen stellen.

IOTA oft offline: Ist das gut oder schlecht?

IOTA ist anders als der Bitcoin und viele Kryptowährungen für DoS-Attacken anfällig, weil es durch den Coordinator kein dezentrales Netzwerk ist. Allerdings ist es bei anderen Kryptowährungen auch üblich, teils hohe Transaktionsgebühren pro Überweisung abdrücken zu müssen. Durch Transaktionsgebühren unterbinden andere Kryptowährungen, die auf Blockchains setzen, DoS-Attacken. Denn wenn ein Hacker ein Blockchain-System mit Transaktionen fluten und lahm legen möchte, zieht er sich dabei selbst das Geld aus der Tasche. Anders verhält es sich bei IOTA, wenn Transaktionen innerhalb des IOTA Netzwerkes ausgeführt werden. Hier bezahlt der Nutzer tatsächlich nur, was er kauft. Das ist bei automatischen Zahlungen zwischen Geräten durchaus förderlich.

David Sonstebo

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