iOS & Android

FBI fordert Verzicht auf Verschlüsselungen

Während in Deutschland der Ruf nach verstärktem Datenschutz immer lauter wird, fordert FBI-Chef James Comey direkten Zugriff auf private Daten unter iOS und Android. Verschlüsselungen und Datensicherheit würden die Strafverfolgung für das FBI und andere Behörden unmöglich machen.

James Comey, FBI

© Screenshot: http://youtu.be/zCsfEUlGThk

James Comey, FBI

FBI-Chef James Comey fordert Zugriff auf iOS- und Android-Geräte und den Verzicht auf Verschlüsselungstechnologien. Sein Appell richtet sich an Google und Apple, die immer mehr Geräte auf den Markt bringen, die es Menschen erlauben, abhörsicher zu kommunizieren. Dadurch würde die Verfolgung von Straftätern durch das FBI und anderen Behörden erheblich erschwert werden.

Das FBI wirft sogar beiden Unternehmen vor, Straftäter und Terroristen indirekt durch die Verschlüsselungstechnologien zu schützen. Comey spricht sich demnach gegen die Pläne von Google und Apple aus, die Verschlüsselung auf ihren Smartphones standardmäßig zu aktivieren.

Stattdessen fordert er eine Änderung des seit 20 Jahren in den USA geltenden Gesetzes CALEA (Communcations Assistance for Law Enforcement Act). Dieses Gesetz erlaubt Polizeibehörden den direkten Zugriff auf Telefonkonversationen. Comey wünscht sich für das FBI und andere Sicherheitsbehörden einen direkten Zugang zu Kommunikationsdaten und allen anderen Informationen, die Nutzer nicht nur auf ihren Telefonen, sondern auch Tablets und anderer Hardware speichern.

Zahlreiche Kommunikationskanäle sollen dem FBI daher bereits aus technischen Gründen nicht zugänglich sein, selbst wenn ein Zugriff rechtlich erlaubt wäre. Größtes Problem sei dabei die Verschlüsselung, mit der Dienste die Daten ihrer Nutzer schützen. Die Auswertung von Verbindungsdaten würde nicht ausreichend, um bei einer Strafverfolgung weitere Schritte einzuleiten. Sicherheitsbehörden und Geheimdienste benötigten zeitnah einen direkten Zugriff, wenn ein akuter Fall vorläge, so der FBI-Chef. Daher schlägt er vor, Sicherheitsbehörden einen eigenen Zugang in die mobilen Betriebssysteme zu ermöglichen. Mit anderen Worten: offizielle Backdoors.

In seiner Rede betonte Comey außerdem, dass die Enthüllungen der vergangenen 15 Monate über die Tätigkeiten der US-Geheimdienste dazu geführt hätten, dass die öffentliche Meinung sich zu weit von den Bedürfnissen der Strafverfolgungsbehörden bewegt habe.

An diesen sehr kontroversen Äußerungen des FBI-Chefs wurde natürlich schnell Kritik laut: Die American Civil Liberties Union (ACLU) weist auf die Gefahren durch Cyber-Kriminelle hin, welche durch Verschlüsselungen ausgebremst werden. Comeys Forderung, Verschlüsselung auf mobilen Endgeräten zurückzufahren, sei also viel eher im Sinn potentieller Krimineller. Zudem unterstellt man dem FBI, dass nicht die Strafverfolgung der Hauptgrund für Comeys Forderungen seien, sondern der Wunsch nach totaler Kontrolle über die Kommunikation.

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