Prozessoren

Intel HD Graphics in Sandy Bridge-CPUs

Die Firma Intel hält seit Jahren über 50 Prozent des Grafikchipmarktes. Bemerkenswert dabei ist, dass der Konzern seine einzige diskrete Grafikkarte Intel740 im Jahr 1998 auf den Markt brachte. Der große Marktanteil bei Grafikkarten beruht allein auf integrierten Grafikchips in Notebooks und Desktops. Wir werfen einen Blick auf die Neuerungen bei den Intel HD-Grafikeinheiten der Sandy Bridge-CPUs.

Sandy Bridge Core Diagramm

© intel

Sandy Bridge Core Diagramm

Die neuen Sandy Bridge-Prozessoren bringen eine neue Stufe der Integration von GPU und CPU. Die Intel HD Graphics 2000- und Intel HD Graphics 3000-Chips, die auf den Chipsets der H67- und Z68-Mainboards nach aussen geführt werden, sitzen auf dem gleichen Die wie die CPU. Beim Vorgänger, den Westmere-CPUs, war der Grafik-Chip noch zusammen mit dem Speicher-Controller auf einem separaten Die untergebracht.

Wichtiger für höhere Performance ist aber der direkte Zugriff der Grafik-Engine auf den gemeinsamen Last Level Cache. Somit fängt der Cache langsamere Speicherzugriffe sowohl von den CPU-Kernen als auch von der Grafik-Engine ab. Der Zugriff auf den Cache ergibt für die Grafik laut Intel einen 64-fach höheren Durchsatz als beim traditionellen Speicherzugriff.

Der HD2000 verfügt über sechs Execution Units, dem HD3000 stehen zwölf Ausführungseinheiten zur Verfügung. Bei den neuen Core-Prozessoren der zweiten Generation verbaut Intel die HD Graphics 2000, bei den mobilen CPUs und den  -K-Modellen die HD Graphics 3000. 

Eine weitere wesentliche Innovation der neuen Grafik-Engine ist Intels Quick Sync-Technologie. Dabei wird das Video-Processing hardwarebasiert von der Grafik-Engine erledigt. Beim Vorgänger Westmere wurde das Preprocessing und Encoding noch von der Software gestemmt. Diese Verbesserung kommt zum richtigen Zeitpunkt, wo das Transcodieren von Video-Inhalten im Angesicht von einer neuen Video-Plattform pro Tag im Internet auch bei Usern zu Hause immer beliebter wird und Video-Inhalte zwischen Desktop und mobilen Geräten ausgetauscht werden.

Die Grafik-Engine der neuen CPUs kann die Taktfrequenz durch Intels Turbo 2.0 von 850 auf bis zu 1350 MHz erhöhen. Bei den Westmere-CPUs war die Taktfrequenz auf maximal 900 MHz festgelegt.

Auch im Bios kann, obwohl der H67-Chipsatz kein Overclocking vorsieht, der Grafiktakt erhöht werden. Trotzdem sind die HD Graphics im Vergleich zum Vorgänger und dank der tieferen Integration sehr energieeffizient ausgelegt.

Im Gegensatz zu den Ankündigungen von AMD, in seinen Bulldozer FX-Series-APUs DirectX 11 zu unterstützen, beherrscht Intels neue HD Graphics 2000/3000 DirectX 10.1, OpenGL 3.0, das Shader Model 4.1. und HDMI v1.4 inklusive 3D. Das bedeutet auch, dass eine ganze Reihe an Spielen, die bisher nicht mit Intel Chips liefen, nun unterstützt werden.

Wenn man in Betracht zieht, dass an der Grafik-Engine für Sandy Bridge kaum Änderungen zum Vorgänger stattfanden, so liegt es auf der Hand, dass die Einführung des 32nm-Herstellungsprozesses und die Integration von CPU, GPU, Cache-Memory und Memory-Controller auf einem Stück Silizium es den Ingenieuren erlaubte, die Distanz zu den diskreten Grafikkarten der Konkurenz wesentlich zu verkürzen.

Erste Vergleichstests mit diskreten Grafikkarten bescheinigen Intel einen großen Wurf. So obsiegte die HD3000 Grafikeinheit im Vergleich mit einer diskreten AMD Radeon HD5450 klar in allen Disziplinen. Das ist ein Angriff auf das Marksegment der diskreten Grafikkarten um die 50 Euro, deren derzeit einziger Vorteil die Unterstützung von DirectX 11 bleibt.

Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie sich im Sommer AMDs LLano-APUs im Vergleich schlagen. Derzeit ist Intel, was integrierte Grafik-Engines angeht, nicht zu schlagen. Schade ist, dass HD3000 den mobilen CPUs und den Übertakter-CPUs der -K Serie vorbehalten bleibt. Wer HD3000 für den Desktop will, muss bis Mai/Juni auf den Z68-Chipsatz warten und in eine -K-CPU investieren.

Tabelle der CPUs mit HD Graphics

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Die Grafik-Einheiten bei Sandy Bridge CPUs
Intel Integrated Graphics

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Intel Integrated Graphics bei Sandy Bridge
Grafik übertakten

© intel

Grafik übertakten

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